zuletzt bearbeitet: 02.02.2012 09:28 Uhr
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100 Prozent für den neuen Präsidenten
Stefan Lobenstein ist neuer Präsident des Thüringer Handwerkstages. Bei seiner Wahl in Rohr gab es keine Gegenstimmen. Als seine wichtigste Aufgabe sieht er die Bündelung der Kräfte des Handwerks.
Rohr - Der frisch gebackene Präsident der Handwerkskammer Erfurt, Stefan Lobenstein, ist auch der neue Präsident des Thüringer Handwerkstages, dem Zusammenschluss der drei Thüringer Handwerkskammern und 29 Landesinnungen. Die Mitgliederversammlung des Handwerkstages sprach gestern auf ihrer Sitzung im Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Südthüringen in Rohr bei Meiningen dem Erfurter Konditormeister ihr volles Vertrauen aus. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Auf den 47-Jährigen entfielen 100 Prozent der Stimmen, einen Gegenkandidaten hatte es allerdings nicht gegeben.
Erst im November war Lobenstein von der Vollversammlung der Handwerkskammer Erfurt zum Nachfolger von Rolf Ostermann ins Präsidentenamt gewählt worden. Dieser hatte aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl antreten können. Nun folgte er Ostermann auch an der Spitze der Dachorganisation des Thüringer Handwerks nach.
Prägen soll die Arbeit des neuen Präsidenten das Leitbild, das die Mitgliederversammlung für den Zeitraum bis 2015 verabschiedet hat. Von der Politik fordert das Handwerk laut Lobenstein vor allem die Senkung der Steuer- und Abgabenlast für die Handwerksbetriebe. "Uns geht es dabei sowohl um die Gewerbesteuer vor Ort, als auch um Steuern, für die der Bund die Verantwortung trägt", sagte Lobenstein nach seiner Wahl. Im Auge hat er damit zum Beispiel die Einkommenssteuer.
Darüber hinaus forderte er die Politik zu Bürokratieabbau und Verlässlichkeit in der Unternehmensförderung auf. "Wir brauchen in der Verwaltung kurze Wege und kurze Bearbeitungszeiten, wenn sie wirklich wirtschaftsfreundlich sein soll", erklärte der Konditormeister.
Zudem will sich der Handwerkstag in der Amtszeit seines neuen Präsidenten dafür einsetzen, dass bestimmte Dinge verstetigt werden. Lobenstein nannte hier zum Beispiel die Förderung der Einstiegsqualifizierung für Schulabgänger und das Projekt Berufsstart Plus, für das es vor wenigen Wochen erst mehr als 4,5 Millionen Euro Fördermittel vom Bund gab. "Das nullte Ausbildungsjahr hat sich aus unserer Sicht bewährt, deshalb werden wir bei der Politik eine Fortsetzung einfordern", so Lobenstein. Mit der Einstiegsqualifizierung sollen junge Menschen an einen Ausbildungsberuf herangeführt werden, die nach Ansicht des Ausbildungsbetriebes noch nicht die nötige Qualifikation dafür aufweisen.
Bei Berufsstart Plus müsse das Ziel sein, dass es zu einer Regelleistung an allen Schulen werde, sagte der Südthüringer Handwerkskammer-Präsident Helmut Adamy. Das Programm gibt Schülern ab der siebten Klasse die Möglichkeit, durch Praktika und Projekttage in verschiedene Berufsfelder hineinzuschnuppern. Bei den bisherigen Teilnehmern sei es gelungen, die Quote derjenigen, die ihre Ausbildung vorzeitig abgebrochen haben, mehr als zu halbieren, berichtete Adamy. "Das sind Vorteile, von denen alle profitieren, der Handwerksbetrieb, der Auszubildende, aber auch die gesamte Gesellschaft", so Lobenstein. Zurückhaltung erhoffen sich die Handwerker hingegen beim Thema Mindestlohn. Dieser sei Aufgabe der Tarifpartner und nicht der Politik.
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