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"Es spricht vieles für Tambach-Dietharz"

Welche Größe hat das Oberbecken? Welche Leistung - 500 oder 1000 Megawatt - ist möglich? Das sind für den Investor Trianel die Fragen beim geplanten Pumpspeicherkraftwerk an der Schmalwassertalsperre.

Von Georg Grünewald
  • Für den geplanten Bau eines Pumpspeicherkraftwerkes hätte die Schmalwassertalsperre bei Tambach-Dietharz die meisten Vorzüge. Foto: dpa
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Tambach-Dietharz - Nach Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) hat sich am Donnerstag auch Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) eindeutig für das geplante Wasserkraftwerk an der Schmalwasser-Talsperre ausgesprochen. "Ich stehe für die Schmalwasser-Talsperre", betonte Reinholz gestern bei einem Vor-Ort-Termin an der Talsperre. Sie sei im Vergleich zu einem Wasserkraftwerk an der Ohratalsperre die Vorzugsvariante und wohl auch naturschutzfachlich besser geeignet, so der Umweltminister. Auch der Hauptgeschäftsführer der Thüringer Fernwasserversorgung, Ralf Rauch, bezeichnete die Schmalwassertalsperre als "Idealstandort".

Das Wasserkraftwerk - zuweilen auch als Pumpspeicherkraftwerk bezeichnet - wird von dem Stadtwerke-Netzwerk Trianel als Investor und der Thüringer Fernwasserversorgung als Eigentümer der Talsperre geplant und soll - je nach Standort und Größe des noch zu bauenden Oberbeckens - 500 bis 1000 Megawatt (MW) Leistung bringen. Bis zu sechs Stunden kann das Kraftwerk diese Leistung bringen, indem das im Oberbecken gespeicherte Wasser bei Strommangel über Turbinen ins Unterbecken geleitet wird. Ist Strom im Überfluss vorhanden, wird das Wasser wieder hochgepumpt und gespeichert.

Derweil haben sich die Pläne des Investors für das Wasserspeicherkraftwerk weiter konkretisiert. Inzwischen sind bei Trianel nur noch zwei Oberbecken-Varianten im Gespräch, eine auf Tambacher Gebiet südwestlich der Schmalwassertalsperre und nördlich des Rennsteig und eine an der sogenannten Gräfenhainer Straße östlich der Talsperre.

Das bestätigte Trianel-Projektleiter Markus Hakes unserer Zeitung. Bis zum März wolle sich der Investor für eine Variante entscheiden und damit ins Raumordnungsverfahren gehen, kündigte Hakes an. Als möglichen Baubeginn nannte er das Jahr 2016, als möglichen Fertigstellungstermin die Jahre 2020/2021.

Bei beiden Varianten wäre die Leistung höher, als bei der Ankündigung des Projektes im Oktober vergangenen Jahres anvisiert. Damals war man noch von 400 MW Leistung und einer halben Milliarde Investitionskosten ausgegangen. Entscheidet sich Trianel für das Tambacher Oberbecken nördlich des Rennsteigs, könnte dank des Höhenunterschiedes von 300 Meter zum Unterbecken der Schmalwassertalsperre sogar eine Leistung von 1000 MW erreicht werden. Die Investitionskosten bezifferte Trianel-Pressesprecher Elmar Thyen dabei auf "deutlich über eine Milliarde Euro".

Möglicher Baubeginn 2016

"Es spricht vieles für Tambach", deutete Thyen an, welche Variante der Investor favorisiert. Vor allem die 1000 MW. Aber nicht alles: So wäre das Oberbecken an der Gräfenhainer Straße wesentlich näher dran. Eben gleich auf dem Hügel, östlich der Trinkwassertalsperre Schmalwasser, während für die Tambacher-Variante eine mehr als drei Kilometer lange unterirdische Leitung nötig wäre.

Aus dem Rennen ist dagegen die 400 MW-Variante. Sie sei zu nahe an dem Wasserschutzgebiet der Ohratalsperre gelegen und von der Größe und Wirtschaftlichkeit nicht so interessant, begründete dies Hakes.

Ein wichtiges Argument. Denn das geplante Wasserkraftwerk an der Schmalwassertalsperre steht in gewisser Weise in Konkurrenz zu zwei weiteren Standorten in Nordrhein-Westfalen, für die Trianel parallel Raumordnungsverfahren einleiten will. Zwar ist Thyen überzeugt, dass angesichts des Energiespeicherbedarfs in Deutschland alle drei Projekte umgesetzt werden könnten. Aber die Frage sei, ob Trianel das finanziell leisten könne.

Dem Netzwerk Trianel gehören derzeit bundesweit 35 Stadtwerke an. Aus Thüringer bisher aber lediglich die Stadtwerke Jena-Pößneck. Allerdings ist Trianel inzwischen mit weiteren Thüringer Stadtwerken im Gespräch. "Das Interesse an einer Beteiligung der Stadtwerke ist groß", bestätigte Hakes. Er wollte zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine Namen nennen.

Auch das Interesse der Kommunalpolitiker ist da, wie sich gestern beim Vor-Ort-Termin erneut zeigte. "Wir freuen uns sehr. Das wäre eine Attraktion für den Rennsteig", schwärmte der Bürgermeister von Tambach-Dietharz, Harald Wrona von dem Pumpspeicherkraftwerk. Auch der Gothaer Landrat Konrad Gießmann bekundete mit seinem Besuch erneut, dass "der Landkreis hinter dem Projekt steht".

    
    

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