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Schmalkalden

Breitunger Runde freut sich über neuen Vorschlag

Breitungen/Landkreis - Für 17 Bürgermeister aus dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen und dem Wartburgkreis dürfte die neue Landkreiskarte von Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) ein schönes Bild darstellen.



Breitungen/Landkreis - Für 17 Bürgermeister aus dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen und dem Wartburgkreis dürfte die neue Landkreiskarte von Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) ein schönes Bild darstellen. Sie hatten im März für einen neuen Großkreis SM+WAK plus Eisenach plädiert und eine entsprechende Stellungnahme unterschrieben. Jetzt hat das Land diesen Vorschlag aufgenommen.

Die Stellungnahme hatte Breitungens Bürgermeister Ronny Römhild Mitte März persönlich an den Innenminister übergeben. Römhild war es auch, der den Stein ins Rollen gebracht und Bürgermeisterkollegen zu zwei Gesprächsrunden ins Breitunger Rathaus eingeladen hatte. Die 17 Unterschriften waren Folge dieser Breitunger Runden. Die Bürgermeister wandten sich mit ihrem eigenen Vorschlag auch gegen den ersten Vorschlag des Landes, wonach ein Großkreis im Süden mit Schmalkalden-Meiningen, Suhl, Hildburghausen und Sonneberg gebildet werden sollte.

Bessere Variante

Die Botschaft aus dem Innenministerium vom vergangenen Mittwoch hat Römhild daher erfreut zur Kenntnis genommen. "Es ist schön, dass man sich in Erfurt unserem Vorschlag angenommen hat." Nach Einschätzung des Breitunger Bürgermeisters sehen das auch seine Kollegen so. "Wer unterschrieben hat, dürfte es nach wie vor für die bessere Variante halten." Auch wenn mit dem neuen Vorschlag zwei Aspekte hinzugekommen seien, die "so nicht auf der Agenda standen": Das Abspalten von Zella-Mehlis, Oberhof und Benshausen zugunsten des neuen Südkreises sowie der Verlust des Kreisstadt-Status' von Meiningen. "Es gibt keine Reform, die alle glücklich machen kann", meint Römhild.

Zu den 17 Bürgermeistern zählt Steinbach-Hallenbergs Stadtchef Christian Endter (CDU). Er nennt sich selbst einen Verfechter der Gebietsreform und kann mit dem neuen Vorschlag gut leben. Auch wenn Steinbach-Hallenberg dann am Rand des Kreises liegt, bleibt SM+WAK+EA für ihn akzeptabler als die Südkreis-Variante. Die geplante Abspaltung von Oberhof und Zella-Mehlis nach dem neuen Plan nennt er bedauerlich, hält es aus Sicht des Bürgers allerdings nicht für entscheidend. "Im Grunde ist es eine verwaltungstechnische Grenze. Der Bürger hört doch nicht an der Kreisgrenze auf, einzukaufen."

Interessen berücksichtigt

Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski zählte ebenfalls zur Breitunger Runde und sieht in dem neuen Vorschlag im Kern "das, was wir angestrebt haben": Einen Landkreis mit einer geeinten Thüringer Rhön, der verbindenden Werra und einer B 19 als infrastrukturelles Rückgrat. Mit Einrichtungen und Institutionen, die schon jetzt beide Landkreise verknüpfen. Diese Gemeinsamkeiten könnten in einem gemeinsamen Landkreis manifestiert werden.

Die Abspaltung der drei Suhler Nachbarkommunen verursache ein "ungutes Gefühl", der verlorene Kreisstadtstatus Meiningens ein weinendes Auge. Einzelkritik an der neuen Kreiskarte kann Kaminski daher verstehen, Pauschalkritik allerdings nicht. Für Kaminski steht "das Gebilde im Ganzen" im Vordergrund. Und da befürwortet er den neuen Vorschlag. Auch, weil "die Interessenlage der Stadt Schmalkalden berücksichtigt ist". uf

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20. 04. 2017
19:30 Uhr

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20. 04. 2017
19:30 Uhr



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