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Ilmenau

Dröhnende Motoren und quietschende Reifen

Vollmundig kündigte der Verein fürs Gabelbach-Bergrennen an: "Die Legende kehrt zurück". Zwei Tage lang wurde nun um die Wette gefahren. Das Fazit: Der Verein hat nicht zu viel versprochen.



Ilmenau
Über 30 Motorräder gingen beim Gabelbach-Bergrennen an den Start. Das älteste hatte Baujahr 1920, das jüngste 1962. Laut waren sie fast alle.   Foto: Andreas Heckel » zu den Bildern

Ilmenau - Ilmenau am Sonntag. Eine kleine, idyllische Stadt genießt ihr Wochenende. Die Straßen sind leer. Überall Ruhe. Überall? Nein. Das Südviertel der Stadt hat an diesem Wochenende mit Ruhe und Idylle nicht viel am Hut. Den ganzen Tag über dröhnen dort Motoren, der Geruch von Benzin und qualmenden Reifen liegt in der Luft.

Gerade erst wieder ist kurz hinter dem Bahnhof Bad mit einem lauten, tiefen Ram-pam-pam-pam-pam eines der großen, schweren Motorräder gestartet. Gut vier Kilometer muss es nun absolvieren auf der Strecke zwischen dem Lessingpark und dem Hotel Gabelbach. Keine einfache Angelegenheit, gilt es doch eine durchschnittliche Steigung von neun Prozent zu überwinden - maximal sogar 16,5 Prozent.

Die Sieger des Gabelbach-Bergrennens 2017

Klasse 1:

Motorräder Baujahr 1904-1928 Differenzzeit

1. Marcel Witter, Wilmersdorf, D-Rad R 04 0,214sek

2. Hans-W. Witter, Wilmersdorf, NSU 501 T 1,843sek

3. Stefan Hofmann, Drebach, Wanderer 616 5,0sek

Klasse 2:

Motorräder Baujahr 1929-1945

1. Peter Böhme, Schmölln, Horex S35 GS 0,208sek

2. Bernd Schmidt, Wolfsberg, BMW R 23 0,699sek

3. Jürgen Thiem, Schkeuditz, Norton CS 1 2,023sek

Klasse 3:

Motorräder Baujahr 1946-1962

1. Roland Felber, Ilmenau, Jawa 354 0,249sek

2. Ch. Schamul, Gräfinau, Simson AWO 425S 0,569 sek

3. I. Sauter, Rheinfelden, Aermacchi Ala d'Oro 1,054sek

Klasse 4:

Gespanne Baujahr 1929-1962

1. U. Priemel, Allendorf, Harley Davidson WL 45 3,3sek

2. Jochen Kleine, Bielefeld, Morgen 3 Wheeler 6,17sek

3. Bernd Wagner, Ilmenau, Simson AWO 425T 7,768sek

Klasse 5:

Automobile Baujahr 1904-1928

1. O. Schonder, Herschdorf, Am. Lafr. Speedster 0,201sek

2. Gerhard Heß, Suhl, Simson Supra 0,602sek

3. Harry Just, Suhl, BMW Dixi Ihle DA 2 15,519sek

Klasse 6:

Automobile Baujahr 1929-1945

1. Kasimir Schurmej, Weimar, Opel Super 6 1,922sek

2. Uwe Dittrich, Herschdorf, Cadillac Series 62 2,061sek

3. M. Gelzinnes, Gierstädt, Ford V8 5 Window C. 2,754sek

Klasse 7:

Automobile Baujahr 1946-1962

1. Jens Wallmann, Halver, BMW 503 Coupé 0,759sek

2. Kristin Schramm, Ilmenau, Porsche 550 1,419sek

3. Günter Egger, Halle, MG TC 1,690sek

Klasse 8 (Sonderklasse):

Fahrzeuge Baujahr 1963-1969

1. M. Brömel, Geschwenda, Daimler B. 250 SE C. 0,456sek

2. R. Schneider, Jena, Ford Mustang Convertible 0,532sek

3. Michael Gross, Berlin, Lotus Cortina MK 1, 0,594sek

 

Es sind diese Werte, die das Gabelbach-Bergrennen in Ilmenau für die insgesamt 67 Starter so herausfordernd machen. Hinzu kommt der Reiz, am ältesten existierenden Bergrennen der Welt teilzunehmen. Seit 1904 wird es ausgetragen - wenn auch in den vergangenen Jahrzehnten nur noch unregelmäßig.

Das soll sich künftig wieder ändern. Der Verein "Gabelbach-Bergrennen Ilmenau" möchte die Veranstaltung wieder jährlich austragen. In diesem Jahr war die Premiere - und sie ist geglückt. Schon am Freitag säumen hunderte Ilmenauer zur Fahrerparade die Marktstraße in der Innenstadt. Auch am Rennwochenende verfolgen Ilmenauer und Gäste gleichermaßen das Geschehen direkt an der Strecke. Was sie sehen, ist ein breites Spektrum an Fahrzeugen aus der Vergangenheit. Von dem gerade einmal 2,5 PS starken NSU-Motorrad aus dem Jahr 1904 über den 150 PS starken, mehr als 1,5 Millionen Euro wertvollen BMW 507 aus dem Jahr 1958 bis zum 435 PS-Monster - einem Chevrolet Camaro Copo Tribute aus dem Jahr 1969 - ist alles vertreten, was das Herz eines Oldtimer-Fans höher schlagen lässt.

Mittendrin im Renngeschehen, die 26-jährige Katharina Richstein. Als Eventleiterin hat sie am Wochenende keine freie Minute. Unentwegt ist sie unterwegs, kümmert sich um einen reibungslosen Ablauf, beantwortet Fragen, bemuttert beinahe schon die zahlreichen freiwilligen Helfer. "Ein paar Streicheleinheiten inklusive, um den Stress beim Team abzubauen", sagt sie, als sie gerade den Kopf einer Helferin auf ihrer Schulter tätschelt. "Und nach dem Wochenende brauche auch ich dann mal Urlaub."

Währenddessen steht am Start Udo Besser aus Sünna mit seinem "VW Formel Vau Fuchs". Mit einem schnellen Ra-ta-ta-ta-ta braust er davon und fährt die Strecke in etwa 2:05 Minuten. Zum Vergleich: Der bisherige Streckenrekord des Gabelbach-Bergrennens von Manfred von Brauchitsch stammt aus dem Jahr 1933 und liegt bei 2:06 Minuten, damals allerdings noch auf einer Schotterpiste.

Doch um Schnelligkeit geht es am Sonntag bei den Wertungsläufen gar nicht. Das Gabelbach-Bergrennen ist in der Neuzeit ein Gleichmäßigkeitsrennen. Jeder Fahrer absolviert zwei Läufe. Wer diese in möglichst derselben Zeit fährt, gewinnt. Am besten schaffte das Olaf Schonder. Er fuhr den American Lafrance Speedster von André Hertwig aus Herschdorf, dem für die eigene Teilnahme die Zeit fehlte - da er die Veranstaltung moderieren musste. Das Gefährt aus dem Jahr 1918 ist eine wahre Monströsität. Alleine der Motor des ehemaligen Feuerwehrautos wiegt knapp 900 Kilogramm. Bei seinen Zeiten hatte Schonder gerade einmal eine Differenz von 0,201 Sekunden - bei Weitem aber keine Einzelheit. Mehrere Konkurrenten hatten nur einige tausendstel Sekunden mehr vorzuweisen.

18.06.2017 - Gabelbach-Bergrennen 2017 - Foto: Andreas Heckel

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Danny Scheler-Stöhr

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Veröffentlicht am:
19. 06. 2017
08:04 Uhr

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Danny Scheler-Stöhr

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19. 06. 2017
08:04 Uhr



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