zuletzt bearbeitet: 21.02.2012 09:43 Uhr
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Kreisverkehr auf der Zellaer Höhe, aber keine Haltestelle
Die Anbindung des Gewerbegebietes an die Bundesstraße 62 soll künftig über einen Kreisverkehr erfolgen. Das neue Projekt wurde jetzt im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt und diskutiert.
Zella-Mehlis - Die ursprüngliche Idee für die Anbindung des Gewerbegebietes, das unmittelbar an die Zellaer Höhe grenzt, hat ausgedient. Diese sah vor, eine neue Straße zu schaffen, über die die Gewerbeflächen erreicht werden sollten. Ein direkter Weg über die Zellaer Höhe war vom Straßenbauamt Südwestthüringen mit der Begründung, dieser könne Rückstaus auf die Bundesstraße verursachen, abgelehnt worden.
Nach heftigen Debatten in den Ausschüssen des Stadtrates gab es eine Abkehr von dieser Variante und der Auftrag, einen Kreisverkehr in das Gebiet einzuordnen, wurde an ein Suhler Fachbüro vergeben. Dieser Kreisel soll, so der Vorschlag von viaproject, in Richtung der Straße Am Schießstand versetzt werden. Während die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses gegen diesen Vorschlag keine Einwände hatten, erhitzte jetzt die Ablehnung der Städtischen Nahverkehrsgesellschaft (SNG), dort eine Bushaltestelle einzurichten, die Gemüter. Die Begründung: Es koste zu viel Zeit, in den Kreisel hinein- und auch wieder hinauszufahren.
Bürgermeister Karl-Uwe Panse kann den Argumenten der SNG folgen. Er meinte, es sei für Busse aus Richtung Zella-Mehlis zwar recht einfach, wieder auf die B 62 aufzufahren. Aber aus Suhl kommend müssten sie als Linksabbieger mitunter zu lange warten, um abbiegen zu können.
"Ich halte an der Bushaltestelle fest", betonte Carin Mattauch (Freie Wähler), die sich in den vergangenen Monaten auch vehement für den Kreisverkehr eingesetzt hatte. Sie führte insbesondere ältere Bürger ins Feld, die aus Richtung Bahnhof bis auf die Zellaer Höhe laufen müssten, um ins Gewerbegebiet zu kommen. Sie sprach sich dafür aus, prüfen zu lassen, ob die Möglichkeit bestehe, dass Busse zumindest in Richtung Suhl halten könnten. Panse bezweifelte allerdings, dass eine solche Variante möglich ist. Hierzu müsse es die SNG erneut angefragt werden. Nicht machbar sei auf jeden Fall die Überquerung der B 62 durch Fußgänger. "Das wäre dort oben kreuzgefährlich", so das Stadtoberhaupt.
Lösungen statt Prüfungen
Mehr Attraktivität für das Gewerbegebiet verspricht sich Jürgen Richter (Freie Wähler) von einer Haltestelle auf der Zellaer Höhe. "Wenn sich auf den Flächen Betriebe ansiedeln, sollten die künftigen Mitarbeiter auch die Möglichkeit haben, mit dem Bus zur Arbeit zu kommen", sagte er. Er wolle keine Prüfung, sondern eine Lösung. Karin Mißbach, Sachgebietsleiterin für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, begrüßte diese Anregung. "Ich bin bereits von Firmen angefragt worden, wie es im Gewerbegebiet um den öffentlichen Nahverkehr bestellt ist. Wenn sich erst Unternehmen angesiedelt haben, wird eine Haltestelle sicher gebraucht."
Bauamtsleiterin Ute Luther führte dagegen Erhebungen der SNG an. Danach würden nur 20 Leute täglich dort oben mit dem Bus fahren. "Von etwa 200 Personen, die dort künftig ansässig und tätig sind, nutzen nur zehn Prozent den öffentlichen Nahverkehr."
Pro Haltestelle äußerte sich auch Torsten Widder (CDU). "Ich bin für das Vorhalten einer Haltestelle", sagte er und regte zudem ein Nachdenken über die Linienführung der Stadtlinie an. Wie er bekräftigte auch Karin Mißbach, die Busbucht auf jeden Fall in der Planung zu belassen. "Auch ohne jetzt schon einen Bus zu haben, der mal dort hält", sagte sie. Bauamtsleiterin Luther mahnte allerdings, dass das Anlegen einer Haltestelle Mehrkosten produzieren würde.
Lutz Köhler (Die Linke) plädierte ebenfalls für die Haltebucht. "Wir bauen hier etwas für die Zukunft. Die Haltestelle ist wichtig und wird gebraucht. Es geht hier nicht um ein Ob, sondern ein Wie", betonte er.
Ein Beschluss über den Projektentwurf wurde nicht gefasst. Das Thema wird voraussichtlich in der nächsten Bauausschuss-Sitzung noch einmal eine Rolle spielen.
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