zuletzt bearbeitet: 20.02.2012 07:27 Uhr
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Im Einsiedel waren die Raubtiere los
Im "Einsiedel" war der Dschungel los: Unter dem Motto "Ich bin ein Narr, holt mich hier raus!" feierte der Carnevalverein Messina am Samstag die fünfte Jahreszeit.
Zella-Mehlis - Wenn rosa Hasen, riesige Adler und zuckersüße Marienkäfer zusammen schunkeln, dann ist Karneval in der Ruppbergstadt. Am Wochenende war es wieder soweit: Nachdem die Stimmung zur Weiberfastnacht schon überschäumte, öffnete das Gasthaus "Einsiedel" am Samstag erneut seine Pforten für den Carnevalverein Messina und dessen traditionelle Prunksitzung.
Punkt 20.11 Uhr eröffnete der Elferrat das tierisch bunte Treiben. Im wahrsten Sinne, lautete doch das Motto in diesem Jahr: "Ich bin ein Narr, hol mich hier raus!" Nach der Begrüßung durch das hoheitliche Paar Prinzessin Madlen und Prinz Marcel stürmten die Crazy Girls des AV Jugendkraft/Concordia mit ihrem Gardetanz die Tanzfläche. Die Showdance-Mädels unter Leitung von Trainerin Cornelia Schatz führten wie ein roter Faden durch das Dschungel-Programm und ernteten von Tanz zu Tanz tosenderen Applaus. Am Ende des Abends war sogar noch eine Zugabe für das Publikum drin.
Die Crazy Girls blieben allerdings nicht der einzige tänzerische Programmpunkt der Prunksitzung: Die Showatanzgruppe "SkyLine" aus Dietzhausen stattete den Zella-Mehliser Nachbarn einen Besuch ab und hatte ihre aktuelle Choreografie im Gepäck. Natürlich durfte auch Tanzmariechen Madita Häfner vom Mehliser Carnevalsclub nicht fehlen, die ihre Kür gleich zweimal aufs Parkett im Gasthaus bringen durfte.
Die Vorkommnisse im regionalen und deutschlandweiten Urwald prangerte Christina Raabe in ihrer Themenbütt gehörig an. Sollte diese doch eigentlich Präsident Markus Mühlfeld halten, der sich kurz vor dem Höhepunkt der fünften Jahreszeit das Bein brach und seiner würdigen Vertretung vom Krankenbett aus die Daumen hielt. Themen wie der Bau der Hauptstraße, die geplante Gebietsreform aber auch die Krise in Griechenland ließen in den vergangenen Monaten so manchen Zella-Mehliser recht närrisch werden. Und auch der heilige Vater muss sich, so vermutet Christina Raabe, bei dem karnevals-ähnlichen Treiben in Thüringen zum Papstbesuch wie im Dschungle-Camp gefühlt haben.
Die zweite Bütt führte aus dem tierischen Dschungel hinaus und rein in die holländisch-thüringische Wildnis. Edmund Leibgries, alias Jens Linser, ein Holländer Urgestein, schlägt eine ganz eigene Nutzung des Dolmar vor: Dolmar Hanf. Kostproben hat er gleich in der Keksdose dabei. Vielleicht auch eine Maßnahme gegen das Café-Sterben der Region, so spekuliert er, könnte man diesen als Coffee-Shops doch zu neuem Zulauf verhelfen.
Die wilden Tiere sind los
So richtig die Post ging im Einsiedel mit dem Auftritt der Querschläger aus Christes ab. Wie schon zur Weiberfastnacht brachten die Trommler Stimmung in den Saal und wurden nur unter Protest wieder aus der Mitte des närrischen Dschungels entlassen. Den krönenden Abschluss bildeten die Urwaldkönige des CV Messina höchst selbst. Erst schlug die Stunde der Vereinsdamen mit ihrem Dschungeltanz. Dann wurde die Bühne für wirkliche Raubtiere, das Männerballett, frei gegeben. Eine Horde Löwen mit weichem Kern stürmte in den Saal und verwandelte sich auf wundersame Weise in zarte Hula-Tänzerinnen, die Tarzan-Marcel umgarnten.
Am Rande des Programms durften sich zwei Vereinsmitglieder über eine besondere Auszeichnung freuen: Vizepräsident Burkhard Fromm und Christian Schulz feierten ihre zehnjähriges Vereinsjubiläum und wurden stellvertretend für den Präsidenten von Christina Raabe geehrt.
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