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Hilferuf für Rettung der Wintersport-Ausstellung

So ernst war es noch nie: Wenn sich in den nächsten Tagen keine Lösung für eine Weiterbetreibung der Wintersport-Ausstellung im Oberen Hof findet, muss sie zum Monatsende schließen.

Von Beate Kiesewalter-Henkel
  • Museumsleiter Jan Knapp (l.) und Ralph Grüneberger, Vorsitzender des Trägervereins der Thüringer Wintersport-Ausstellung, hoffen auf Rettung der einzigartigen Einrichtung. Wenn es bis Ende des Monats keine Lösung zur Fortführung der Exposition gibt, muss sie geschlossen und abgewickelt werden. Foto: frankphoto.de
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Oberhof - Der größten Ausstellung des Wintersports in Deutschland droht das Aus. Ralph Grüneberger, Vorsitzender des gemeinnützigen Trägervereins für die Schau, muss die einzigartige Exposition schließen, wenn auf den Hilferuf des geschäftsführenden Vorstandes und des Ausstellungsleiters Jan Knapp keine Unterstützung folgt. In einem Brief , der an 14 Adressaten, unter anderem an die Thüringer Minister Marion Walsmann, Heike Taubert und Christoph Matschie, den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach, den Landessportbund, Landrat Ralf Luther und Bürgermeister Thomas Schulz, ging, schildern sie die großen Probleme, die einen Fortbestand der Schau gefährden. Der langjährige Leiter Jan Knapp, der vor 20 Jahren mit dem Aufbau der umfangreichen Sammlung begann, wird Oberhof im März verlassen. Wie sehr er für die Ausstellung brennt, machen die zahllosen unbezahlten Stunden deutlich, die der 64-Jährige als Vereinsmitglied geleistet hat und noch leistet. Zu den zwanzig, mit 400 Euro vergüteten Stunden, kommen wöchentlich 30 ehrenamtliche hinzu. "Trotz intensiver Suche hat sich niemand gefunden, der zu ähnlichen Konditionen arbeiten würde und die Kompetenz hat, dieses Museum zu führen", heißt es in dem Schreiben, das mit den Worten endet: "Bitte helfen Sie uns!"

Monatliches Defizit

Der Vorsitzende des Trägervereins hofft, dass sich eine Lösung finden lässt, um die wertvolle touristische Einrichtung zu erhalten. Das monatliche Defizit, das sich auf 1500 bis 1700 Euro belaufe, werde von der Oberer Hof GmbH getragen. Dazu sei seine Frau als Geschäftsführerin auch weiterhin bereit. Zusätzlich die Kosten für eine museale Fachkraft zu übernehmen, ist Ralph Grüneberger zufolge weder vom Verein noch der GmbH zu schultern.

Die Besucherzahlen sind zwar gut und stabil - seit 1995 kamen insgesamt rund 150 000 Gäste aus aller Welt -, reichen aber für einen kostendeckenden Betrieb des Museums bei weitem nicht aus. Seit Anfang des Monats kann die Ausstellung sogar kostenlos besucht werden. So sollen die Oberhofer, aber auch Besucher aus der Region ermuntert werden, mit den Füßen abzustimmen und für den Erhalt der Exposition ein Bekenntnis abzulegen.

Denn eines steht fest für den Trägervereinschef: "Wenn im Februar keine Möglichkeit gefunden wird, den weiteren Betrieb zu sichern, müssen wir die Ausstellung zum Monatsende schließen." Die Folge wäre eine Abwicklung der Sammlung, die sich aus vielen Schenkungen und noch mehr Leihgaben zusammensetzt. Jan Knapp bezeichnet die vielen Tausend Exponate zur Sportgeschichte "als wertvolles Thüringer Kulturgut", das unbedingt erhalten werden müsse.

Ob das gelingt? Schon jetzt gibt es besorgte Anfragen von Familien prominenter Sportler, die um das Museum fürchten und natürlich wissen wollen, wie es mit der Einrichtung und ihren Leihgaben weitergeht. Über 300 Freunde der Ausstellung haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten von Medaillen, Urkunden, Bildern, Skiern, Schlitten oder Kleidung getrennt, um sie in der Präsentation einer großen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Sammlung umfasst insgesamt rund 20 000 wintersportliche Exponate. Viele davon müssten bei einer Schließung an die Leihgeber zurückgegeben werden.

Noch herrscht Zuversicht

Noch sind der geschäftsführende Vorstand und Ausstellungsleiter Knapp zuversichtlich, dass es gelingt, den Betrieb fortzuführen. Voraussetzung dafür wäre aus Sicht des Trägervereins eine museale Fachkraft ab 1. April sowie zwei Mitarbeiter zur Gewährleistung der Öffnungszeiten. Grüneberger geht davon aus, dass es zu einer kurzzeitigen Schließung der Schau kommen muss, auch wenn die personellen Probleme gelöst werden können.

    
    

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