zuletzt bearbeitet: 21.02.2012 10:14 Uhr
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Poesievolle, lustige, nachdenkliche "Augenblicke"
Am 1. März heißt es in der Schauburg wieder: Vorhang auf für die "Augenblicke". Das Kurzfilmfestival findet dann bereits zum siebten Mal statt und dauert vier Wochen.
Zella-Mehlis - Auch in diesem Jahr ist die Schauburg wieder das einzige Kino Südthüringens, wo das Kurzfilmfestival "Augenblicke" Station macht. Vom 1. bis zum 28. März kann man dort eintauchen in die erstaunlich große Welt des kleinen Films in allen seinen Facetten.
Bereits seit zwanzig Jahren veranstalten die AV-Medienzentralen der Katholischen Kirche in Deutschland diese Reihe. Ausgewählt werden die Streifen alljährlich auf Festivals, um dann im ganzen Bundesgebiet gezeigt zu werden. Als Thomas Bayer aus dem unterfränkischen Poppenhausen (PR & Filmevents) vor sechs Jahren in Sachen Kurzfilm beim Kinobetreiber Jörg Spannbauer vorstellig wurde, da rannte er dort offenen Türen ein. Was damals noch ein Experiment war, hat sich gut etabliert. Längst gibt es Stammbesucher, die ihr Herz für dieses Genre entdeckten und sogar aus ganz Thüringen kommen. Ob des gestiegenen Interesses wurde das Festival im vorigen Jahr in Zella-Mehlis sogar bis in den April verlängert.
110 Minuten Kurzfilm
Thomas Bayer hat wieder das diesjährige Angebot der AV-Medienzentrale des Bistums Fulda gesichtet und für die Vorstellungen in Zella-Mehlis speziell zusammengestellt, einige Filme nahm er heraus, einige neu hinzu. Zusammengekommen sind insgesamt vierzehn Streifen mit einer Gesamtlänge von rund 110 Minuten. Und die vergehen wie im Flug, wie man in einer Pressevorführung überrascht feststellen konnte. Zehn der Filme stammen aus Deutschland, weitere aus Ungarn, Schweden und den USA. Thomas Bayer war viel daran gelegen, erneut eine "wunderbar kurzweilige filmische Weltreise" zu zeigen, die die vielen Möglichkeiten des Genres dokumentiere. Und dabei wollte er natürlich auch den Spaß nicht zu kurz kommen lassen.
Es gibt Trick-, aber diesmal auch etliche kleine, außergewöhnliche Spielfilme. Dazu gehört "Der kleine Nazi" von Regisseurin Petra Lüschow. Bei den kürzlich stattgefundenen 22. Bamberger Kurzfilmtagen erhielt sie für diese heftige Satire gleich zwei Preise. Es gelang ihr, prominente Schauspieler dafür zu gewinnen - Oliver Stokowski ("Der Ermittler" in der ZDF-Krimiserie), Steffi Kühnert ("Halt auf freier Strecke") und Christine Schorn als tuttelige Großmutter, die den Christbaumschmuck aus der Nazizeit an den Weihnachtsbaum dekoriert.
Prominente Darsteller
Auch zwei andere Filme sind mit bekannten Darstellern besetzt und zeigen damit deren Wertschätzung für das im Kinoalltag leider stiefmütterlich behandelte "kurze" Genre. In "Ein Mann boxt sich durch" lässt sich Axel Prahl auf dem Berliner Alex gegen Geld eins auf die Nase geben - das erboxt er nicht für sich, sondern für die Mitarbeiter seiner Pleite gegangenen Firma. Eine verblüffende Pointe und eine nachdenkliche Botschaft, verpackt in knappen acht Minuten. Judy Winter und Matthias Deutelmoser ("Die Budenbrooks") stellten ihr Schauspielkunst in den Dienst von "Lulaland". Der Streifen beschäftigt sich mit dem schwierigen Thema "Kindesmissbrauch", ohne in Klischees abzugleiten und zeigt eine überraschende Wende.
Den Humor nicht zu kurz kommen zu lassen, ist auch ein Anliegen, das Thomas Bayer stets mit im Blick und dafür ein gutes Händchen hat. Beispielsweise in den Produktionen "Die Berliner Mauer", "Odyssee" oder "Music for One X-Mas and Six Drummers" (Schweden). Da verschafft sich am Heiligen Abend eine Handvoll Musiker Einlass in ein Altenheim, sie werkeln während der Weihnachtsfeier für die alten Leutchen wie die Heinzelmännchen.
Lohnenswert sind ebenso die ausgewählten Trickfilme, von denen besonders "Ente, Tod & Tulpe" herausragt - das ist eine Leinwandadaption des gleichnamigen Kinderbuches von Wolf Erlbruch, das 2008 für den deutschen Kinder- und Jugendbuchpreis nominiert worden war.
Erstmals wird es parallel dazu in der Reihe "Best Of" ein Wiedersehen mit den schönsten Filmen aus dem bisherigen "Augenblicke"-Festival geben und wie stets auch eine Moderation der Abende durch Thomas Bayer. kle
"Augenblicke": vom 1. bis 28. März täglich 18 und 20.15 Uhr, samstags und sonntags zusätzlich um 16 Uhr, montags nur 19 Uhr / "Best Of" jeweils Freitag bis Sonntag um 18.30 und montags um 19 Uhr
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