zuletzt bearbeitet: 13.10.2011 09:34 Uhr
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Erneuerbare Energien im Fokus
Eine Auftaktveranstaltung machte Dienstagabend im Rathaus neugierig auf die Angebote des Suhler Energietages. Die drei Touren durch die Stadt am 5. November versprechen interessant zu werden.
Suhl - Ob Solaranlage, Luftwärmepumpe, Geothermie, Mikroturbine, Biomasseheizung oder Windrad - die Nutzung erneuerbarer Energien ist vielfältig. So vielfältig, dass es Interessenten mitunter schwer fällt, sich einen Überblick über die technischen Möglichkeiten zu verschaffen. Bei einem Energietag, veranstaltet von der Stadt Suhl, gibt es am 5. November eben jenen Überblick - und jede Menge Einblicke in ganz konkrete Nutzungen erneuerbarer Energien. Drei Besichtigungstouren werden an diesem Tag mit Bussen der SNG durch Suhl führen und vor Ort Anwendungsbeispiele ins Rampenlicht rücken.
Am Donnerstagabend stellten die Initiatoren und Macher des Energietages - OB Jens Triebel, OB-Kandidat Holger Auerswald (Die Linke) und Brigitta Wurschi (Bündnis90/Die Grünen) - die von ihnen vorbereiteten und begleiteten Touren en detail vor. Städtische Einrichtungen, wie der CO2-neutrale Kindergarten "Kinderland", der Solarpark Goldlauter-Heidersbach und die Mikrogasturbine im Klärwerk Dietzhausen stehen im Mittelpunkt der von OB Triebel begleiteten ersten Tour. Holger Auerwald begleitet Interessenten auf der zweiten Tour. Auf deren Programm steht eine Führung durch das Heizkraftwerk der SWSZ am Bohrhügel und ein Besuch der Firma ARI Contact auf dem Friedberg. Die von Brigitte Wurschi begleitete dritte Tour führt Interessenten zur Klempnerfirma Meinunger nach Heinrichs, wo eine Kombination aus Solaranlage, Holzallesfresser und Luftwärmepupme sowie ein Passivhaus besichtigt werden kann. Anschließend geht es ins Gemeindehaus der katholischen Kirche im Windmühlenweg, wo eine kleinere Photovoltaikanlage, eine Wärme-Wasser-Pumpe und ein Brennwertkessel effiziente Energieversorgung sichern. Dort wird auch die Photovoltaikanlage auf dem unweit gelegenen Privathaus der Familie Hofmeier zur Selbstversorgung und zur Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz vorgestellt.
Bei der Auswahl der Projekte konnten die Verantwortlichen in Suhl geradezu aus dem Vollen schöpfen. Derzeit gibt es immerhin 120 private und städtische Solaranlagen mit geschätzten drei Megawatt Gesamtleistung, darunter 1,4 Megawatt im Solarpark auf der einstigen Deponie. Dazu kommen rund 70 Geothermie- - sprich Erdwärme - Anlagen mit etwa einem halben Megawatt Leistung. Nicht erfasst in der Statistik sind die Biomasseheizungen.
Gleichwohl, so betonte Jens Triebel, beschränke sich die Thematik der erneuerbaren Energien nicht auf die technische Umsetzung von Projekten. Die von der Stadt mit Partnern zweimal jährlich durchgeführten Energieferien oder die Arbeit des Kindersolarzentrums Prof. Solarius seien Beispiele dafür, dass auch auf dem Bildungssektor einiges getan werde. "Das ist ein wichtiger Faktor mit Blick auf die ökologischen Fragen der Zukunft", sieht es Triebel.
Für Brigitte Wurschi ist es wichtig, so viele Menschen wie möglich zu erreichen. "Klimaschutz in der Kommune muss von den Bürgern mitgetragen werden. Nur so können wir wirklich etwas bewegen", sagte sie. Neben dem bereits eingesetzten Umdenken und der gesellschaftlich-politischen Willensbildung stehe nun das gemeinschaftliche Handeln an. "Jeder kann sich einbringen", stellte Wurschi fest.
Die Stadt Suhl werde auch weiterhin Potenziale zur Nutzung erneuerbarer Energien erkunden und erschließen, kündigte Jens Triebel an. Voraussetzung dafür sei eine kaufmännisch-betriebswirtschaftlich verantwortbare Darstellung. Neben der Nutzung von Dächern weiterer Gesellschaften mit städtischer Beteiligung für Solaranlagen, wie etwa der GeWo oder der Suhler Werkstätten, arbeite die Stadt derzeit an der Realisierung zweier Standorte zur Wasserkraftnutzung. So wird nach den Worten von Muthard Weise, Energiebeauftragter der Stadtverwaltung, von einem Ingenieurbüro derzeit eine Machbarkeitsstudie für zwei Kleinwasserkraftanlagen an der Lauter am Wasserfall in der Döllstraße und am Absturz an der ehemaligen Intertank-Kreuzung erarbeitet. Über ein Aggregat ähnlich der Archimedes-Schnecken könnte dort die Wasserkraft ohne Gefahr für den Fischbesatz energetisch umgewandelt und der anfallende Strom für die Straßenbeleuchtung genutzt werden. Auch die Nutzung der Windenergie soll in Suhl nicht außen vor bleiben. Dazu wurde eine Windhäufigkeitsuntersuchung für das Stadtgebiet in Auftrag gegeben.
Anmeldungen interessierter Bürger für den Energietag am Samstag, 5. November, nimmt bis zum 31. Oktober Andreas Stenzel von der Stadtverwaltung unter 03681 / 74 26 49 entgegen.
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