zuletzt bearbeitet: 20.02.2012 07:27 Uhr
Text
Text
Der närrische Traum vom Rettungsschirm
Die Spuren der närrischen Weiber, die bis in den Samstagmorgen Büchsenball feierten, waren gerade beseitigt, da rief der SCV Ikalla seine Fans schon zum großen Galaabend.
-
Garde- und Showtanz wird bei der Ikalla seit jeher groß geschrieben. Was die Tanzgruppen - hier die Große Garde - auch dieses Jahr wieder auf die Bühne zaubern, hat Niveau und Klasse. Fotos (4): D. Fischer
-
Der Grieche Renaldo kam mit Rettungsring von der Insel Skandalos.
-
Die kleinsten Tänzer des Vereins voll in Fahrt.
-
Das Männerballett gewährte Blicke unter den Schottenrock.
Suhl - Man wird ja wohl mal träumen dürfen. Das dachten sich die Narren vom SCV Ikalla und spannten kurzerhand im Eingangsbereich ihrer Narrhalla im Simsongelände bunte Rettungsschirme auf. Und zwar für ihre Stadt. "Suhl, Stadt der Jugend", "Suhl schuldenfrei" und "60 000er Einwohner begrüßt" stand da zu lesen. Was für schöne Träume! Zum Galaabend am Samstag sollten sie vor vollem Haus für ein paar Stunden zur närrischen Realität werden.
Doch bevor es richtig losgehen konnte, starteten die Nahetaler als neu fungierende Hofkapelle mit einem Warm up. Aber nicht standesgemäß mit närrischen Liedern, sondern gewohnt volkstümlich. Bis Achim Hellmich offiziell verkündete: "59 Jahre Ikalla und kein Ende ist abzusehen. Kein Hedgefonds würde es wagen, auf den Niedergang der Ikalla zu wetten." Die Verkündung des Mottos "Wenn Narren träumen" übernahm Präsident Rudi Butkus und versicherte: "Narren träumen von vollen Sälen. Den haben wir heute."
In seiner Mottobütt nahm sich Achim Hellmich aktuelle Themen vor, die er genüsslich sezierte. Ungeschoren kam logischerweise der ehemalige Bundespräsident nicht davon. "Was haben ein Wolf und ein Wulff gemeinsam? Beide sind gefräßig. Der Eine, weil er es muss, um zu überleben. Der Andere, weil er es darf." Als der Büttenredner bereits mit einem Narrhallamarsch von der Bühne geleitet werden sollte, kam eine Eilmeldung aus der Nachbarstadt herein, die er unbedingt verkünden musste. "Soeben wurde von Standard & Poor's Zella-Mehlis auf Ramschniveau herabgestuft."
Schwarzgeld und Schwarzarbeit kennt jeder. Doch Schwarzlicht der emotionalsten Art dürfte für viele im Publikum neu gewesen sein. Dieser Auftritt, ganz in schwarz und weiß, war eine Kombination aus gespenstisch und sexy. Wer tanzte, das war nicht zu erkennen, wohl aber die leuchtenden Strümpfe, die Spitzenhöschen und die hüpfenden BH's. Zu den Klängen von "Zieh dich aus kleine Maus" ein gelungener Gag.
Auch Griechenland kam nicht an der Narrenfront vorbei. Die Ikalla hatte sich den Griechen Renaldo von der kleinen Insel Skandalos eingeladen. Er marschierte mit Rettungsring um den Hals ein, den er vom Kapitän der Costa Concordia erhalten hatte. Seinem Schlachtruf: "Bonus Gyros, Bonus Uso" fügte er hinzu "Moderne Politik ist die Fortsetzung der Privatgeschäfte mit öffentlichen Mitteln." Den ZWAS benannte er in "Zweckverband für Wucherer und Abzocker Suhl" um und empfahl "Lieber Euro tragen nach EU als nach Zella-Mehlis."
Die Schotten kommen
Zum Thema OB-Wahl bekamen alle drei Kandidaten ihr Fett weg. Als Empfehlung schlugen die Narren einen Suhler Unternehmer vor und tönten: "Im grünen Wald die Rücker-Stadt, die so viele Ruinen hat."
Aschenputtel, ganz neu inszeniert, hatten die Weight Watchers. Dafür erschufen sie ein wunderschönen Bühnenbild und noch viel interessantere Kostüme.
Spätestens beim Auftritt des schottischen Männerballetts stellte sich die Frage: "Ist unter dem Schottenrock wirklich nichts?" Natürlich ist was drunter! Weiße Schlüpfer mit angenähtem Plissee an der pikantesten Stelle. Und da drunter? "Für die einen ist es Duplo, für die anderen die größte Enttäuschung der Welt", kommentierte Rudi Butkus die schreckliche Wahrheit. Dieser kam schließlich mit seiner frechen Handpuppe Sighart auf die Bühne. Ein gekonnter Witz jagte nach dem anderen durch die Narrhalla. Denn was Rudi nicht sagen darf, das plappert sein Kompagnon frei heraus. Auf die Frage an den rothaarigen Schelm, wo er denn seine Frau kennengelernt hätte, antwortete dieser. "Auf dem Maskenball. Ehe ich mitgekriegt habe, dass die gar keine Maske aufhat, waren wir schon verheiratet."
Auch in Sachen Tanzgruppen ist die Ikalla bestens bestückt. Die Kleinsten, die sich ab sofort "Jelly Babys" nennen, führten ihre Gäste ins Abenteuer- und ins Wunderland. Spitzenklasse, was die Jungs und Mädels boten. Fabian war mit seinen fünf Jahren der Jüngste und gab einen gut gelaunten Hasen ab. Gleich zwei Tanzmariechen können die Ikallesen über die Bühne wirbeln lassen. Vor den Rockladys, als mittlere, ebenso wie der großen Tanzgruppe, muss man den Hut ziehen. Was sie gezeigt haben, hat echte Klasse. Zum Finale standen schließlich mehr als 100 Tänzer auf der Bühne.
Übrigens kann bei Antenne Thüringen noch bis heute, 11.11 Uhr, für das Ikalla Männerballett gevotet werden. Also ran an den Computer und den schottischen Tänzern zum wohlverdienten Sieg verhelfen!
Diesen Artikel
|
|||||
Die neuesten Kommentare
Ȇbersicht Suhl
Ein Festpaket für Groß und Klein lockt in die Stadt
Am Wochenende geht's rund in Suhl. Die Stadt hat mit vielen Partnern ein Festpaket für Groß und Klein geschnürt. Das Mammutprogramm bietet Kultur, Unterhaltung, Kulinarisches, Sport und die Krönung des Bratwurstkönigs. »mehr
Premiere: Tauffest im Waldtheater
Der Evangelische Kirchenkreis feierte gestern mit 20 Täuflingen und einer großen Gästeschar ein besonderes Tauffest. Die... »mehr
"Die Party ist der Hammer!"
Größer als ihre Vorgängerinnen sollte sie werden die diesjährige Schwarzbiernacht. Das hat offensichtlich geklappt, auch... »mehr
Fünf Mark und ein Besuch in der Silly-Garderobe
Das hätten sie nicht zu träumen gewagt - ein Treffen mit Silly und Anna Loos. Für vier Suhler gab es mit einem Meet and ... »mehr
Das könnte Sie auch interessieren
Party
Nachrichten
Sport
Gelesen
Kommentiert
Bewertet
Magazine
Umfrage









































