zuletzt bearbeitet: 17.02.2012 15:31 Uhr
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Plan B für Museum gefordert
Während die Bauarbeiten am Spielzeugmuseum voran gehen, blitzt Nachbar Joachim Schede mit einer einstweiligen Verfügung ab und im Kreistag zweifelt Jörg Stricker, ob die Pläne ganz zu realisieren sind.
Sonneberg - Einen Plan B für das Deutsche Spielzeugmuseum forderte am Mittwoch im Kreistag Jörg Stricker (SPD). Er meinte, angesichts der finanziellen Lage im Land und im Landkreis werde es nie zu den weiteren geplanten Bauabschnitten kommen. Der Altbau werde unsaniert neben dem Neubau stehen. Und damit sei das Museum nicht zukunftsfähig. Insgesamt fehlte Stricker eine Konzeption für den Landkreis, welche die Richtung vorgebe. "Mir kommt jeder Haushalt wie ein Ausflug ins Blaue vor", sagte Stricker. Er forderte, mit dem Museum endlich klar Schiff zu machen.
Ihm wurde allerdings entgegen gehalten, dass die Fördermittel für das Deutsche Spielzeugmuseum jetzt oder nie wieder fließen werden.
Zurzeit laufen am Deutschen Spielzeugmuseum Sonneberg die Abrissarbeiten des Verbindungsbaus, die laut Landratsamt Sonneberg mit Kosten in Höhe von 33 000 Euro eingeplant sind. Sofern es die Witterung zulässt, soll der Abbruch bis Ende Februar abgeschlossen werden. Ab Mitte März könnten nach planmäßigem Verlauf die Rohbauarbeiten für den ersten Bauabschnitt beginnen. Der Landkreis hat in der Sitzung am Mittwoch die Vergabe weiterer Bauleistungen beschlossen. Insgesamt umfasst der erste Bauabschnitt die Erweiterung des Deutschen Spielzeugmuseums um einen Neubau anstelle des bisherigen Verbindungsbaus, der einen konservatorisch geeigneten Schauraum für die Schaugruppe "Thüringer Kirmes" sowie zentrale Servicefunktionen beinhaltet. Der Neubau schafft außerdem einen barrierefreien Zugang, verbessert den Brandschutz und sichert die bauliche Voraussetzung zur Einbindung der Alten Handelsschule in das Gesamtkonzept.
Die Sanierung und Erweiterung des Deutschen Spielzeugmuseums Sonneberg wird im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung gemeinsam von Landkreis und Stadt Sonneberg getragen.
Unterdessen ist Villa Amalie-Besitzer Joachim Schede vorerst mit einem Antrag zu seiner Klage gegen den Anbau des Spielzeugmuseums abgeblitzt.
Die 5. Kammer des Verwaltungsgerichts Meiningen hat den Eilantrag eines Nachbarn abgelehnt, mit dem er sich gegen die Baugenehmigung für die Erweiterung des "Deutschen Spielzeugmuseums" in Sonneberg wehrt. Darüber informiert der Richter am Verwaltungsgericht Ulrich Läger. Der Antragsteller ist benachbarter Eigentümer der unter Denkmalschutz stehenden "Villa Amalie", die sich in unmittelbarer Umgebung zum Baugrundstück des "DeutschenSpielzeugmuseums" befindet. Joachim Schede befürchtet, dass der Erweiterungsbau im rückwärtigen Gartenbereich des Museums die Denkmalwürdigkeit seines eigenen Anwesens beeinträchtigt. Außerdem befürwortet Schede eine Gestaltung des Museumsgartens, für die er den garten der Villa Amalie mit einbringen will. (Wir berichteten).
Das Verwaltungsgericht hat in seinem Beschluss festgestellt, dass sich der betroffene Nachbar zum Schutze seines Eigentums auch auf die Belange des eigentlich nur im öffentlichen Interesse liegenden Denkmalschutzes berufen könne. Unbedingte Voraussetzung dafür sei jedoch, dass sein eigenes Kulturdenkmal erheblich und unzumutbar in seinem Denkmalwert beeinträchtigt werde. Das hat das Gericht verneint, weil der Museumsbau zwar auch Auswirkungen auf das Grundstück des Antragstellers habe, die Ausstrahlungwirkung der "Villa Amalie" dadurch aber nicht schwerwiegend entwertet oder gar insgesamt verloren ginge.
Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig, der Antragsteller hat die Möglichkeit Beschwerde beim Thüringer Oberverwaltungsgericht einzulegen. Joachim Schede wollte sich gegenüber unserer Zeitung " aus Rücksicht auf die Zusammenhänge in der Politik" nicht dazu äußern, ob er dieses Rechtsmittel ausschöpft.
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