zuletzt bearbeitet: 07.01.2012 09:59 Uhr
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Ohne Bescheid kein Schild
Mit dem neuen Namen am Ortseingang kann es noch etwas dauern. Die Verkehrsbehörde muss die Schriftzüge Stadt Neuhaus in Steinheid und Frankenblick erst noch freigeben.
Neuhaus am Rennweg/Frankenblick - Auf der Straße ist alles noch beim Alten. Frankenblick ist auf den Ortseingangsschildern ebenso wenig ein Thema, wie die Stadt Neuhaus am Rennweg auf solchen im Neu-Stadtteil Steinheid. Dabei ist alles schon klar. "Auf den Schildern der Ortsteile erscheint der Name des Ortsteils, darunter Gemeinde Frankenblick und dann Landkreis Sonneberg", sagt Rainer Blechschmidt, Hauptamtsleiter in der Verwaltung Frankenblick. Ähnlich ist die Situation in Neuhaus am Rennweg. Dort gab es sogar einen eigenen Entwurf für das neue Schild.
Landratsamt ist am Zuge
Es könnte also losgehen mit den neuen Schildern - eigentlich. "Ohne verkehrsrechtliche Anordnung geht es nicht", sagt Sabine Höhn, Hauptamtsleiterin der Stadt Neuhaus am Rennweg. So einfach dürfe nämlich an Verkehrszeichen - und ein solches sei auch das Ortseingangsschild - nichts geändert werden. Dafür ist die Verkehrsbehörde im Landratsamt zuständig. Erst wenn von dort die Bescheide verschickt sind, gehts an die Schilder. "Die verwaltungsrechtliche Anordnung ist im Laufen", sagt Landkreis-Sprecher Michael Volk. In den nächsten Tagen werden die Bescheide herausgehen.
Dabei können sich sowohl die Stadt Neuhaus am Rennweg, wie die Gemeinde Frankenblick beruhigt zurücklehnen. "Für die Schilder sind die Straßenbaulastträger verantwortlich", erklärt Volk. Übersetzt aus dem Amtsdeutsch heißt dies: Wer für Straßenbau, Schlaglöcher und Fahrbahnmarkierung zuständig ist, der muss sich auch um die gelben Schilder kümmern.
"Bei Steinheid betrifft dies nur Bundes- und Landesstraßen", sagt Hauptamtsleiterin Höhn. Die Schilder müssen dort sowohl an der B 281 wie an den Landesstraßen nach Steinach, Scheibe-Alsbach und Schalkau geändert werden. Kommunalstraßen seien vom Umschreiben der Namen nicht betroffen. "Wenn das Schreiben aus dem Landratsamt Sonneberg vorliegt, werden wir das Notwendige veranlassen", sagt Peter Lehniger vom Straßenbauamt Südwestthüringen in Zella-Mehlis. Die Mitarbeiter der Behörde werden sich aber nicht nur um Steinheid kümmern müssen, sondern auch um Ortseingangsschilder an einigen Straßen in den Ortsteilen von Frankenblick. Neben der B 89 sind es dort die Landesstraßen von Mengersgereuth-Hämmern nach Steinach sowie von Almerswind über Grümpen und Rauenstein nach Theuern. Mit im sprichwörtlichen Boot ist zwischen Rauenstein und Mengersgereuth-Hämmern aber auch der Landkreis, denn in der neuen Gemeinde gibt es vier Kreisstraßen.
"Wo möglich, werden wir keine neuen Schilder anfertigen lassen, sondern den Schriftzug Gemeinde Frankenblick mit einer Folie auf die alten Schilder kleben", sagt Pressesprecher Volk. Für den Landkreis sei dies keine unerhebliche Größe, denn ein neues Schild koste um die 450 Euro. Alleine in der Gemeinde Frankenblick seien von den Änderungen 19 Ortseingangsschilder betroffen. "Ein Aufkleber ist da weitaus günstiger", schätzt Volk ein.
Mit beschleunigter Umsetzung rechne er jedenfalls nicht. Denn bei entsprechender Größenordnung müsse der Auftrag auch ausgeschrieben werden. Ganz so einfach gestalten sich Eingemeindungen und Fusionen auf den Schildern also nicht.
Und dabei rechnet Volk auch schon mit ungeahnten Nebenwirkungen. "Neue Schilder werden gerne auch entwendet", sagt Volk. So wurde in der Stadt Gera an einer Stelle das Schild gleich mehrfach heimlich entfernt. Einige Gemeinden sind schon dazu übergegangen, vorsichtshalber das Ortseingangsschild zum downloaden auf der Homepage anzubieten.
Trophäenjäger
Einschlägige Erfahrungen konnte auch der Landkreis Sonneberg bereits machen. Am 3. Oktober 1990 ließ der Landkreis an der Gebrannten Brücke zwischen Sonneberg und Neustadt bei Coburg ein Landkreiswappen aufstellen, das dann am 5. Oktober schon nicht mehr da war. Vorsichtshalber legte man damals eine Serie Landkreiswappen zum Verschenken und Kauf auf, wie andernorts Ortseingangsschilder.
Kauf und Verkauf der Schilder ist jedenfalls zu bevorzugen. Und schon gar nicht sollten Sammler mit Schraubenzieher des nächtens sich an den Schildern zu schaffen machen, denn das könnte maximalen Ärger geben. Wer ein Ortseingangsschild entferne, der begehe nicht nur einen Diebstahl, sondern einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, teilt die Sonneberger Polizei mit. Beides seien Straftaten und wären entsprechend zu verfolgen.
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