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In Kuckucks-Laune

Der Faschingsverein unterhielt am Samstagabend perfekt seine närrischen Untertanen und ließ mit zauberhaften Tänzen und lustigen Sketchen den Alltag vergessen.

Von Cathrin Nicolai
  • Siegfried Motschmann kam als seine Eminenz Kardinal Sixtinus Motschui
  • Nicht jeder fand bei der beliebten Fernsehsendung "Frau sucht Bauer" sofort seinen Traumpartner.
  • Nach dem Einmarsch präsentierten sich alle Kuckucke auf der Bühne und begrüßten ihre närrischen Untertanen mit einem kräftigen Kuckuck-Helau.
  • Das beste wie immer zu Schluss: Das Männerballett wurde von Gouvernante Schubine ganz schön gestriezt.
  • Die perfekte Verwandlung von der Putzfrau zur Lady in red schaffte Wolfgang Schott.
  • In der Küche gab es Verständigungsschwierigkeiten, denn nicht jeder konnte Sumbarcherisch. Fotos: camera900.de
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Sonneberg - Pünktlich um 20 Uhr setzte sich der bunte Zug des närrischen Kuckucks-Volks in Bewegung und marschierte zu den Klängen des Narhalla-Marsches in Richtung Bühne. Jetzt konnte es losgehen, das bunte Treiben, für das die Kuckucke bekannt sind. Anstrengende Wochen, so verriet Präsidentin Antje Dietrich, liegen hinter ihnen, in den denen gebastelt, genäht und geprobt wurde, um für einen Abend die Alltagssorgen zu entsorgen und der Alltags-Miene ein Schmunzeln zu entreißen. Doch das nicht ohne Grund, schließlich ist es für die Kuckucke das Größte, wenn alle lachen und Freude haben. "Dafür leben wir", gab die Präsidentin offen zu und freute sich, dass so zahlreiche Gäste ins Gesellschaftshaus gekommen waren. Dem konnten sich Prinzessin Claudia II. und Prinz III. nur anschließen. "Wir werden heute den Alltag auf den Kopf stellen", versprachen sie.

Nach der offiziellen Vereidigung, ohne die eine solche Sitzung gar nicht möglich ist, zeigten die Kleinen der Purzelgarde wie flott man die Beine schwingen kann. Ehrenpräsident Harald Müller nahm als Baron Münchhausen die große und kleine Politik auf die Schippe und Tanzmariechen Josi Müller bewies, dass man nicht nur zu Marschmusik sondern auch zur Popsongs von Abba zackig tanzen kann. Nicht ganz gereicht hatten die Kuckucks-Moneten für einen Papst-Besuch. Seine Eminenz Kardinal Sixtinus Motschini konnte es jedoch einrichten und fuhr im Papa-Mobil vor. Da er nur den einen deutschen Satz "Ich bin ein Sumbarcher" beherrschte, übersetzte Sakratärin Madame Christine seine Grußworte, "Salve Prominentis, Salve Dekandentis". Ganz korrekt war ihre Dolmetscherei jedoch nicht, musste doch seine Eminenz noch einmal nachhaken, als sie statt Cappuccino Bier als Getränk genannt hatte. Nachdem er seine elf Empfehlungen für die elfte Jahreszeit gegeben hatte, freute er sich auf die Übernachtung im Schlossberg. Doch seine Worte "Amore, Amore" stießen bei Moderatorin Doris auf wenig Zustimmung. "Ich geb dir Amore, daheim kriegst du kein Bein hoch", schickte sie ihn schnell weg. Kurze Zeit später verschwand die Bühne unter einem weißen Tuch. Erst eine Stimme aus dem Hintergrund erklärte, dass man nun in die Zeit, als Gott die Welt schuf, zurückversetzt wurde. Als Krönung seiner Schöpfung tauchte alsbald eine deutsche Putzfrau auf, die sich angesichts der Tatsache, dass es schon zwei Waschweiber gibt, zu Höherem berufen fühlte. Und tatsächlich - man traute seinen Augen kaum - wurde aus der deutschen Putzfrau eine Lady in red, die mit ihrem Charme jeden in ihren Bann zog.

"Was man unter so einem Kittel alles verbergen kann", staunte selbst Moderatorin Sylvia Otto, die sich von ihrer Kollegin Doris Motschmann gleich danach zu einer Spritztour im nigelnagelneuem Auto einladen ließ. Doch so richtig bekam ihr die Fahrt nicht, gab es statt einem Tacho nur einen schwarzen Kasten, aus dem eine freundliche Frauenstimme den beiden den Weg wies. Das war zu viel: "Seit wann lässt du dir denn was sagen?", konnte es Sylvia nicht fassen.

Stars durften nicht fehlen

Natürlich hatten die Kuckucke auch diesmal weder Kosten noch Mühe gescheut und hochkarätige Gäste eingeladen. Sofort in die Herzen der Fans sang sich der unvergessene Harpo, der barfuß tanzend seine Hits "Movie star" und "Summertime" präsentierte. Ein wenig Mühe hatte dagegen Inka Bause, die bei "Frau sucht Bauer" sechs Herzburschen an die Frau bringen wollte. An der Auswahl haperte es nicht, wohl aber an der Musik, wollte keines der neuen Pärchen den Maibaum- oder den Reifentanz bestreiten. Da waren Hardrockklänge schon besser, auch wenn man sich dabei recht schnell in die Wolle bekam. Doch Inka wusste Abhilfe. Nach dem Motto "Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich im Saal was besseres findet", luden sie und ihre Bauernpaare spontan zum Tanz ein. Dass Übung den Meister macht, stellten die Mädchen der Prinzengarde unter Beweis. Einmal als Purzel angefangen kamen sie vom Tanzen nicht mehr los und waren auch diesmal eine Augenweide. Jeder Schritt saß, die Choreographie passte bis ins kleinste Detail und man sah es den jungen Damen an, wie viel Spaß sie beim Auftritt haben.

Seit langem wieder einmal im Theater war ein älteres Ehepaar, das das moderne Haus immer wieder aufs Neue bewunderte. Doch plötzlich stieg ihr ein unangenehmer Geruch in die Nase. "Warst du das?", wollte sie von ihm wissen. Doch der stritt alles ab, beteuerte immer wieder, dass er sich geduscht und auch frisch angezogen hatte. Nur die alten Socken, die hatte er zur Sicherheit noch mal eingesteckt.

Nach der Stimmungsmusik mit der die Höner ihr Publikum in Schwung brachten, wurde es romantisch. Allerdings nur kurze Zeit, konnte es eine junge Frau, die mit ihrem Mann friedlich im Bettchen lag nicht fassen, dass er falls sie sterben sollte, eventuell noch mal heiraten würde. Ganz andere Sorgen hatte dagegen Küchenchef Peter. Seine zwei Köche trödelten noch beim Salat herum, doch das "Essen muss raus". Mit seinen Anweisungen "Schiäl die Ärpfel, mach in Zammet zerracht, brout die Dätsch, schlah die Eär na na Kacks" konnte einer der beiden partout nichts anfangen. Schließlich löste der andere das Geheimnis: "Er kann wie 81 Millionen Menschen auch kein Sumbarcherisch". Gut, dann muss er jetzt zu den Anfängerkursen, die Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr am Wunders Hüttla laufen. Nicht nur tanzen sondern auch singen kann Robert Eberth, der es nicht fassen konnte, dass seine Frau so "komisch anzusehen ist". Während manch anderes Schiff untergegangen ist, macht das des Tanzprojektes noch volle Fahrt, wie die flotten Matrosen und Matrosinnen bewiesen. Frieda und Hulda sinnierten wieder einmal über die Beamten und ihre Männer, bevor sie das Letzte - nein natürlich das Beste - ankündigten: Das Männerballett. Als Gardemädchen hatten sie diesmal unter ihrer strengen Gouvernante Schubine nur wenig zu lachen, doch das sollte sie nicht davon abhalten, wie immer kräftig für Stimmung zu sorgen.

Nach drei Stunden war es geschafft. Die Akteure waren dankbar, dass alles reibungslos klappte und das Publikum dankbar für eine tolle Sitzung, die alles bot. Spaß, Frohsinn und gute Laune wollten die Kuckucke verbreiten. Das ist ihnen an diesem Abend bestens gelungen.

    
    

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