zuletzt bearbeitet: 22.02.2012 10:24 Uhr
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Aschermittwoch für die CDU
Der politische Aschermittwoch dient mit seinen deftigen Reden in Bierzelt-Atmosphäre dazu, die eigenen Reihen zu schließen, Parteianhänger zu motivieren und den politischen Gegner zu verunsichern. Die CDU des Landkreises Sonneberg hätte einen solchen nötig, denn wie ihr Parteitag unlängst zeigte, ziehen die Christdemokraten zwischen Bachfelder Berg, Schönberg und Bellershöhe in Sachen Gebietsreform nicht unbedingt an einem Strang. Freies Wort sprach darüber mit dem nach harter Debatte wiedergewählten Kreisvorsitzenden Thomas Thömmes.
Herr Thömmes, wenn auch die Grenze für die Selbstständigkeit einer Gemeinde noch bei 3000 Einwohnern liegt, zieht die nächste Gemeindegebietsreform herauf. Welche Line fährt die CDU im Landkreis?
Die im Gesetz fest geschriebenen 3000 Einwohner pro Gemeinde zeigen uns im Landkreis Sonneberg nur eines, dass sich noch zwei Gemeinden anderen Gemeinden oder Städten anschließen müssen.
Die SPD hat doch aber schon die 5000er-Grenze ins Spiel gebracht...
Eine Diskussion über eine neue Gemeindegebietsreform kenne ich nicht und möchte ich auch nicht spekulieren.
Die jetzige Grenze mit 3000 Einwohnern halte ich für richtig und finanziell machbar. Eine Stärkung der Kreisstadt ist für mich sehr wichtig. Dies würde zu einem besseren Erhalt des Kreis-Status führen.
Den Bürgern der betroffenen Gemeinden müssen Angebote für die nächsten zehn bis 15 Jahre gemacht werden. Hier muss die Infrastruktur im Vordergrund stehen. Erhalt von Schulen, Kindergärten, Winterdiensten usw. Das ist für die Bürger sehr wichtig. Die Bürger wollen planbare Zukunftsaussagen und keine Experimente.
Welchen Zuschnitt wünscht sich die CDU für die Städte und Gemeinden?
Ich wünsche mir natürlich eine starke Kreisstadt Sonneberg mit ihren angrenzenden Gemeinden und Städten, die stabile und finanzielle Überlebenschancen für die nächsten zehn bis 15 Jahre haben.
Der Landkreis Sonneberg mit seinen Städten und Gemeinden braucht sich in Thüringen absolut nicht zu verstecken. Fleißige Bürgermeisterinnen und Bürgermeister erwirtschaften die Überlebensfähigkeit der Städte und Gemeinden. Unsere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister müssen mit den vorhandenen Mitteln gut wirtschaften. Das ist eine große Herausforderung für die nächsten Jahre. Die Wirtschaft im Landkreis Sonneberg ist echt stark, die Arbeitslosigkeit so gering wie nie zuvor - darauf können wir sehr stolz seinen.
Wie stellt sich die CDU darauf ein, dass sich Bürgermeister in der Reform in die Quere kommen, die beide Christdemokraten sind, wie dies bei den Auseinandersetzungen zwischen Sonneberg und Frankenblick der Fall war und die Bürgermeister von Parteifreunden zu Feinden wurden?
Die CDU ist im Landkreis Sonneberg die stärkste politische Kraft. Sie stellt die meisten Bürgermeister im Landkreis. Das es da verschiedene Meinungen oder Interessen gibt und geben wird, ist in einer lebendigen Partei wie die CDU nicht wegzudiskutieren. Aber eines ist klar: Bürgermeister dürfen sich keine Auseinandersetzung über die Medien leisten.
Verlierer sind dann, nach meiner Meinung, beide, und die Bürger werden verunsichert. Man muss im Vorfeld eine Diskussion innerhalb der CDU führen und eine Meinung finden, die für alle verträglich ist. Das geht aber nur gemeinsam.
Wie sehen Sie das Verhältnis von Kreisstadt und Umlandgemeinden? Der Sonneberger Ortsverband hat Ihnen ja zur Kreisparteitag vorgeworfen, Sie täten zu wenig für die Kreisstadt und zeigen keine Führungsstärke.
Frau Hunka, ich muss Sie hier berichtigen: Nicht der Sonneberger Ortsverband hat vorgeworfen ich würde zu wenig für die Kreisstadt tun, sondern der Sonneberger Ortsvorstand.
Der Sonneberger Ortsvorstand besteht aus 9 CDU-Mitgliedern und der Ortsverband aus 105 Mitgliedern. Der Sonneberger Ortsvorstand hatte nicht das Votum seiner Mitglieder. Ich war sieben Jahre Ortsvorsitzender vom Sonneberger Ortsverband und kenne seine Mitglieder.
Der Punkt ist aber eines: Ein Kreisvorsitzender ist Vorsitzender vom gesamten Landkreis Sonneberg und nicht nur für die Stadt. Und das Votum der Bürger hat für mich eine hohe Priorität.
Zu meiner Führungsstärke möchte ich sagen: Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Nun, wenn ich meine ehrenamtliche Arbeit in der CDU betrachte, ist das im Vergleich sicherlich nicht die schwächste. Es gibt im gesamten Kreisvorstand auch viele Mandatsträger der CDU, die auch noch ganz klar einen Zahn zulegen könnten.
In den nächsten zwei Jahren werde ich mehr vom gesamten Vorstand fordern als wie bisher. Der Vorstand hat auch gute Leute, und wir werden auch gute Arbeit leisten. Die Arbeit muss auf mehrere Schultern verteilt werden, nur so können wir die bevorstehenden Aufgaben meistern.
Was ist Ihnen persönlich für Ihre Partei vor den kommenden Kommunalwahlen wichtig?
Guten und fairen Wahlkampf zu führen. Wir können nur unsere Stärke im Landkreis behalten, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Unsere Kandidaten auf den CDU-Listen im gesamten Landkreis Sonneberg haben gute Voraussetzungen, ihren Wahlkampf zu gewinnen. Die CDU-Kommunalpolitik kann sich sehen lassen, wir müssen uns absolut nicht verstecken. Unsere Erfolge müssen wir noch besser verkaufen wie bisher. Denn eines ist klar: Unsere Infrastruktur, Arbeitslosenquote usw. ist kein Zufall, sondern harte Arbeit.
Interview: M. Hunka
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