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Aller Anfang ist schwer

Mit großer Euphorie, aber auch mit einem Eklat startete der neue Verein "Sonneberg aktiv" in die Öffentlichkeit.

Von Stefan Löffler
  • Das Logo des neuen Vereins. Repro: camera900.de
  • Mittwochabend im Großen Saal des Rathauses: Der Verein "Sonneberg aktiv" ging erstmals an die Öffentlichkeit (hier einige Mitglieder; links: die Vereinsvorsitzende Karola Matz, die sogleich viel zu tun bekam). Foto: camera900.de
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Sonneberg - Der große Rathaussaal war gut gefüllt am Mittwochabend. Trotz der schneidenden Winde, die um Sonnebergs Verwaltungszentrale tobten, und der nahezu sibirischen Kälte fanden viele den Weg zur ersten Großveranstaltung des neuen Vereins "Sonneberg aktiv". Mit seiner Bildung hat sich die bisherige Aktionsgemeinschaft Sonneberger Innenstadt aufgelöst. Diese war ohnehin in den vergangenen Jahren immer mehr geschrumpft. Und ihre Arbeit hatte sich auf immer weniger Aktive konzentriert.

Über einen Neuanfang wurde schon lange diskutiert - auch mit der Stadt. Nun, im neuen Jahr, will man durchstarten. Der Vorstand hat sich bereits konstituiert: 1. Vorsitzende ist Karola Matz, 2. Vorsitzender Martin Backert, Kassierer Karl-Heinz Wahl, Schriftführerin Kathrin Kühne. Weiterhin gehören dem Vorstand an: Angelika Oberender, Ines Triebel und Nicole Ehrhardt. Noch im Februar soll die Eintragung ins Vereinsregister erfolgen. Martin Backert: "Mitte März wollen wir dann die Internetseite des Vereins - www.sonneberg-aktiv.de - freischalten."

Erweiterter Personenkreis

Wie Carola Matz einleitend erklärte, sind Hauptziele des Vereins, "das Ansehen der Stadt und den unternehmerischen Erfolg zu stärken". Man wolle Sprachrohr der Unternehmen des Handels, des Dienstleistungs- und Gastro-Gewerbes sein. Angestrebt werden die Belebung der Innenstadt und eine einheitliche Werbestrategie. Ein wichtiger Aspekt ist zudem, dass der neue Verein sich auf einen erweiterten Personenkreis stützen will. Konnten im alten nur Innenstadthändler Mitglied werden, so im neuen - wie es in der Satzung heißt - "natürliche und juristische Personen, die ihren Sitz oder eine Niederlassung oder Filiale im Stadtgebiet von Sonneberg haben".

Als nächstes stellte Matz' Stellvertreter Backert das Logo des Vereins vor. Die Streifen, die den Schriftzug "Sonneberg aktiv - Innenstadtleben bewegen" bekrönen, erinnern an die Strahlen einer scheinenden Sonne. Die Mehrfarbigkeit dieser "Strahlen" soll gleichzeitig die Vielfalt der Aktivitäten verkörpern, die der Verein entfalten will, erläuterte Backert. Dieses Logo wird auch einen Aufkleber zieren, der dann alle Geschäfte kennzeichnet, die mitmachen.

Einkaufsgutscheine

In der zweiten Märzhälfte sollen dann die vom Verein mit Hilfe der VR-Bank Coburg und der Sparkasse Sonneberg aufgelegten Einkaufsgutscheine des Vereins vorgestellt und beworben werden.

Unverständnis bekundet

So weit so gut. Aufmerksam verfolgten auch die erschienenen Nichtmitglieder die Ausführungen der Vereinsspitze. Dann aber wurde seitens der Veranstalter erklärt, dass man nun Mitglied werden könne. Diejenigen aber, die keinen Aufnahmeantrag ausfüllen wollen, möchten hingegen doch bitte den Saal verlassen, da die Veranstaltung nun in ihren nichtöffentlichen vereinsinternen Teil gehe.

Einige im Saal glaubten zunächst, sich verhört zu haben. Andere reagierten auf diese Ankündigung - nach dem sage und schreibe nur 12 Minuten langen öffentlichen Teil - gereizt und mit Unverständnis. "Das ist ja eine seltsame Art, sich um Mitglieder zu bemühen", schimpfte Klaus Scheler-Eckstein - für den dies die erste Veranstaltung war, um sich über den neuen Verein grundsätzlich zu informieren - und ging. Viele folgten seinem Beispiel. Jemand zerriss draußen sogar die Vereinssatzung, die zuvor noch verteilt worden war. So leerte sich der Saal zur Hälfte. Und von den Zurückgebliebenen waren wiederum die Hälfte Vertreter der Stadtverwaltung beziehungsweise des Landkreises, von Banken und der Industrie- und Handelskammer.

Als Backert den nichtöffentlichen Teil damit einleitete, die Veranstaltungsplanungen des neuen Vereins für 2012 zu erläutern, konnte sich Hans-Peter Schmitz, der hauptamtliche Beigeordnete der Landrätin, der Frage nicht enthalten: "Nun sagen Sie mir, weshalb das, was Sie uns jetzt mitteilen, im nichtöffentlichen Teil geschieht? Das sind doch Dinge, die ohnehin bekannt gemacht werden." Hatte Backert doch die Veranstaltungen aufgezählt, die sich bisher schon bewährten und auch 2012 stattfinden sollen - nun noch um ein Kinderfest auf dem Pikoplatz (Juni) und ein zweites Moonlight-Shopping mit einer Art angeschlossenem Kneipenfest (Oktober) ergänzt.

Backert verwies darauf, dass man in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht habe, dass der Teil derjenigen, die für die Veranstaltungen die Arbeit leisten und sie finanzieren klein war, die Zahl derjenigen, die sich nur als Nutznießer ranhängten hingegen groß. Das wolle man zukünftig vermeiden, wolle dadurch auch effektiver arbeiten. Bürgermeisterin Sibylle Abel sagte mit Blick auf den Unmut, mit dem mancher den Saal verlassen hatte und bezüglich des von Backert erklärten: "Sicherlich ist das jetzt etwas blöd gelaufen, aber die Erfahrung zeigt, dass dies wohl nicht anders machbar ist." Sie begrüßte die Erweiterung des Mitgliederspektrums und verwies darauf, dass die Stadt - vor allem infrastrukturell - gute Rahmenbedingungen für Veranstaltungen bieten könne. Für einen, vom neuen Verein angeregten City-Manager, plane die Stadt einen Zuschuss von 3 000 Euro. Backert: "Wir haben für solchen City-Manager bereits eine Ausschreibung getätigt. Mit dem Zuschuss der Stadt wird es leichter, einen solchen beschäftigen zu können."

Landtagsabgeordnete und Stadträtin Beate Meißner (CDU) verwies darauf, dass es neben dem in Aussicht gestellten städtischen Zuschuss noch Möglichkeiten zur Beantragung von Fördermitteln gebe. Hierbei werde sie den neuen Verein, so gewünscht, tatkräftig unterstützen.

Backert fragte auch Tony Döring, den Vorsitzenden von "Sonneberg beleben und erleben", ob man seitens des neuen Tourismusvereins mit Unterstützung rechnen könne. Döring: "Grundsätzlich ja, aber da bedarf es eines Zusammensetzens."

Versucht, Wogen zu glätten

Indessen hatte sich die Vereinsvorsitzende Karola Matz vor die Saaltür begeben, um draußen mit denen zu diskutieren, die wütend und empört über das abrupte Ende des öffentlichen Teils der Veranstaltung waren und sich ihres Unmuts Luft machten. Nach ihrer Rückkehr verkündete sie, dass sie versucht habe, zu erklären, weshalb man so verfuhr. Und das man im Nachgang nochmals mit den Leuten reden will. Dennoch: In Facebook schlugen die Wogen der Diskussionen über das am Mittwochabend Geschehene hoch. User Nikolai Knoll beispielsweise schreibt unter anderem: "So schnell wie da musste ich noch nie den Raum verlassen. Dabei hab' ich nicht mal was gesagt..." Potentielle Anwärter für eine Mitgliedschaft sehen sich im Voraus vergrault. Die Ziele des Vereins findet zudem mancher als noch zu nebulös erklärt. Es war kein guter Startschuss für den neuen Verein. Aber aller Anfang ist schwer.

    
    

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Die neuesten Kommentare

aller anfang ist schwer

von nobiel am 03.02.2012 13:33
wo ist die stell als city-manager ausgeschrieben ????? ich möchte mich bewerben!!!
(0)

aller anfang ist schwer

von nobiel am 03.02.2012 11:12
es sollten blanko mitgliedschaften unterschrieben werden 120 € jahresbetrag plus 50€ je veranstaltug ob es 3 oder 20 veranstaltungen sind keine ahnung??? wir sind nicht mehr die DDR wir dürfen unserre meinung sagen aber nicht bei der veranstaltung.das kam ein rausschmiss gleich.wer hat die rechte für das logo der verein oder amadeus die rechte des vereinslogos muss der verein bsitzen sonst kann sich herr bachert die taschen voll machen.
(0)
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