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Wolf fordert Koch heraus

Karl Koch bekommt einen starken Konkurrenten: CDU und Freie Wähler in Brotterode-Trusetal haben am Freitag den parteilosen Ulrich Wolf einstimmig zum Bürgermeister-Kandidaten nominiert.

Von Thomas Heigl
  • Michael Hänsel (stehend) leitete die Versammlung, bei der Ulrich Wolf (3. v. l.) einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten nominiert wurde.
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Brotterode-Trusetal - Keine markigen Worte, aber ein mächtiger Rückhalt: Die Volkspartei und die Bürgervereinigung haben zur Nominierungsveranstaltung im Hotel Quelle keinen Zweifel daran gelassen, dass sie Wolf mit voller Kraft auf seinem Weg ins Bürgermeisteramt unterstützen wollen. "Wir werden alles tun, damit er auch in Trusetal bekannt und Bürgermeister wird", versprach Henry Anacker, der Fraktionschef der Freien Wähler. Dabei will die Wählergemeinschaft zum großen Teil auf das Know how zurückgreifen, das sie 2009 mit fünf Vertretern in den Gemeinderat Trusetal katapultiert hatte. Und der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Michael Hänsel, am Versammlungsabend zum Ortsteilbürgermeisterkandidaten gekürt, wies darauf hin, dass seine Partei Wolf den Vorzug gegeben hatte, gegenüber einem ebenfalls zur Verfügung stehenden Christdemokraten. "Beides wird schwer: Die Wahl und später auch das Amt", bekräftigte Wolf in der Versammlung, die von Sachlichkeit und auch Fairness gegenüber Amtsinhaber Karl Koch (Die Linke) geprägt war.

Wolf, über den sich beide Fraktionen ohnehin im Grundtenor einig waren, traf auch zur Wahlkür den passenden Ton. Seine Anmerkung, er habe Betriebswirtschaft in Jena studiert und sei jetzt Kostenrechner, den man heutzutage auch als Kontroller bezeichne, kommentierte CDU-Urgestein Walter Rehdanz: "Das ist ein Segen." Und auch Helmi Storch von den Freien Wählern, ein pensionierter Medizinprofessor, der auch gerne den kommunalen Haushalt durchleuchtet, sieht Wolf von Berufs wegen klar im Vorteil. Man könne im Vermögenshaushalt der Stadt nur dann besser werden, wenn der Verwaltungshaushalt durchforstet werde. Zudem dürfe es dem Bürgermeister Wolf leichter fallen, sich weiteres Fachwissen bei Lehrgängen anzueignen.

Wolfs Erwerbsbiografie ist typisch für die Wendezeit. Eher untypisch ist, dass er wieder in die Heimat zurückgekommen ist. Der 42-Jährige hat nach dem Studium acht Jahre lang im Saarland bei der Robert-Bosch GmbH gearbeitet, später dann in Lohr am Main. Heute fährt der bei einer Bosch-Tochter Angestellte als Tagespendler von Brotterode nach Schweinfurt zur Arbeit. Der verheiratete Vater zweier Kinder hat in beiden Teilen der Doppelstadt Wurzeln. Seine Mutter stammt aus Brotterode, sein Vater aus Laudenbach.

Ein politisches Bewerbungsschreiben kann Wolf, für den eine Bürgermeisterkandidatur vor vier Wochen noch unvorstellbar war, zwar nicht vorlegen. Aber ein hohes Interesse an Kommunalpolitik. Das belegen die fast lückenlosen Besuche in den Brotteroder Stadtratssitzungen und auch Stippvisiten im Trusetaler Gemeinderat.

"Ich werde ab morgen richtig Gas geben", versicherte der Kandidat, der es bemerkenswert findet, das CDU und Freie Wähler ihn gemeinsam aufstellen, am Freitag.

CDU-Mann Rehdanz sieht in den Senioren eine besonders wichtige Wählergruppe. Aus seiner Sicht gilt es, eine hohe Wahlbeteiligung anzustreben. "60 Prozent der Bürger müssen wählen gehen, wenn es klappen soll."

Antje Dietz von den Freien Wählern meinte, man solle Amtsinhaber Koch an seinen Zielen messen. Stadtrat Storch betonte: "Wir müssen an unseren Stärken arbeiten und nicht von den Fehlern des anderen leben." Und Fraktionschef Anacker regte an: "Wir werden mit unserem Kandidaten in die Vereine gehen."

Wolf, der sich auch in den Leserbriefspalten dieser Zeitung öfters zu Wort gemeldet hatte, soll auch in Trusetal bekannt werden.

"Alles, was über 50 Prozent ist, bedeutet, dass wir es geschafft haben", bekräftigte Hänsel.

Als Rehdanz fragend in den Raum stellte, es sei nicht bekannt, wie sich die SPD positioniere, zog Storch den Umkehrschluss: "Darin steckt eine Botschaft. Sie hätte einen Kandidaten aufgestellt, wenn nicht wir."

    
    

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