zuletzt bearbeitet: 20.02.2012 07:28 Uhr
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Wie aus Pastillen Schlangen werden
Interessante Einblicke in den Weg zum Abitur bot der Schnuppertag am Philipp-Melanchthon-Gymnasium. Eltern und Schüler informierten sich.
Schmalkalden - "Es ist eine ganz normale Schule, nichts Exotisches und ihr seid hier nicht allein", machte Schulleiter Matthias Schumann den vor ihm sitzenden Viertklässlern Mut. Zum Schnuppertag waren etwa 125 Schüler aus acht Grundschulen der Region gekommen, um sich einen Einblick in den Schulalltag am Philipp-Melanchthon-Gymnasium zu verschaffen. Zusammen mit Eltern und Großeltern konnten sie sich umschauen, Fragen stellen und sich über die Erfahrungen älterer Schüler informieren.
Zu einer achtjährigen Reise von der fünften Klasse bis zum Abitur wolle er sie einladen, sprach der Schulleiter. Dabei verwies er auch realistisch auf die Mühen, denn "eine Schule ohne Anstrengungen gibt es nicht". An die Eltern gewandt sagte Matthias Schumann, man wolle beim Schnuppertag nicht überreden, sondern vom besten und direktesten Weg zur Hochschulreife überzeugen. Beratungslehrerin Gaby Schmidt hielt mit Kollegen und Schülern ein umfangreiches Informationsprogramm parat, bei dem die Viertklässler Einblicke in den Alltag am Gymnasium erhalten konnten.
Neuntklässler der musisch-künstlerischen Klassen gestalteten ein kulturelles Programm, danach führte der erste Weg zum Probeunterricht in verschiedene Klassen. Gymnasiasten aus der Oberstufe betreuten die jungen Gäste und beantworteten ihnen bereits viele Fragen. So durften die Viertklässler im Fach "Mensch-Natur-Technik" (MNT) schon einmal durch das Mikroskop die Oberflächenstruktur einer Vogelfeder, eines Papiertaschentuches und einer Wasserpflanze erkunden. Unter Anleitung von Elftklässlern wurden dazu Präparate angefertigt.
Im Raum nebenan lautete das Thema "Chemie ist überall". Hier beschäftigten sich die Viertklässler mit den "Schlangen des Pharao". Christian Pehlert, Schüler der 12. Klasse, zeigte Oskar Holland zum Beispiel, wie die einzelnen Arbeitsschritte bei dem Versuch auszuführen waren. Im Experiment wurde Ethanol über Emser Pastillen gegossen und diese angezündet. Nach kurzer Zeit waren die Pastillen schwarz und bildeten eine oder mehrere "Schlangen". Zehn Minuten später kam der Prozess zum Ende und die "Schlangen" wuchsen bis zu einem Meter lang. Sie hatten eine poröse Struktur, waren federleicht und formstabil. Selbstverständlich waren die Schüler bei dem Experiment mit Brillen und Kitteln geschützt. So lernten sie gleich, dass es am Gymnasium klare Regeln gibt, die es einzuhalten gilt.
Außerdem gab es in den Fächern Mathematik, Deutsch, Geschichte, Englisch, Latein und Biologie Einblicke in den Unterricht. Für die erfolgreiche Teilnahme daran bekamen die Viertklässler Zertifikate. Weitere Informationen konnten sie auf dem Rundgang durch die Schule sammeln. Die Theatergruppe der Schule gab einige kurze Vorführungen, den Machern der Schülerzeitung konnte man beim Verfassen der "Sinnflut" über die Schulter schauen. Im Nassraum des Kellergeschosses im Hauptgebäude waren Siebtklässler dabei, Arbeiten aus Ton zu fertigen. Hier wird auch mit Gips, Pappmaché und anderen Materialien gearbeitet, bei denen es im Kunstunterricht auch mal "Dreck" geben darf. Die Schüler, erklärte Lehrerin Silvia König, fertigen hier unter anderem Plastiken, Reliefs oder Masken an.
Weitere Stationen auf dem Rundgang durch das Gymnasium waren unter anderem die Sporthalle, Bibliothek, Kunstausstellung, Vorführungen der Schülerband und ein erstes Arbeiten im Computerraum. Für Eltern waren ebenso Stunden- und Klassenarbeitspläne wie auch das Video über den Schulalltag und Informationen über den Förderverein des Gymnasiums interessant. Am Ende gab es noch Gelegenheit für individuelle Gespräche, die sich vielfach auch mit der Wahl der zweiten Fremdsprache beschäftigten.
Wenn das Interesse der Schüler sich bestätigt, könnten im kommenden Schuljahr vielleicht wieder fünf 5. Klassen eröffnet werden.
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