zuletzt bearbeitet: 08.02.2012 09:39 Uhr
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Tourismus schwächelt
Die Strahlkraft des sonnigen Novembers 2011 hat den Fremdenverkehr nicht erreicht. Die Übernachtungen in Brotterode-Trusetal und Floh-Seligenthal sind gegenüber 2010 gesunken.
Brotterode-Trusetal - Die Industrie wummert, der Tourismus schlummert: Auch im vorletzten Monat 2011 präsentierte sich das verarbeitende Gewerbe im Nordkreis in einer starken Verfassung, wie die Industrie- und Handelskammer berichtete. Beim schlafenden Riesen, dem Fremdenverkehr, sind die Weckrufe ungehört verhallt. Sowohl in Brotterode-Trusetal, als auch in Floh-Seligenthal, sind die Übernachtungszahlen gegenüber November 2010 gefallen. Allerdings gibt es zwischen den Daten des Statistischen Landesamtes Thüringen und den Erfassungen der Kommunen Verschiebungen. "Wir hatten im gesamten Jahr 2011 zwar weniger Anreisen als 2010, aber mehr Übernachtungen", sagte Renate Stengel vom Fremdenverkehrsamt Floh-Seligenthal.
Das Landesamt weist allerdings bis November weniger Ankünfte und Übernachtungen aus. Eine Ursache ist freilich, dass Vermieter mit weniger als neun Betten durch das grobe Raster der Statistikbehörde fallen, im feinen Sieb der Kommune, das alle Zahlen berücksichtigt, aber hängenblieben. 653 Übernachtungen in Floh-Seligenthal, so die offiziellen Angaben, liegen leicht unter den Werten aus 2010. Allzu lange blieben die Gäste zwischen Struth-Helmershof und Kleinschmalkalden aber nicht. 1,7 Tage sind wenig, auch im Vergleich zu den anderen elf Tourismusorten im Landkreis, die statistisch erfasst sind.
Im Ferienmonat Oktober hatten fast 2300 Menschen in einem Hotel, einer Pension oder sonstigen Herberge der Großgemeinde übernachtet. Insgesamt ist die psychologisch bedeutsame Grenze von 20 000 Übernachtungen überschritten worden. Einschließlich Dezember dürfen es rund 23 000 offiziell registrierte Nächtigungen werden. Inclusive der Gäste, die ihren Urlaub ganz in Familie, bei kleinen Vermietern, verbringen, weit mehr als 30 000. Denn ein Drittel aller Touristen nimmt sich ein Quartier in einer Herberge mit weniger als neun Betten. Also eines, das statistisch nicht erfasst wird.
In Brotterode dürfte die Relation ähnlich sein. Offiziell waren im November 696 Betten belegt. "Laut unserer Statistik hatten wir aber 958 Übernachtungen", erklärte Heike Schläger vom Haus des Gastes. Die für Brotteroder Verhältnisse so oder so kleine Urlauberschar begründet sich aber vor allem damit, dass die meisten Hotelinhaber und Pensionswirte in dieser Zeit selbst Urlaub nahmen. "Und man darf die Schließung der Jugendherberge nicht vergessen, die uns jährlich immerhin 3000 bis 4000 Übernachtungen brachte", erinnerte die Touristikerin. Im Dezember 2010 hatte Brotterode aber noch 1458 Übernachtungen. So oder so geht der schleichende Gästeschwund weiter. 29 884 Nächtigungen von Januar bis November 2011 sind für Brotteroder Maßstäbe wenig. In Trusetal dagegen scheint so etwas wie eine Trendwende eingeleitet. 6108 Übernachtungen in den ersten elf Monaten schafft die Oberstadt Brotterode in zwei guten Monaten - doch in Trusetal sind sie das beste Ergebnis seit Langem. Im gesamten Jahr 2010 gab es am Wasserfall nicht mehr Übernachtungen. Ob es tatsächlich viel mehr geworden sind oder nur optisch und auf einer besseren Meldemoral der Vermieter fußen, ist offen. 389 Schlafgäste am Wasserfall im November 2011 waren wiederum gut 100 weniger als im Vorjahr.
Ohnehin hat der Abwärtstrend fast alle der zehn Orte im Kreis erwischt, in denen der Tourismus Relevanz hat. Eine Ausnahme ist die Grabfeldgemeinde im Südkreis: 132 Übernachtungen im November sind sogar eine Steigerung um 100 Prozent gegenüber 2010.
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