zuletzt bearbeitet: 22.02.2012 09:44 Uhr
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Startschuss besiegelt
Der Vertrag ist unterzeichnet. Jetzt kann der "Kompensationsflächen- und Umsetzungspool" in Werratal und Vorderrhön in Angriff genommen werden.
Breitungen - Ein ganzes Maßnahmepaket steht nun zur Verfügung, um endlich Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sinnvoll anzugehen. Notwendig werden diese nach Eingriffen in den Naturraum. Und davon gibt es immer wieder reichlich. Dabei gilt jedoch von nun an der Grundsatz: Qualität vor Quantität. Vorhandene Naturschutzgebiete sollen aufgewertet und erhalten werden, anstatt immer neue auszuweisen. Auch gelten Abrisse, Waldumbau oder Rückbau von Wehren an Bächen als solche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die als Wiedergutmachung dienen. Breitungens Bürgermeister Peter Heimrich brachte die Thematik auf den Punkt: "Aus naturschutzfachlicher Sicht kann man überall Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen durchführen. Aber es geht darum, wo es am wenigsten weh tut und wo es trotzdem sinnvoll ist." Der Landwirtschaft sollen nämlich keine weiteren Flächen mehr entzogen werden.
Insgesamt war ein 11 624 Hektar großes Terrain untersucht worden. Eingebunden waren dabei die Gemarkungen Breitungen, Fambach, Rosa, Roßdorf, Wernshausen einschließlich Helmers und Niederschmalkalden. 27 Poolflächen, die insgesamt 3400 Hektar umfassten und theoretisch für Wiedergutmachungsmaßnahmen in Frage kommen konnten, wurden dabei ermittelt. Sechs davon wurden nicht weiter verfolgt, weil es zum einen keinen Konsens zwischen den Beteiligten oder es kein Aufwertungspotential gab.
Mit dem Abschlussbericht vom Spätherbst letzten Jahres blieben 21 Objekte auf der bestätigten Liste stehen, auf die künftig bei Baumaßnahmen oder anderen Eingriffen die Verursacher zurückgreifen können. Erarbeitet wurde das ganze Konzept vom August 2010 bis November 2011 durch das Planungsbüro Grontmij in Weimar, das mit den Beteiligten vor Ort eng zusammenarbeitete. Den Hut für alles hatte die Regionale Leader-Aktionsgruppe "Henneberger Land" auf, die das Vorhaben zu ihrem Leitprojekt machte. Über das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung in Meiningen wurde die Förderung von 75 Prozent für dieses Integrierte ländliche Entwicklungskonzept realisiert.
Nun haben die Kommunen, der Bauernverband, der Landkreis, das Landesverwaltungsamt, die Forstverwaltung, Landwirtschaftsamt sowie das Meininger Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung (ALF) und der gleichnamige Thüringer Verband im Breitunger Rathaus die Rahmenvereinbarung unterschrieben und damit grünes Licht für die Umsetzung gegeben. Abgewickelt wird alles über den Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung, der bereits reichlich Erfahrung in dieser Hinsicht hat. "Es war uns wichtig, hierfür eine Körperschaft öffentlichen Rechts einzusetzen, denn sie wird Gelder in sechsstelliger Höhe zu verwalten haben", sagte Knut Rommel, der Leiter des Meininger ALF. Wer einen Eingriff verursacht, kann also Geld in den Pool einzahlen, mit dem dann wiederum die auserwählten Maßnahmen umgesetzt werden. Wichtig sei nun, dass auch die Aufmerksamkeit auf den Pool gelenkt werde und hiesige Betriebe eingebunden würden, sagte Dr. Dieter Franz, der stellvertretende Leiter des zuständigen Landwirtschaftsamtes Hildburghausen. Auf diese Weise wäre den Agrarbetrieben in doppelter Hinsicht geholfen. Durch den Pool wird einerseits der stetig neue Flächenentzug eingedämmt und andererseits den Betrieben ein zusätzliches Standbein gegeben, wenn sie beispielsweise in Pflegemaßnahmen eingebunden werden.
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