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Rudelbildung bei den Chip-Muffeln

In einer Woche endet die Meldefrist für Hundebesitzer. Bis dahin müssen sie ihre Racker mit einem Transponder kennzeichnen lassen. Im Haseltal dominieren die Chip-Muffel.

Von Christopher Eichler
  • Klein wie ein Reiskorn, aber aufschlussreich wie ein Personalausweis. Der Mikrochip, der Hunden bis zum 1. März eingesetzt werden soll. Foto: Bastian Frank
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Steinbach-Hallenberg/Viernau - Ob den Letzten die Hunde beißen? Wahrscheinlich nicht. In jedem Fall drohen säumigen Hundehaltern aber saftige Geldstrafen. Bis kommenden Mittwoch müssen sie die neuen Forderungen des Gesetzgebers erfüllen; also ihren Vierbeinern einen Mikrochip einsetzen lassen und eine Tierhalterhaftpflichtversicherung mit einer Mindestversicherungssumme von 500 000 Euro für Personenschäden und 250 000 Euro für sonstige Schäden abschließen.

"Der Rücklauf bei uns ist gering - so wie woanders auch", sagt Matthias Tügend, Ordnungsamtsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Haselgrund. Von 475 gemeldeten Hunden in den sieben VG-Gemeinden habe man einen Rücklauf von 55 Tieren, also knapp zwölf Prozent. Ähnlich die Situation in Steinbach-Hallenberg, wo man bei rund einem Sechstel der 290 gemeldeten Hunde einen Haken machen kann.

Die Nachweise für Chip und Versicherung müssen mit samt eines Meldebogens in der Stadtverwaltung abgegeben werden - die Kommunen wurden mit der Umsetzung des sogenannten "Thüringer Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren" vom Land betraut.

Kommunen verantwortlich

Gefragt wird etwa nach dem Geschlecht, Aussehen und Rasse des Tieres, dessen Geburtsdatum und seit wann der Halter Besitzer ist. Auf dem Meldebogen vermerkt der Tierarzt auch die Nummer des Transponders. Die Meldebögen liegen in den Verwaltungen in Steinbach-Hallenberg und Viernau aus.

"Wer bis Ende Februar den Nachweis nicht erbracht hat, begibt sich in den ungesetzlichen Bereich", warnt Steinbach-Hallenbergs Ordnungsamtsleiter Wolfram König. Sowohl König als auch Tügend sehen keine Defizite bei der Informationspolitik und verweisen auf zahlreiche Veröffentlichungen in den Amtsblättern, in Presse und Rundfunk. "Offensichtlich beschäftigen sich Hundehalter wenig mit veränderten Gesetzen", mutmaßt König. Die Reaktionsgeschwindigkeit sei jedenfalls gering. "Mit einem Hund hat man aber auch Pflichten, denen man nachkommen muss", mahnt er. Sie seien in der Bringepflicht.

Nun müssen die Kommunen aber den Haltern hinterherrennen, vermutlich räumen sie vielerorts noch ein kleines Zeitfenster von wenigen Wochen ein - eine Art letzte Chance. Dann muss man mit Ordnungsgeldern rechnen. Wie hoch sie ausfallen werden - darüber will sich König noch nicht äußern. Er spricht von einem gewissen Ermessensspielraum. Kollege Tügend warnt gar, dass der Gesetzgeber theoretisch Strafen bis zu einer Höhe von 10 000 Euro vorsieht.

In Steinbach-Hallenberg will man in der Märzausgabe des Amtsblattes noch einmal mahnen. Zudem überlegt man, mit einem Begleitschreiben zu den Hundesteuerbescheiden Schluderer zu wachzurütteln. Die Hundesteuer wurde in Steinbach-Hallenberg rückwirkend zum 1. Januar erhöht. In den VG-Gemeinden sollen Säumige gezielt angeschrieben werden, berichtet Tügend.

Sorgen, der Hund müsse beim Implantieren des Mini-Ausweises unendliche Schmerzen erleiden, sind laut Tierärzten unbegründet. Mit Hilfe einer Kanüle wird der reiskorngroße Mikrochip aus Bioglas unter die Haut am Hals gesetzt. Mit einem Lesegerät können die Daten abgerufen und der Hund identifiziert werden. Ein Vorteil auch, wenn der Hund ausbüxt.

Lesen Sie dazu auch:

Hundehalter in der Pflicht

    
    

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