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Reif für die "Nougat-Stadt"

Rund 300 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur, glitzernde Abendroben, rubin-royaler Teppich, le Gourmet: Die Eröffnung der Viba Nougat-Welt macht Lust auf mehr.

Von Susann Schönewald
  • Ein leckeres Ortseingangsschild: Holger Storch und Karl Heinz Einhäuser haben sich ihren Traum von der "Nougat-Stadt Schmalkalden" bereits erfüllt.
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Schmalkalden - Es war eine Gala der großen Gefühle, des Genusses, des Staunens und der Vorfreude auf mehr. Die Viba Nougat-Welt ist eröffnet und rund 300 Gäste aus dem öffentlichen Leben feierten am Freitag- und Sonnabendabend mit. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hatte sich entschuldigen lassen, wie Wirtschaftsminister Mathias Machnig und der für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz zuständige Jürgen Reinholz. In ihrer aller Namen gratulierte die Chefin der Staatskanzlei zur Verwirklichung eines Traums, den Namen und das Produkt Viba in die Welt hinauszutragen. Die Versuchung sei groß, bekannte Marion Walsmann, ihr zu widerstehen, die Sünde wert. Die Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten lobte in ihrer Ansprache ganz besonders das klare Bekenntnis des Schmalkalder Süßwarenherstellers zur Region und ihren Traditionen.Walsmann erinnerte an die Geburtsstunde der Nougatstange, die 1920 das erste Mal maschinell auf einer gebrauchten Zigarrenabpackanlage produziert worden war. Mit der Eröffnung der Erlebniswelt werde ein Stück Geschichte weitergeschrieben, sagte der Gast aus Erfurt. Im Vergleich zu bereits bestehenden Schokoladenwelten hat die Ministerin für Viba drei "Alleinstellungsmerkmale" ausgemacht: Die Adresse "Nougat- Allee", die Verbindung von traditionellem und modernem Handwerk sowie das Bekenntnis zu einem regionalen Produkt. "So etwas braucht Thüringen, das sich zu seinen Wurzeln bekennt und diese pflegt", betonte Marion Walsmann und viele Gäste wünschten sich, dass diese Botschaft an den entsprechenden Stellen auch so ankommen möge. Noch einen Punkt stellte die Ministerin heraus: "Die Viba mit ihrer Nougat-Welt ist eine Fundgrube für Fachkräfte und Nachwuchs", sie schafft Bindung und Vertrauen. Eine Botschaft, die sie mit in die Ministerrunde nehmen und ihrem Kollegen Reinholz ans Herz legen werde.

"Der Schweiß war nicht umsonst", ergriff auch Viba-Geschäftsführer Karl Heinz Einhäuser das Wort. Er dankte denjenigen, die dazu beigetragen haben, den Traum von der Nougat-Welt leben zu dürfen. Als sein Partner, Holger Storch, und er vor 20 Jahren das Unternehmen übernommen hatten, sei nicht alles optimal gewesen, unternahm der 69-Jährige einen kurzweiligen Exkurs in die Historie des Süßwarenherstellers. Kein Markt, kein Interesse an Thüringer Produkten. Martin Luther King hatte einen Traum, "den hatten die Ossis auch", sagte Einhäuser, der, 1991 von der Treuhandanstalt als vorübergehender Geschäftsführer eingesetzt, die Zukunftsfähigkeit der "Viebahn Süßwaren" abklopfen sollte. 16 Interessenten hätten sich damals am Alten Graben umgesehen, keiner wollte den Betrieb haben. Doch der ehemalige Unternehmensberater aus Landsberg und der frühere Produktionsleiter, Holger Storch, haben das Potenzial, das in dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern steckt, erkannt. Einhäuser sprach von einem "kleinen Pflänzchen", das liebevoll gehegt und gepflegt wurde. Irgendwann werden die Mauern in den Köpfen Ost und West verschwinden, spielte der geschäftsführende Gesellschafter auf die nach wie vor schwierige Vermarktung der Produkte in den alten Bundesländern an, weil "Genuss verbindet". Eine Aufgabe, der sich auch die neue Erlebniswelt stellt. Mit ihr soll Glück in die Welt kommen, Entspannung, Freude und Erbauung. Viba werde Schmalkalden zu einer Stadt der Genüsse machen und allen zeigen, dass "wir, die hinter dem Berg sind, uns nicht verstecken müssen", sagte der Unternehmer. Ein diplomatischer Wink mit dem Zaunpfahl.

Die Nougat-Erlebniswelt, so stellten die beiden Geschäftsführer heraus, ist insbesondere auch ein Gemeinschaftswerk. Mit Bürgermeister Thomas Kaminski und dem Stadtrat habe man einen verlässlichen Partner gefunden, der das Projekt in den vergangenen zwei Jahren intensiv begleitet hat, erinnerte Holger Storch an die kostenintensive Umverlegung von Reifen Müller oder an die Altlasten, die schnell beseitigt werden mussten. "Nun sind wir reif für die 'Nougat-Stadt'", sprach Karl Heinz Einhäuser und schenkte dem Bürgermeister schon mal das Ortseingangsschild - natürlich aus Nougat.

"Ein Leuchtturm der Branche", so lobte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie die Viba sweets. Dietmar Kendziur unterstrich den Eventcharakter der gläsernen Praline. "Uns wird oft mangelnde Transparenz vorgeworfen", sagte der Gast aus Frankfurt/Main. Die Erlebniswelt schaffe Vertrauen und Nähe zum Kunden und erlaube Einblicke die gesamte Breite der Fertigung. Stolz auf das Werk ist natürlich auch Burkhard Pahl aus Dortmund, Architekt und Gewinner des Wettbewerbs. Sein Büro hatte die Idee von der Praline und ihren verschiedenen Funktionen entwickelt und gemeinsam mit de Viba umgesetzt.

Nach den beiden Galaveranstaltungen stand gestern mit dem "Tag der offenen Tür" die erste große Bewährungsprobe an.

 
    
    

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