zuletzt bearbeitet: 20.02.2012 07:28 Uhr
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Narren jubeln Fräbel hoch
Die Kasse für die Karnevalisten, und Schloss Bellevue für den Bürgermeister: Die Floher Narren haben tolle Vorschläge.
Floh - Eigentlich könnte es dem Bürgermeister in diesem Jahr doch egal sein, ob die Narren in den Besitz der Rathausschlüssel und der Gemeindekasse kommen. Schließlich würde er im April nicht mehr zu rWahl antreten, meinte der Floher Karnevalschef Enrico Eck. An seiner Seite weilte der Struther SCC-Präsident Alwin Kirchner. Man hätte auch einen schönen Posten für ihn nach seiner Amtszeit, lockte dieser den Bürgermeister. In Berlin wäre "gerade der böse Wulff zurückgetreten". Dort würde ein hübscher Sessel frei. Doch Fräbel zeigte sich bis zur letzten Minute im Amt als integrer Kommunalchef. Deshalb wollte er am Samstagvormittag seinem Nachfolger auch ein prall gefülltes Geldsäckel hinterlassen.
Also verbarrikadierte er sich in gewohnter Manier vor dem Ansturm der Floher und Struther Narren. Doch die hatten schon vorgesorgt und wollten den Amtschef vor den Augen zahlreicher Schaulustiger notfalls mit Feuer und Rauch aus der Gemeindeverwaltung herausholen. Sehr schnell rief der Bürgermeister nach dem ersten Qualm die Feuerwehr, damit sie ihm zur Hilfe eile. Doch die junge Truppe war angesichts des vorherigen langen und unterhaltsamen Büttenabends offensichtlich noch nicht so recht in Schwung. Daher rückte die alte Garde mit dem Generalschlüssel an und öffnete so den Weg ins Rathaus. Die Polizei des FKK setzte gleich hinterher und brachte so den Ortschef in ihren Gewahrsam. Doch zur letzten Rathauserstürmung in dessen über 20-jähriger Amtszeit verzichtete die Narrenpolizei auf die sonst üblichen Handfesseln. So konnte der Bürgermeister zusammen mit den Narren begeistert "Helau" rufen. Dem Dank der Jecken entgegnete er nur, dass man als Ortschef in Floh-Seligenthal ein Karnevalsfan sein muss. Daher war er auch verwundert, dass einer seiner möglichen Nachfolger der Rathauserstürmung ferngeblieben war. Die beiden um die Nachfolge kandidierenden FKK-Mitglieder waren jedenfalls anwesend, zollte der Amtsinhaber Respekt. Um ihren Ortschef närrisch gebührend zu ehren, hielten die Floher und Struther Karnevalisten einen besonderen Platz für Peter Fräbel bereit. Ein großer Sessel auf einer Sänfte erwartete den Ortschef, auf dem er Platz nehmen und durch den Ort zur "Pferdeburg" getragen werden sollte. Vermutlich hätten die Narren ihren Bürgermeister auch auf Händen getragen, denn der Mitbegründer des Floher Karnevals trug mit eigenem Büttenreden, der Verteidigung des Rathauses oder der Teilnahme an Umzügen seit Jahrzehnten zum Erfolg des Karnevals bei.
Gut gelaunt ging es Samstagmittag in das Hauptquartier der Floher Narren. Die Kameraden der alten Garde und viele andere froh gelaunte Karnevalsfans durften zum Nachlöschen mitkommen. Die Gemeindekasse sei nun jedenfalls in guten Händen, meinte SCC-Präsident Alwin Kirchner. "Bis Mittwoch werden wir sie schon recht leer kriegen", sagte er voller Vorfreude auf einige närrische Tage.
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