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Kurt Lachmund ist in Rente gegangen

Brotterodes Bürgermeister Kurt Lachmund (FDP) hat sein Amt überraschend abgegeben. Die Erste Beigeordnete Erika Groß (Die Linke) führt nun bis zum Zusammenschluss mit Trusetal die Amtsgeschäfte.

Von Thomas Heigl

Brotterode - Monatelang hatte er seine Amtsgeschäfte aus gesundheitlichen Gründen nicht wahrnehmen können, doch heute morgen meldete sich der Bürgermeister a. D. noch einmal zu Wort. In einer rund 20-minütigen Abschiedsrede in einer kleinen geschlossenen Runde sagte Kurt Lachmund in der Stadtverwaltung einem Teil der Belegschaft, seiner Stellvertreterin Erika Groß und Landrat Ralf Luther (CDU) adé und kritisierte zudem seine Kritiker. Dem Stadtoberhaupt waren in den letzten Monaten verschiedene Verfehlungen rund um seine Amts- und Mitarbeiterführung zur Last gelegt worden.

"Dem Antrag vom 20. Juni ist stattgegeben worden. Bürgermeister Lachmund ist von uns am 30. Juni in den Ruhestand versetzt worden", sagte der Leiter der Kommunalaufsicht im Landratsamt Schmalkalden-Meiningen, Norbert Kröckel, mit Verweis auf die entsprechenden Paragrafen in den Gesetzen. "Wir sind dafür zuständig." Landrat Luther war am Nachmittag nicht zu erreichen. Er weilte im Thüringer Landtag.

Hinweise auf den Abschied des Bürgermeisters, der am 8. Juni ohne Öffentlichkeit seinen 65. Geburtstag feierte, hatte es zwar schon im Frühjahr gegeben. Mitarbeiter berichteten, nach der Osterpause hätten einige persönliche Dinge gefehlt. Doch der Bürgermeister, der seit rund eineinhalb Jahren wegen verschiedener gesundheitlicher Beschwerden nur noch selten ins Rathaus gekommen war und sich zumeist durch die Beigeordnete vertreten ließ, blieb im Amt.

Am Mittwochabend kursierten dann neue Rücktrittsgerüchte, die sich am Donnerstagmorgen erhärteten. "Es ist aus meiner Sicht das Beste für ihn, denn Kurt Lachmund ist gesundheitlich angeschlagen. Vor allem die letzte Zeit hat ihm zugesetzt", sagte seine Stellvertreterin, Beigeordnete Erika Groß. Und erklärte: Es werde keine Neuwahlen geben. Sie werde die Amtsgeschäfte bis zur Eingliederung nach Trusetal und zur Bildung der Einheitsstadt Brotterode-Trusetal weiterführen.

Auch die Opposition wird nicht auf Neuwahlen dringen und versuchen, noch das Rathaus und das Amt des Berufsbürgermeisters zu erobern. "Wir werden nicht zu irgendwelchen Finten greifen. Das ist für uns kein Thema", betonte CDU-Fraktionschef Michael Hänsel. "Wir hätten uns zwar auch eine andere Lösung vorstellen können als die Eingliederung unserer Stadt nach Trusetal. Aber das ist jetzt so abgesprochen und dabei bleibt es." In den nächsten Monaten gebe es noch viel zu tun um den Zusammenschluss vorzubereiten. Das müsse reibungslos klappen. "Wir schauen in die Zukunft. Termin ist der 1. Dezember und darauf müssen wir unsere Anstrengungen richten", sagte Hänsel. Dass die Beigeordnete fünf Monate die Amtsgeschäfte führe, sei kein Problem. Die 71-Jährige Erika Groß mache das ganz ordentlich.

Der Trusetaler Bürgermeister Karl Koch (Die Linke) wünscht dem Ruheständler Kurt Lachmund nach den strapaziösen Wochen und einer ereignisreichen fast 21-jährigen Dienstzeit vor allem Gesundheit. "Möge er einen langen Lebensabend gemeinsam mit seiner Frau genießen können", bekräftigte Koch. Die Nachricht vom Rückzug des Kollegen hatte ihn gestern Morgen erreicht, so Koch. "Wir haben dann telefoniert." Er sei zwar nicht vorbereitet gewesen; der Rücktritt habe ihn aber auch nicht völlig überrascht. Koch betonte, er freue sich auf den Zusammenschluss mit Brotterode. Die Beigeordnete, die seit 2010 den Prozess des Zusammenwachsens führe und begleite, habe den Bürgermeister sehr würdig vertreten. Die Verwaltung ziehe bei den Gesprächen auch sehr gut mit.

Offen ist bislang, ob Kurt Lachmund tatsächlich aus freien Stücken hingeworfen hat oder ob ihm der Rücktritt nahegelegt wurde. Nach der letzten öffentlichen Stadtratssitzung hatte es Anrufe von "einer Gesundheitsbehörde oder einem für Beamte zuständigen ärztlichen Dienst" in der Stadtverwaltung Brotterode wegen seiner langen Krankschreibung und der offensichtlichen Unfähigkeit, sein Amt noch ausüben zu können, gegeben.

    
    

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