zuletzt bearbeitet: 07.02.2012 09:35 Uhr
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Jungjäger im Intensivkurs
Das "grüne Abitur" ist eine echte Herausforderung - dieser stellt sich gerade in der anspruchsvollen Ausbildung in Theorie und Praxis passionierter Weidmannnachwuchs.
Grumbach - Drei Wochen lang sitzen die Frauen und Männer derzeit auf der Schulbank. Dabei ist meistens der "Wald" das Klassenzimmer. Oder aber sie treffen sich in Grumbach in der einstigen Gaststätte. Alle miteinander eint ein Ziel: sie wollen die Jagdprüfung erfolgreich ablegen. Das ist kein einfaches Unterfangen, berichtete Frank Möller.
Der Ortsteilbürgermeister nimmt an der Ausbildung selbst teil. Dabei weiß er sich in guten Händen, denn mit der Jagdschule Anton Albert aus Schweinfurt weiß er die Teilnehmer in guter Obhut. Denn bei dem Veranstalter der Jägerausbildung handelt es sich um keinen anderen als den langjährigen Jagdpächter des Bermbacher und Breitenbacher Reviers. Seit zwei Jahrzehnten arbeitet er mit Augenmaß und mit den jeweils Verantwortlichen zusammen. Dass ihm selbst eine ordentliche Jagdausbildung am Herzen liegt, macht er deutlich.
"Normalerweise dauert solch ein Kurs drei Monate, aber inzwischen sind wir auch zum Drei-Wochen-Kurs übergegangen, das Interesse für solch eine kompakte Ausbildung wird immer größer", sagte er. Dabei setzt er auf Qualität, nimmt sich fachkundige Partner, wie Revierförster Stefan Liebaug als Referent.
Dieser erläuterte den Kursteilnehmern Fragen rund um die Jagdpraxis. Und so beschäftigten sich die Jungjäger mit der Vorbereitung und Durchführung einer Drückjagd. "Was muss ich als erstes dabei überlegen", wollte der Förster wissen und sortierte geduldig die Antworten.
Gemeinsam mit den Frauen und Männern brachte er die Aussagen in die richtige Reihenfolge und machte auf praktische Details aufmerksam. "Es ist keine leichte Herausforderung, das 'grüne Abitur' zu bestehen", sagte Frank Möller.
Insgesamt besteht die Ausbildung aus sechs Themengebieten. Diese beginnen bei Wald- und Wildkunde und reichen unter anderem über Jagdhunde bis zum Naturschutz. Immerhin werden im theoretischen Teil der Prüfung aus 1200 möglichen Fragen 100 ausgesucht, welche zu 75 Prozent richtig beantwortet werden müssen, schilderte er.
Ebenso schwierig ist der praktische Teil samt Ausbildung an den Jagdwaffen und den Abläufen des jagdlichen Schießens. Ergo beschäftigt sich die Jägerausbildung in der ersten Woche in Schweinfurt fast ausschließlich mit Theorie. In der zweiten Woche waren die angehenden Jäger im "grünen Klassenzimmer" unter anderem am Ruppberg, aber auch im "Klassenzimmer" in Grumbach. Den dritten Teil der Ausbildung absolvieren sie an den Schießbahnen in Schweinfurt und auch auf den Bahnen der Suhler Schießsportanlage. Dort wird insbesondere das Schießen auf Wurfscheiben geübt. "Ich bin dort schon seit vier Jahren regelmäßig mit Lehrgangsteilnehmern vor Ort, da haben wir beste Bedingungen und die Ausbildung lässt sich sehr gut absolvieren", lobte Ausbilder Albert.
Untergebracht waren die Jagdeleven während der vergangenen Woche im Café "Kanzlersgrund". Insgesamt bezeichnete Anton Albert die Nachfrage zur Jägerausbildung als beständig. Inzwischen gibt es auch mehr Interesse bei den Frauen, wusste er zu berichten. "Auf jeden Fall brauchen wir mehr Jäger", sagte er. Vor allem sollen sich diese dann nach der Ausbildung in ihren heimischen Kreisjägerschaften einbringen, forderte er das Engagement der Jungjäger. Denn nur gemeinsam könne man die zunehmenden jagdlichen Aufgaben erfüllen, die sich im Wechselspiel von Natur und Mensch, Land- und Forstwirtschaft und Jägern ergeben. Grundlage für den Erfolg dabei ist eine solide Ausbildung. Der Jägerlehrgang in Grumbach war ein Beispiel dafür.
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