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Industrie mit einer großartigen Formkurve

Schmalkalden-Meiningen - Das verarbeitende Gewerbe im Landkreis Schmalkalden-Meiningen hat 2011 Spitzenlasten beim Umsatz gewuchtet und obendrein noch an seiner Fitness gefeilt. Wie das Landesamt für Statistik mitteilte, stemmte die Industrie, zu der neben der Metallbranche auch Nahrungsmittelhersteller gehören, zwischen Januar und Dezember rund 1,7 Milliarden Euro Umsatz. Für ihre verbesserten Basiswerte spricht, dass der Umsatz je Mitarbeiter gestiegen ist. Die Unternehmen haben zwar mehr Mitarbeiter eingestellt, aber eben unterproportional, gemessen am Ergebnis.

In Wirklichkeit dürfte die Industrie die Umsatzschwelle von zwei Milliarden Euro aber überschritten haben. Die Statistikbehörde hat zunächst nur die Leistungen von rund 70 Unternehmen berücksichtigt, die mindestens 50 Beschäftigte haben. Die verfeinerte Tabelle, die das Ergebnis von Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern erfasst, wird erst später veröffentlicht.

So oder so ist die Leistungskurve der Industrie großartig. Jan Pieter Schulz, der Volkswirt der Industrie- und Handelskammer Südthüringen, errechnete für Schmalkalden-Meiningen ein Umsatzplus von 17 Prozent gegenüber 2010. "Das ist natürlich toll", lobt der Experte. Auch im Dezember habe es keine Formkrise gegeben. Dies sei umso bemerkenswerter, da Fachleute der deutschen Wirtschaft einen kleinen Konjunkturabbruch im letzten Monat des Jahres attestiert hatten. Dennoch hat Schulz eine Schwachstelle aufgespürt. Nur 20 Prozent des Ergebnisses seien Auslandsumsatz. "Der Export schwächelt, die Unternehmen sind zu stark auf den Binnenmarkt fixiert", bekräftigt der Volkswirt, der seine Analyse nicht als Kritik, sondern mit seinem Hinweis verstehen will, um der heimischen Wirtschaft weiteren Kampfgeist einzuflößen.

Tatsächlich schneiden die Kreise Altenburger Land und Nordhausen hier noch etwas schlechter ab. Spitzenquoten schaffen die Stadt Jena und der Kreis Saalfeld-Rudolstadt mit 48,5 und 46,2 Prozent Exportanteil am Umsatz. Diese Werte entsprechen dem deutschen Niveau.

Der Aussage, dass Deutschland in der Exportfalle sitze, will Schulz zwar nicht widersprechen. Er sagt aber auch: "Wer exportiert kann sich auf den internationalen Märkten durchsetzen und erzielt eine bessere Wertschöpfung, weil er zu höheren Preisen verkaufen kann."

Die Unternehmen im Landkreis würden so wertvolles Potenzial verschenken. Sie müssten versuchen, in der Wertschöpfungskette weiter nach vorne zu rücken, nicht der Zulieferer vom Zulieferer zu bleiben, sondern Finalproduzent zu werden. Die besseren Fitnesswerte hätten auch für die Mitarbeiter einen Vorteil: Die Löhne könnten steigen. th

    
    

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