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Gemeinde ebnet Terrain für neue Wohnhäuser

Floh-Seligenthal bleibt fair: Auch die Nachzügler unter den Behörden werden bei Ergänzungssatzungen, mit denen Bauplätze in Hohleborn und Struth-Helmershof geschaffen werden, noch gehört.

Von Thomas Heigl

Floh-Seligenthal - Geländegewinne sind nicht drin: Das Territorium der Großgemeinde Floh-Seligenthal erstreckt sich über 6874,5 Hektar und dabei wird es, ohne weitere Eingemeindungen, auch bleiben. Verschiebungen hat es dagegen bei der Flächenaufteilung gegeben. Während der Wald mit 4720 Hektar stabil ist, können die Landwirte alljährlich etwas weniger Ackerland unter den Pflug nehmen und ein Stückchen weniger Wiese mähen. Im Jahr 2008 gab es noch rund 1478 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, 2010 dagegen 1470 Hektar.

Hintergrund ist die Bautätigkeit: Gewerbegebiete und Wohnsiedlungen, Straßen und Wege fressen sich weiter in den Naturraum hinein. Bürgermeister Peter Fräbel (FDP) nennt die Entwicklung zwar nicht gut, will aber Häuslebauern, die an die Ortsränder ausweichen, aber auch nicht unbedingt Steine in den Weg legen. Baulücken in den Ortsteilen sind zwar vorhanden, aber in der Praxis dann doch nicht oder nur gegen hohe Preise zu haben.

Vor diesem Hintergrund wurden auch die drei Ergänzungssatzungen für Flächen "An den Beeten" in Struth-Helmershof sowie "Dürre Wiese" und "Am langen Acker" in Hohleborn angeschoben. Sie ergänzen praktisch die bestehende Bebauung: Es entstehen also nur ein Haus oder einige wenige Heime, aber keine Wohnsiedlungen. "Viele Träger öffentlicher Belange haben ihre Stellungnahmen abgegeben, aber einige zu spät", informierte Bürgermeister Fräbel den Gemeinderat. Damit hätten sie praktisch ihr Einverständnis erteilt. Doch Bürgermeister und Gemeinderat beharren nicht auf der Fristenlösung, sondern geben Überziehungskredit. Sie wollen die Einwände und Anregungen noch berücksichtigen, da sie von wichtigen Ämtern, wie Kreisplanung, Umweltamt oder Wasserbehörde kommen. Es gebe zwölf Stellungnahmen mit konkreten Hinweisen, präzisierte das Gemeindeoberhaupt. Gleichwohl verfolgten die Bedenkenträger nicht immer die gleiche Linie. "Die einen sagen hü, die anderen hott", stellte das Gemeindeoberhaupt fest. Einige Hinweise und Einwände werde die Gemeinde in der Abwägung negieren, andere, mit denen man gut umgehen könne, wohl berücksichtigen. Die Abwägung soll in der nächsten Gemeinderatssitzung Ende Februar erfolgen. Die neuen Wohnhäuser könnten dafür sorgen, dass die Einwohnerzahl von Hohleborn (398) wieder die 400er-Schwelle übersteigt. In diesem Ortsteil, dem kleinsten der Großgemeinde, gab es zur letzten Bestandserhebung im Jahr 2007 133 Gebäude. In Struth-Helmershof wohnen 1167 Menschen. Dort wurden zuletzt 369 Gebäude gezählt. Innerhalb der Großgemeinde stehen 2090 Bauten, die meisten im Ortsteil Kleinschmalkalden (480), der die drittmeisten Einwohner hat. Doch das alte Kleinschmalkalden war für mehr Menschen gebaut. Es hat in den letzten 20 Jahren 26 Prozent seiner Bürger verloren, der kleine Nachbar Hohleborn nur 8,7 Prozent die "Struth" gerade 6,6 Prozent.

    
    

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