» zur Übersicht Schmalkalden
    
    
Artikel
 
Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   


Geld aus der Luft holen

Windräder im Langen Tal, Pumpspeicherwerk im Gebirge: Luftmassen und Wassermassen könnten Floh-Seligenthal künftig Geldmassen bescheren. Politiker verschiedener Coleur geben Rückenwind.

Von Thomas Heigl

Floh-Seligenthal/Oberhof - Was den Bach runtergeht, ist nicht auf alle Zeit verloren. In Zukunft soll immer mehr Wasser wieder bergauf fließen. Dafür werden die Pumpspeicherwerke sorgen, die in verschiedenen Ecken des Thüringer Waldes gebaut werden.

Ob die Großgemeinde Floh-Seligenthal Standort eines des in jeder Hinsicht umwälzenden Giganten wird, ist bislang offen. Doch in den nächsten Wochen wird die Gemeinde genauere Informationen von den Planern eines Weimarer Büros erhalten, die drei Standorte untersuchen. Immerhin konnte Bürgermeister Peter Fräbel (FDP) die Fachleute mit einigen lokalen Kenntnissen versorgen, die nicht unbedingt in Atlanten, Nachschlagewerken oder bei Wikipedia zu finden sind. "Beispielsweise zu den Eigentumsformen bei den Flächen", sagte Fräbel. "Wo Gemeindewald und wo Kommunalwald ist." Das Projekt Hackschnitzelanlage sei zunächst aufgegeben worden, da es sich nicht rechne. Biogas spiele für die Gemeinde derzeit keine Rolle.

Doch egal ob ein Pumpspeicherwerk, als gewaltiges Zwischenlager potenzieller Energie, gebaut wird oder nicht: Die Gemeinde will so oder so Naturstrom selbst produzieren oder produzieren lassen. Zum einen, um die Umwelt von Qualm und Schmutz, zum anderem um den eigenen Etat zu entlasten. Denn durch die Umstellung können auch neue Steuerquellen erschlossen werden.

"Wir gehen auch klar in Richtung Windkraft", bekräftigte Bürgermeister Fräbel. Ein Büro aus Sachsen-Anhalt untersuche verschiedene Standorte auf ihre Effizienz. Denn in einigen Regionen war in der Debatte rund um Windenergie auch viel heiße Luft. "In großen Teilen des Werratals rechnet sich so etwas nicht", sagte Fräbel. Pustekuchen mit großen Gewinnen also: Solche Fehlinvestitionen will die Gemeinde unbedingt vermeiden. Gemeinderat Andreas Trautvetter (CDU) ist sich sicher, dass der Wind in der Großgemeinde einen langen Atem hat und auch stark genug bläst.

"Wir liegen doch am Südwesthang des Thüringer Waldes", sagte der Minister a. D., der auch Präsident des Regionalverbundes Thüringer Wald ist, der Redaktion. Natürlich müssten sich die Windräder nicht unbedingt in den Bergen drehen. Es gebe auch andere gute Standorte, etwa im Langen Tal, einer großen, zumeist landwirtschaftlich genutzten Fläche zwischen Floh-Seligenthal und Schmalkalden.

Eine Grundsatzdebatte

Gleichwohl merkte Trautvetter an, man müsse grundsätzlich darüber reden, ob Thüringen ein großes Energieland werde solle.

Er bekräftigte gegenüber der Redaktion seine Idee, anstelle der Schmalwassertalsperre bei Tambach-Dietharz lieber die Ohratalsperre bei Oberhof zu einem Pumpspeicherwerk umzubauen. Bei diesem Werk, das zwar in der Nachbarschaft von Floh-Seligenthal liegt, aber nichts mit dessen eigenen möglichen Standorten zu tun hat, solle schon im Januar die Planfeststellung beginnen. Stelle man die Ohratalsperre, die ohnehin nicht mehr für die Wasserversorgung gebraucht werde, außer Dienst, könne man die strengen Wasserschutzzonen in Oberhof aufheben und dort wesentlich billiger bauen. Obendrein würde das Pumpspeicherwerk auch Wasser auf die Mühlen Oberhofs schütten. Hunderttausende Steuer-Euros würden die ausgetrockneten Kassen der Stadt fluten. "Oberhof und Luisenthal könnten sich die Steuer teilen. Und Oberhof wäre sein strukturelles Defizit los", sagte er. Zum Dritten könnte man ein Skiressort am Schneekopf erschließen.

Landrat Ralf Luther bestätigt die Ideen seines Parteifreundes Trautvetter. Auch Politiker aus den Nachbarkreisen fänden diese gut. "Für Oberhof brächte das eine erhebliche Entlastung."

Floh-Seligenthal sei auf dem richtigen Weg, lobte der Landrat. "Wenn wir die Energiewende wollen, dann müssen wir mit aller Macht daran arbeiten."

Man müsse also aktiv werden und dürfe nicht abwarten. Auch die Einschätzung zu den Steuereinnahmen teilt Luther: Die Kommunen im Landkreis sollten finanziell weitgehend autark werden, mehr Unabhängigkeit erzielen.

    
    

Diesen Artikel

  • Teilen:
  •  
  • Facebook
  •  
  • Twitter
  •  
  •  
Bewertung: 
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
0 Bewertungen (Sie müssen angemeldet sein)
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername
Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf insuedthueringen.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Ȇbersicht Schmalkalden

bezahlter Premium-Artikel
Premium-Artikel

Erste Tickets in Schmalkalden verkauft

Anfragen gab es schon vor Monaten, jetzt ist es soweit. Der Ticketverkauf für die 3. Landesgartenschau 2015 wurde gestern in der Tourist-Information Schmalkalden offiziell gestartet. Es bildeten sich kleine Schlangen. »mehr
    
    

bezahlter Premium-Artikel
Premium-Artikel
Landesgartenschau: Kirche will Beitrag leisten

Auf der Landesgartenschau 2015 in Schmalkalden wird auch die Kirche präsent sein und einen Beitrag leisten. Die ehrenamt... »mehr
    
 
    

bezahlter Premium-Artikel
Premium-Artikel
Eingeschüchtert oder einfach zufrieden?

Beschäftigte der Firma Leist in Fambach wollen einen Betriebsrat gründen. Vorige Woche platzte die Wahlversammlung. Nur ... »mehr
    
 
    

bezahlter Premium-Artikel
Premium-Artikel
Bewegende Erinnerung

„Wir waren bemüht, bewegende Erinnerungen wachzurufen oder neu zu erschließen“, sagte Manfred Volkmar zur Eröffnung der ... »mehr
    
    

Das könnte Sie auch interessieren 

    
    

Die neuesten Bilderserien

    
    

Prospekte aus der Region

Leserreisen 2015
Leserreisen 2014
    
Anzeige
    

Magazine

Pflege und Gesundheitsmagazin 2014/2015
Leben im Osten
IHK Ratgeber Berufswahl 2014
Anpfiff Fußballbeilage BASA 2014/2015
Anpfiff Fußballbeilage SON 2014/2015
Anpfiff Fußballbeilage HBN 2014/2015
Gesunheitsführer Ilmenau 2014
Fachhochschule Schmalkalden FW Juni 2014
A bis Z für Suhler Hausbesitzer 2014
Mit dem Fahrrad unterwegs
Bikers Guide 2014
Gesundheitsführer Meiningen 2014
Thüringen im Blick 2014
Gesundheitsführer Landkreis Hildburghausen
Wir heiraten
Ehrenamt Landkreis Hildburghausen
Trauerratgeber
Leserreisen 2014
    
    

Umfrage

Lade TED
 
Die Umfrage wird geladen, bitte warten...
 

    
    
Zur Kinderzeitung

Grüner Shrek singt auf der Bühne

Der dicke grüne Shrek mit Tröten-Ohren steht jetzt auch auf der Musical-Bühne: Bislang waren die Shrek-Geschichten vielen aus Filmen bekannt. Nun spielen und singen echte Darsteller die Abenteuer live auf der Bühne. »mehr
    
    

Webcams aus der Region 

Eine Vielzahl von Webcams, die von Firmen, öffentlichen Einrichtungen oder Privatpersonen installiert wurden, zeigen aktuelle Bilder aus der Region. »mehr
    
    

Die besten Urlaubs-Fotografen erhielten ihre Preise 

Im Rahmen eines kleinen Empfangs wurden die Preise an die Gewinner des diesjährigen Urlaubsfotowettbewerbs von FW Meininger Tageblatt übergeben. »mehr
    
    

Unsere professionellen Fotopartner 

    
    

Börseninformationen