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"Er gehörte doch zu uns"

Nach dem Tod des Wernshäuser Ortsteilbürgermeisters und ersten Beigeordeneten der Stadt Schmalkalden, Rainer Stoffel, verabschiedeten sich Bürger und Wegbegleiter mit Respekt von einem Mann, der Spuren hinterlässt.

Von Ulricke Bischoff
  • Ein letzter Gruß: Weggefährten und Freunde verabschiedeten sich bei der Gedenkfeier von Rainer Stoffel. Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgten Elke Hausmann von der Musikschule Schmalkalden, am Klavier begleitet von Uwe Glaser, sowie die Chorgemeinschaft Möckers-Wernshausen. Foto: fotoart-af.de
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Wernshausen - Zwölf weiße Kerzen um ein Portrait des lächelnden Rainer Stoffel, Blumengebinde und ein Strauß langstieliger weißer Rosen mit einem "letzten Gruß" seiner Gemeinde - vor diesem Bild verabschiedeten sich am Mittwochnachmittag Familienangehörige, dutzende Wernshäuser, Bürgermeister-Kollegen sowie Vertreter von Ämtern, Behörden, Vereinen und Firmen von dem langjährigen Wernshäuser Bürgermeister Rainer Stoffel. Der 67-Jährige war am 10. Mai gestorben; trotz seiner angeschlagenen Gesundheit kam Stoffels Tod für viele seiner Weggefährten völlig überraschend.

Er habe in den vergangenen Tagen sehr häufig an ihn gedacht, bekannte Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski, an dessen Seite Stoffel seit 2009 das Amt des ersten Beigeordneten innehatte. Kaminski beschrieb Rainer Stoffel als einen Mann, der sich bedingungslos für seine Sache eingesetzt habe - und diese Sache sei Wernshausen mit seinen Ortsteilen Niederschmalkalden und Helmers gewesen.

Vor 20 Jahren hatte sich der aus dem hessischen Rosbach stammende Verwaltungswirt für das Amt des Bürgermeisters in der damaligen 3000-Seelen-Gemeinde beworben und die Wernshäuser schenkten ihm ihr Vertrauen - auch in jeder der folgenden Wahlen. "Das schafft man nicht einfach so" sagte Kaminski anerkennend. Auch nach dem Beitritt zur Stadt Schmalkalden im Dezember 2008 blieb Stoffel die erste Wahl für Wernshausen, fortan leitete er als Ortsteilbürgermeister die Geschicke der Werratalgemeinde. Für sie hat er "gekämpft wie ein Löwe", erinnerte Kaminski, da habe es "schon mal gekracht".

Rainer Stoffel hätte sich den Ruhestand gönnen können. Doch "er wollte gebraucht werden und wurde gebraucht, er wollte bewegen und hat etwas bewegt": Seine Spuren, sagte Kaminski, werden die Jahre in Wernshausen überdauern.

Barbara Bechmann, ehemalige Gemeinderätin in Wernshausen und jetzt Stadträtin in Schmalkalden, erinnerte dran, wie sich der Mann aus Hessen vor 20 Jahren im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt habe. Mit Eloquenz und Tatkraft habe er zu überzeugen gewusst. Die Lebenswege und -erfahrungen der Wernshäuser und ihres neuen Bürgermeisters waren unterschiedlich. Dennoch sei man offen aufeinander zugegangen und Stoffel habe, trotz seines Vorsprungs in den Kenntnissen der Verwaltung, nie auf die Wernshäuser heruntergeschaut. Er sei ein Bürgermeister mit Kraft und Macht, Begeisterung und Schärfe gewesen, dessen unbedingter Wille, die Gemeinde voranzubringen, sich auch in zügig gefassten Beschlüssen im Gemeinderat niederschlug. "Das konnte anstrengend sein", bekannte Barbara Bechmann. Stoffel habe den Wandel als Herausforderung und Chance betrachtet.

Seine schwere Erkrankung 1998 bremste ihn nicht. "Arbeit hilft mir am meisten", habe Stoffel gesagt. Stadträtin Bechmann nannte das Bürgerhaus, den Bauhof und die Feuerwehr, die Sporthalle und den Kindergarten als sichtbare Stätten von Stoffels Schaffen, würdigte seinen Einsatz für die Vereine, die er achtete, sowie sein Engagement für die Partnerschaften mit Haunetal in Hessen und dem polnischen Koscian.

Stoffel hat sich in seiner Wahlheimat Wernshausen Anerkennung erworben. "Die Leute sagen, er gehörte doch zu uns" sagte Bechmann und rief die Wernshäuser dazu auf, auch künftig keinen Stillstand zuzulassen. Denn "noch ist nicht alles getan".

An den "Löwen" Stoffel erinnerte auch Mirko Maier, der im Namen der Mainova AG und deren Tochter Werraenergie GmbH sowie die Kommunalbeteiligungsgesellschaft Schmalkalden sprach. Stoffel war acht Jahre lang Aufsichtsratsvorsitzender der Werraenergie. Er habe das Unternehmen durch schwierige Zeiten geführt, heute stehe es gut da. Auch Maier erinnert sich an "oft wortreiche" Verhandlungen mit Stoffel. "Doch welcher Löwe", fragte er, brüllt schon lautlos?"

Regina Lochner sprach für die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Sie erinnerte an die "große Umstellung" durch den neuen Chef namens Stoffel, der für den Einzelnen weniger Lob übrig hatte, Anerkennung und Stolz für die Sache jedoch sehr wohl. Es gebe Menschen, die Spuren hinterlassen. Rainer Stoffel tut es.

    
    

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