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Eismassen bedrohen Häuser in Rosa

Die bittere Kälte hat Deutschland fest im Griff, auch das Rosatal.

Von Erik Hande
  • Bürgermeister Ulrich Leifer weist auf die, inzwischen wieder vereiste, Querrinne und den nachträglich aufgeschütteten Wall. Im Moment hält der Schutz, die Frage bleibt, was passiert, wenn Tauwetter einsetzt? Foto: Erik Hande
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Rosa - "Es ist unvorstellbar, so etwas hat es im Ort noch nicht gegeben", sagte gestern Ulrich Leifer. Der Rosaer Bürgermeister stand am oberen Ende des Seewegs und schaute schier ungläubig auf die Eismassen, welche an vier, fünf Häusern vorbei in Richtung Ernst-Thälmann-Straße vordringen. Dabei ist er wenigstens schon eine Woche lang mit dem Problem konfrontiert, die angrenzenden Häuser vor Wasser und Eis zu bewahren. Denn das vom Röhrberg herunterströmende Quellwasser gefriert auf dem Weg ins Tal und bildet immer neue Eisschichten.

Längst hat sich die Eisdecke auf einer Strecke von über 300 Meter in den Ort vorgearbeitet. Heimtückisch ist dabei jener Umstand, dass das Wasser unter dem Eispanzer stetig weiterfließt. Wie bei einem schmelzenden Gletscher strömt das Wasser somit ins Tal und bei den gegenwärtigen frostigen Temperaturen fängt es dann an zu vereisen. "Mein Haus wäre schon längst vom Wasser überflutet", berichtete Anlieger Olaf Handschuh.

Weil Bürgermeister Leifer seit Sonntag mit Anwohnern auf Abhilfe sann, bekam man das Problem einstweilen in Griff. "Überall, wo ich um Rat und Hilfe nachgefragt habe, bekam ich nur abschlägige Antworten", sagte Ulrich Leifer. Dabei war Gefahr im Verzug. Immerhin drohte das Wasser im Seeweg in die flachen Grundstückseinfahrten und Hauskeller zu fließen.

"Schäden in Größenordnungen würden an den Häusern entstehen, wenn die Wassermassen in Fundamenten auffrieren würden", erklärte der Ortschef. Nachdem sich die Eislawine am Freitag und Samstag immer mehr ausgebreitet hatte, rief der Bürgermeister das Unternehmen Fuhr- und Baggerbetrieb Rexhäuser im benachbarten Eckardts um Hilfe. Mithilfe von Technik gelang es am Sonntagnachmittag eine Querrinne auszuheben.

Damit konnte, so die Idee des Ortschefs, das Quellwasser auf eine angrenzende Wiese umgeleitet und von den Häusern und der Straße ferngehalten werden. Mit den privaten Eigentümern der Grünfläche hatte Ulrich Leifer gesprochen und sich das Einverständnis dafür geholt. Doch die Natur suchte sich wieder eigene Wege. Nachdem die Rinne halb zugefroren war, floss das Wasser plötzlich an der bisherigen Eisschicht vorbei erneut in Richtung Seeweg. Wieder war rasches Handeln gefragt. Noch einmal rückte der Bagger aus Eckhardts an.

Jetzt wurde ein Wall aufgeschüttet, damit das Wasser wirklich nur noch auf die angrenzende Wiese fließen konnte. "Man stellt sich das eigentlich einfach vor, aber bei dem gefrorenen Boden ist das Schwerstarbeit, nur von Hand gar nicht machbar", sagte Ulrich Leifer. Inzwischen türmt sich das Eis auf der Wiese schätzungsweise 40 bis 50 Zentimeter hoch. Unten drunter fließt immer noch Quellwasser vom Röhrberg herunter. Manches Mal bricht das Eis durch die Wucht des Wassers an einer Stelle auf.

Die Natur ist im Moment eben nur gebannt und keineswegs gezähmt. "Hätten wir nicht so gehandelt, würde das Eis jetzt in der Ernst-Thälmann-Straße stehen und sich in Richtung Hauptstraße bewegen", schätzte der Bürgermeister ein. Sicherheitshalber hat er schon ein paar Sandsäcke in Breitungen geholt, damit bei plötzlich einsetzendem Tauwetter die Grundstücke vor dem Wasser geschützt werden können. Wenn die Wetterlage sich grundsätzlich ändert, soll von der vereisten Wiese ein Graben zum nächsten Vorfluter gezogen werden, damit das Quellwasser einen schadlosen Abfluss finden kann.

    
    

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