zuletzt bearbeitet: 21.02.2012 09:54 Uhr
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Die Suche nach dem Superbauern
Dreimal volles Haus und ein zufriedenes Publikum - die Mitglieder des HCC können auf den Karneval 2012 stolz sein. Die Mühen und der Stress der vergangenen Monate hatten sich gelohnt.
Heßles - Die Kleinsten hatten am Sonntagnachmittag die Bühne und den Saal der Clubgaststätte fest im Griff. Zum Kinderkarneval waren viele kleine Narren auch aus der Region mit Mama, Papa, Oma und Opa angereist. Der Fambacher Ortsteil mit seinen nicht mal 400 Einwohnern ist aber nicht nur zum Kinderfasching auf Gäste aus anderen Gemeinden angewiesen, zumal jeder zehnte Bewohner selbst beim Karneval aktiv ist. Umso schöner war es für die Vereinsmitglieder, zu sehen, dass sowohl am Freitag zur Weiberfastnacht als auch am Samstag zur Sitzung des närrischen Rates kein Platz freiblieb.
Die "Welle Ände" hatten an beiden Tagen ein mitreißendes, unterhaltsames und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. In der Bütt wurde Till (Björn Herrmann) diesmal vertreten, er war an Burnout erkrankt. Dass der Bundespräsident einen Tag vorm Fasching zurücktrat, passte ihm gar nicht, waren doch die Witze über ihn damit hinfällig geworden. Aber er lüftete ein Geheimnis: "Der Wulff soll jetzt Chefretter der Griechen werden, denn nur er kennt sich damit aus, wo es gibt die günstigsten Kredite auf Erden." Die "Aktuelle Kamera" war im Vergleich zum Original im DDR-Fernsehen sehr viel witziger. Besonders die Fotos, die die Nachrichten von Nachwuchstalent Florian Siebert bebilderten, sorgten für Brüller.
Zur Weiberfastnacht waren Brigitte Weisheit, Silke Wolf sowie Katharina Sittig und Kai Lehmann als Hunziker und Gottschalk für die Lacher in der Bütt zuständig. Letzterer trat als "Doktor" am Samstag nochmals mit HCC-Präsident Holger Häfner im nicht mehr existierenden Heßleser Wirtshaus auf. Ihre Unterhaltung wurde von etwas ungewöhnlich pinkelnden Elferratsmitgliedern mehrfach unterbrochen. Lehmann wusste, dass der Papst ab jetzt bei den Stadtratssitzungen in Schmalkalden dabei sein wird. "Er will sein Versprechen halten, immer da zu sein, wo das Elend am größten ist."
Sissi (Sebastian Heß) und Franz (Björn Herrmann) boten zur Weiberfastnacht nicht nur was fürs Ohr, sondern auch fürs Auge in ihren wunderschönen Kostümen aus der Zeit, "wie Böhmen noch bei Österreich war". Ebenso wunderschön und zuckersüß präsentierten sich das Kinderprinzenpaar Josephina und Jacob sowie Hofstaatmeister Niklas. Akzente setzten einmal mehr die Balletts: das Kinderballett und das Damenelferratsballett waren auf der Alm zugange, die Teenies vertanzten professionell Hits von Olaf Henning, das Männerballett ließ Modern Talking auferstehen und das Alte-Herren-Ballett nahm die Eurokrise, dem Alter angemessen mehr spielerisch als tänzerisch, aufs Korn.
Die Gardetänzerinnen und die Tanzmariechen brachten Akrobatik und karnevalistischen Tanz, gepaart mit Grazie und Glanz, auf die Bühne. Mitreißend und toll anzusehen war der Auftritt der sexy Can-Can-Tänzerinnen. Das Männer-Tanzpaar Enrico Sittig/Martin Häfner als Anton & Antonia riss das weibliche Publikum am Freitag zu stehenden Ovationen hin. Zugaben aller Balletts waren Ehrensache.
Zur Weiberfastnacht hatte der Damenelferrat die Männerballetts der rot-weißen Sandhoasen aus Breitungen und der Feuerwehr Fambach eingeladen, die als Gladiatoren bzw. mit der Rocky-Horror-Picture-Show die Entenbühne beben ließen. Die Damen suchten auch den "Superbauern". Sechs Männer aus Breitungen, Fambach und Heßles stellten sich der schwierigen Prüfung aus Maßkrugstemmen, Fingerhakeln und Schuhplattlern. Lokalmatador Bernd Schneider errang den Titel nach hartem Kampf.
Am Samstag bekam Bürgermeister Ronny Römhild den Schlüssel fürs Rathaus zurück. Er hatte Unterstützung aus Breitungen mitgebracht. Amtskollege Peter Heimrich kam zwar als Scheich, hatte aber auch keine Ölquelle für die Heßleser Narren dabei, die dringend eine neue Wirkungsstätte brauchen.
Alles in allem ein gelungener 39. Karneval des HCC. Der wieder nur möglich war, weil sich die Mitglieder schon seit Monaten treffen, um das Programm zusammenzustellen. Neben den Akteuren, die auf der Bühne den Applaus bekommen, gibt es noch viele, die im Hintergrund arbeiten, wie die Choreografinnen, fleißigen Näherinnen, allen voran Vorstandsmitglied Christina Sameith, Bühnenbildner, Techniker, Köche, Kellner und sonstige Helfer, die zig Stunden ihrer Freizeit opfern, um das kleine und große Publikum zu den Veranstaltungen zu erfreuen. Nun heißt es: Auf zum 40.! swo
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