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Angemessener Rahmen im Plan

Lückenbau in der Judengasse ist abgerissen worden / Wie mit dem Andenken umgehen?
  • synagoge2_240410 Die ehemalige jüdische Synagoge in der Judengasse. Das Gotteshaus wurde in der Pogromnacht des Jahres 1938 gesprengt. Foto: privat
     
  • Abriss_Judengasse_2004_2304 Eine große Lücke ist von der ehemaligen Werkstatt in der Judengasse übriggeblieben. Foto: fotoart-af.de
     
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Schmalkalden - Einmal im Jahr warf ein Beamer das Bild der einstigen Synagoge auf die weiße Wand der ehemaligen Autowerkstatt in der Judengasse. Bei den jährlichen Gedenkfeiern für die Opfer der Pogromnacht erinnerte lediglich noch eine Tafel an die damaligen Geschehnisse. Denn die wenigsten Menschen, die heute in Schmalkalden leben, kennen das jüdische Gotteshaus aus eigenem Erleben. Jetzt ist der Lückenbau abgerissen worden und es stellt sich die Frage, wie mit dem Andenken an die jüdischen Mitbürger umgegangen werden soll. In der Nacht des 9. November 1938 wurden ihre Geschäfte zerschlagen. Auf dem Altmarkt mussten sie die Scherben zusammentragen und wurden dann in Vernichtungslager abtransportiert. Ihr erst neu gebautes jüdisches Gotteshaus wurde gesprengt.

Martin Johannes kann sich an das Gartentor erinnern. Links und rechts Grün, führte ein kleiner Weg zum Eingang der Synagoge. Die Mitte des Gebäudes teilte eine Glasgestaltung als "Quelle des Lichts". Außerdem, so weiß der praktizierende Christ, seien alle Synagogen mit einem Bibelspruch gewidmet. Wie zum Beispiel mit alttestamentarischen Versen wie "öffnet die Tore der Gerechtigkeit" oder "wisse vor wem du stehst".

Mit der Abrissgenehmigung für das ehemalige Opel-Autohaus in der Judengasse und der Baugenehmigung für das Parkhaus in der Kothersgasse haben die Investoren den Auftrag bekommen, die Lücke in der Judengasse zu bebauen. Architekt Falko Kümpel hat das Konzept eines Wohn- und Geschäftshauses an den Investor geschickt. Dabei soll auch ein kleiner Innenhof entstehen.

Vor dem Abriss sei die Gedenktafel für die Opfer der Reichspogromnacht entfernt und sichergestellt worden, sagt der Architekt. Bisher sei die Rede davon, dass die Tafel aufgearbeitet werde und einen "anständigen Standort" bekomme. "Es ist angedacht, betreutes Wohnen oder eine Tagespflege in das Haus zu bringen, also nicht nur Kommerz", sieht Falko Kümpel einen angemessenen Rahmen. Wichtig wäre den Bauherren auch die Meinung der Jüdischen Gemeinde in Thüringen.

Deren Vorsitzender, Wolfgang Nossen, sagte, er habe vor einigen Monaten bereits mit Bürgermeister Thomas Kaminski über dieses Thema gesprochen. Dieser könne sich eine würdigere Gedenkstätte vorstellen. Auf keinen Fall sollte eine solche Gedenkstätte ohne die Mitwirkung der Jüdischen Landesgemeinde gestaltet werden, brachte Wolfgang Nossen zum Ausdruck. Kurt Pappenheim ist froh, durch den Neubau einen Ort zu bekommen, an dem viele Menschen der Stadt der Zerstörung der Synagoge und der Schoah gedenken können. Er kann sich vorstellen, dass die Fotos der Synagoge vor und nach der Zerstörung gegenübergestellt werden.

Bürgermeister Thomas Kaminski teilte auf Anfrage mit, dass diese Frage noch nicht in den Ausschüssen der Stadt diskutiert worden sei. Wenn bei der Gestaltung der Innenstadt Geschichte und Geschmack aufeinanderträfen, dann ist der Altstadtbeirat gefragt, dem Vertreter der Kirche und Künstler angehören. Der Beirat, so versicherte Kaminski, sei für Vorschläge offen und werde darüber diskutieren und schließlich dem Stadtrat einen Vorschlag machen. Sechs bis neun Monate seien dafür noch Zeit. lou

    
    

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