» zur Übersicht Schmalkalden
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   
Angebote zu wenig bekannt

"Leben mit wenig" - das Thema des Projekts spiegelt im Großen und Ganzen auch die Lebenssituation derjenigen wider, die sich an der Fragebogenaktion beteiligt haben.

Von Annett Recknagel
  • Susann Pfeifer präsentiert die aufgerollte Papierrolle. Foto: Annett Recknagel
Bild von

Schmalkalden - "Es war eine Chance für alle", sagte Susann Pfeifer jüngst im Rathaussaal. Dort hatte sie die von ihr ausgewerteten Fragebögen zur Thematik "Leben mit wenig" vorgestellt. In Schmalkalden waren 371 zurückgekommen. Die Altersspanne der Befragten lag zwischen 27 und 44 Jahren. Senioren hatten sich nur einige wenige beteiligt. Größtenteils seien die Befragten verheiratet, arbeiteten in Vollzeit und verdienten zwischen 800 und 2100 Euro monatlich.

In einem waren sich alle Befragten einig: In Schmalkalden fehlt ein Kino. Der Wunsch nach mehr Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche sei in allen drei Gemeinden, die Fragebögen wurden in Bermbach, Brotterode und Schmalkalden verteilt, geäußert worden. Allerdings gilt es zu beachten, dass von 5000 ausgegebenen Exemplaren nur 478 ausgefüllt wurden. "Für uns ist das ein erstes Stimmungsbild", schätzte Diakoniepfarrer Ingo Schäfer ein.

Das Projekt als Kooperation zwischen Stadt Schmalkalden und den evangelischen Kirchengemeinden wurde bereits im Hauptausschuss und im Kirchenvorstand in Brotterode sowie im Schmalkalder Stadtrat vorgestellt. Die Umfrageergebnisse in Bermbach und in Brotterode wurden bei mehr oder weniger großem Interesse auch schon öffentlich gemacht. In Bermbach regte man zur Bildung eines "Runden Tisches" an. Auch von den etwa 20 Gästen im Rathaussaal, darunter der erste Beigeordnete der Stadt, Rainer Stoffel, und Renate Löscher, Vorsitzende des Kirchenkreisvorstandes, wurde diese Idee für gut befunden. Projektverantwortliche Susann Pfeifer begann ihre Ausführungen mit einer Fotopräsentation, die sieben Jugendliche aus dem Jugendhaus Walperloh aufgenommen haben. Auch betonte sie, dass die Umfrageergebnisse keine empirische Erhebung, sondern vielmehr ein Meinungsbild darstellen.

Mit ihrer Stadt seien die meisten der 371 Befragten recht zufrieden. Auch Fragen nach dem privaten und beruflichen Umfeldern ergaben zumeist positive Antworten. Nicht zufrieden waren einige mit ihrer finanziellen Situation, der eigenen Mobilität und stellenweise mit der Erwerbstätigkeit. Kirchliche und sportliche Angebote würden oft genutzt, kulturelle ab und an. Zuallererst informierten sich die Befragten über die Tageszeitung, erst an Position zwei kommt - noch vor dem Internet - der Buschfunk.

Die Wünsche der 371 Umfrageteilnehmer hatte Susann Pfeifer auf Papier gebracht und aneinandergeklebt. Zusammengerollt überreichte sie je ein Exemplar an Rainer Stoffel und Renate Löscher. In der sich an die Vorstellung der Umfrageergebnisse anschließenden Diskussionsrunde wurde das weitere Vorgehen des Projektes "Leben mit wenig" besprochen. Karola Leyh von der Kreisdiakoniestelle stellte heraus, dass man nicht bei Null anfangen brauche, sondern zusammenstellen solle, was gerade an Angeboten für Kinder und Jugendliche vorhanden sei. Treffpunkte gebe es in Schmalkalden genug, meinte Jana Lenk, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schmalkalden. Auch über das Projekt "nelecom" habe man versucht, an Jugendliche verstärkt heranzukommen. Selbst zum Jugendparlament sei eingeladen worden.

Leider habe niemand daran Interesse gezeigt. Ralph Winter, Leiter der Erziehungsberatungsstelle des Diakonischen Werkes, wies darauf hin, dass die Befragten alles Eltern seien, die mehr Angebote für ihre Kinder forderten. Oftmals würden gerade Beratungsangebote nicht wahrgenommen, einfach auch, weil sie unbekannt seien.

Die 27- bis 44-Jährigen wissen nicht, was in Schmalkalden angeboten wird, deshalb sollte man die Angebote bündeln, schlug Günter Pfaff von der Verbraucherberatungsstelle vor. Auch Stadträtin Magdalene Saal (Die Linke) bezeichnete die Angebote für Kinder und Jugendliche in Schmalkalden als sehr gut. Allein die Frage, warum sie nicht angenommen würden, sei der Knackpunkt. Pfarrer Schäfer sprach diesbezüglich von einem "Aktivierungsproblem". Wichtig sei es, zunächst die Durchlässigkeit der Angebote zu prüfen und als Einrichtungen, die Angebote machen, stärker aufeinander hinzuweisen. Aufgaben für den "Runden Tisch" gebe es damit ausreichend.

    
    

Diesen Artikel

  • Teilen:
  •  
  • Facebook
  •  
  • MySpace
  •  
  • Twitter
  •  
  • StudiVZ / MeinVZ
  •  
  • Google
  •  
  •  
Bewertung: 
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
0 Bewertungen (Sie müssen angemeldet sein)
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername
Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf insuedthueringen.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Ȇbersicht Schmalkalden

Heiko Gerull will Bürgermeister werden

Bis Dienstagmittag lagen der Breitunger Wahlleiterin die Unterlagen eines Bürgermeisterkandidaten vor. Es sind die eines Überraschungskandidaten: Heiko Gerull vom Verein "Gervina". »mehr
    
    

 
Freiwillig, aber keineswegs umsonst

Engagement im Kulturbereich für ein Taschengeld und wertvolle Erfahrungen: Seit September 2011 absolviert Maximilian Grä... »mehr
    
 
    

 
280 Kilo über dem Feuer

Geschmückt wie ein Pfingstochse lautet eine Redensart - in Breitungen ist er vor allem eines: sehr lecker. »mehr
    
 
    

 
Führerschein nur noch in Dreißigacker

Seit Anfang April ist die Schmalkalder Außenstelle der Fahrerlaubnisbehörde geschlossen. Zulassungen, Um- und Abmeldunge... »mehr
    
    

Das könnte Sie auch interessieren 

    
    

Party

 
    

Nachrichten

 
    

Sport

    
    

Magazine

Stadtfest Ilmenau 2012
Leserreisen 2012
Gästezeitung Thüringer Wald
Bikers Guide 2012
Landesgartenschau 2012
t-wood 2012
Bikers Guide 2012
Gesundheitsforum März 2012
Gesundheitsführer Hildburghausen
Sportkalender HBN 2012
Thüringen im Blick
FH-Schmalkalden
Sportkalender Suhl 2011
Gesundheitsführer Schmalkalden
Anpfiff FW/STZ
Anpfiff FW
Gesundheitsführer Suhl
    
Anzeige
    

Umfrage

Lade TED
 
Die Umfrage wird geladen, bitte warten...
 

    
    

Deutschland hat im Ostseerat den Hut auf

Deutschland führt zur Zeit eine wichtige Gruppe an: den Ostseerat. Unser Land hat seit fast einem Jahr den Vorsitz, deshalb ist Bundeskanzlerin Angela Merkel diese Woche auch die Gastgeberin beim Ostseerats-Gipfel in Stralsund. »mehr
    
    

Webcams aus der Region 

Eine Vielzahl von Webcams, die von Firmen, öffentlichen Einrichtungen oder Privatpersonen installiert wurden, zeigen aktuelle Bilder aus der Region. »mehr
    
    

Silly wird die Suhler Schwarzbiernacht rocken 

Mit dem Liveprogramm zur Erfolgsplatte "Alles rot" eröffnen Anna Loos und Silly am Pfingstsamstag, 26. Mai, die Suhler Schwarzbiernacht. Ab sofort gibt es die Karten. »mehr
    
    

Börseninformationen