zuletzt bearbeitet: 27.09.2011 09:33 Uhr
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Aktion bei Auktion
Ihre individuellen Gebote konnten potenzielle Käufer von Kunstgegenständen bei einer Auktion in den historischen Gemäuern hoch über der Werra in Breitungen abgeben.
Breitungen - Erstmals fand auf Schloss Herrenbreitungen eine Versteigerung von Kunst- und Gebrauchsgegenständen statt. Schlossherr Martin Koenitz hatte dazu gemeinsam mit dem Auktionshaus Franke aus Nürnberg eingeladen. Etwa 40 Interessenten kamen vor Ort, etliche Telefonbieter nahmen daran live aus der Ferne teil. Zudem gab es vorab schon mehrere Offerten von Bietern aus dem Internet.
Am Ende eines langen Auktionstages hatten Objekte bis nach Russland und Italien den Besitzer gewechselt. Über den erlösten Betrag vereinbarten das Auktionshaus und der Schlossherr Stillschweigen. Es sei nicht üblich, diese Beträge zu nennen, meinte Martin Koenitz. "Es ging gerade so auf, wir lagen etwa 20 Prozent unter dem gewünschten Betrag", sagte der Schlossherr aber. Anhand der im Vorfeld erhofften Erlöse könnten das zirka 25 000 Euro gewesen sein. Immerhin bestätigte Martin Koenitz unabhängig davon einen Betrag von mehreren zehntausend Euro.
"Das hat mir geholfen, es hat technisch alles geklappt und einige schöne Höhepunkte gab es außerdem", schilderte der Kunsthändler den Verlauf der Auktion. So sei zum Beispiel ein chinesisches Fischbecken von mehreren Telefonbietern auf einen Auktionspreis von 3000 Euro gesteigert worden. Ein Gemälde ging vom Einstandspreis von 280 Euro durch zahlreiche Gebote auf einen Preis von 2000 Euro hoch. "Das hätte ich wiederum auch nicht erwartet", bekannte Martin Koenitz mit Blick auf den Auktionsbestand. Selbst hatte er schon an mehreren Auktionen als Bieter teilgenommen, als Anbieter aber war es für ihn eine Premiere. Für die meisten Gäste im Saal des Schlosses dürfte es ebenso Neuland gewesen sein, sich an einer Auktion zu beteiligen. "Da sind Berührungsängste gewesen", beklagte der Schlossherr einen sehr verhaltenen Start. Sowohl die Zahl der Gebote wie auch die Erhöhungsschritte waren auffällig vorsichtig.
Dabei hatte Auktionsleiterin Eva Franke zu Beginn die einfachen Regeln gut erklärt. Bei einem Limit (Startpreis) unter 80 Euro gehen Gebote in 5-Euro-Schritten weiter. Über 80 Euro wird bei jedem Gebot automatisch um zehn Prozent erhöht. Wer eines der knapp 1000 Objekte ersteigert hatte, bezahlte darauf einen 22-prozentiges Aufgeld und konnte sein Gemälde, Graphik, Schmuck oder Möbelstück sofort mitnehmen. "Greifen Sie zu, es sind einige interessante Sachen zu günstigen Preisen dabei", ermunterte Kunsthistorikerin und Auktionatorin Eva Franke die Bieter.
Doch erst bei einem Halb-Schrank aus dem 18. Jahrhundert mit original Schloss und Schlüssel regten sich erste Bieter. Beim vorgestellten Meißner Porzellan und auch bei Silber gab es zunächst fast gar keine Gebote. "Das zeigt, die Angst vor dem Währungs-Crash ist noch da, sonst wären Silber und Schmuck gleich weg", sagte Martin Koenitz zwischenzeitlich. Ebenso beklagte er, dass Graphiken nicht sehr nachgefragt wurden. Freilich fand eine Graphik der Ruine Hallenburg ihren Besitzer, eine uralte Münze ging nach Bad Salzungen und ein Siegel wechselte nach Stützerbach. Dennoch war die Nachfrage aus der Region eher verhalten.
Dagegen fanden Möbel, später auch andere Kunstgegenstände vor allem bei telefonischen Bietern Interesse. Ein viertel Jahr hatten die Vorarbeiten gedauert. Vom Erfassen und Katalogisieren, Fotografieren und Beschreiben der Kunstgegenstände bis zur Organisation der Vorbesichtigungen und der eigentlichen Auktion war viel Arbeit notwendig. "Es hat aber unheimlich viel Spaß gemacht, wir haben Leute ins Schloss bekommen, die sonst vielleicht den Weg nicht hierher gefunden hätten und viele wissen jetzt auch, dass es hier einen Kunsthändler gibt, bei dem man etwas kaufen kann", umriss Martin Koenitz den positiven Effekt der Auktion. Zudem hätten jetzt vielleicht auch einige Menschen mehr Interesse an einer Auktion gefunden und kommen beim nächsten Mal vielleicht wieder.
Noch ist die Versteigerung aber nicht beendet. Seit heute können Interessierte noch die ganze Woche im Schloss zur Nachversteigerung kommen. Hier sind Kunstgegenstände, darunter viele Möbel, zum Einstandspreis zu erwerben. Schmuck und Silber werden dagegen weiter im Auktionshaus Franke in Nürnberg versteigert.
Er rechne noch fest mit weiteren Erlösen, so dass sich die Auktion insgesamt als Erfolg gestaltet. Mit dem Geld werde er die Sanierung am Schloss weiter voranbringen können, rückte Martin Koenitz den eigentlichen Anlass für die Auktion noch einmal in den Mittelpunkt.
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