zuletzt bearbeitet: 22.02.2012 09:48 Uhr
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Neue Ehrung: Der goldene Besen
Der Phantasie der Wasunger Narren sind kaum Grenzen gesetzt. Ein Wasunger Friseur erhielt jetzt als Auszeichnung ein "Goldenes Kehrzeug".
Wasungen - Dass es Auszeichnungen wie Orden und Urkunden nur so hagelt, gehört zum Karneval wie die Pappnase und die Narrenkappe. Immer wieder werden neue Formen an Auszeichnungen ersonnen. Nachdem es vor Jahren schon einmal ein Friseur zur Auszeichnung mit dem Wasunger Lügenorden gebracht hatte, wurde zum diejährigen Karneval erstmals das "Goldene Kehrzeug" verliehen - an den Wasunger Friseurmeister Manfred Kallenbach.
Närrisches Suppenessen
Die Ehrung im Rahmen des "16. närrischen Suppenessens" des Wasunger Fanfarenzugs nahm kein Geringerer vor als Bürgermeister Manfred Koch. Manfred Kallenbach habe sich durch tägliches mehrmaliges Kehren des Bürgersteigs vor seinem Salon und des Rinnsteins um das saubere Erscheinungsbild der Stadt Wasungen in besonderer Weise verdient gemacht.
Sein Wirken möge für andere als gutes Beispiel glänzen, sagte Koch in seiner Laudatio vor mehreren Dutzend ausgelassener Narren und überreichte dem verdutzten Figaro eine Urkunde nebst goldenem Besen und goldenem Kehrblech.
Ob dieser erstmalige Akt zum Anlass für die Kreation eines "Besenordens" als neue närrische Wasunger Auszeichnung genommen werden könnte, blieb allerdings offen.
Auf den Spaß waren Mitglieder das Fanfarenzugs gekommen, die beobachtet hatten, dass sich der Haarschneider über die sich immer wieder schnell ansammelnden Schmutzmengen vor seinem Haus ärgerte. Bei seinen Kehrgängen soll er des Öfteren gemurmelt haben, es wäre an der Zeit, dass ihm die Stadt einen Goldenen Besen verleiht. Na warte, dies soll dir zuteil werden, dachten die immer zu einem Späßchen aufgelegten Bläser. Den Bürgermeister dafür als Laudator mit ins Boot zu holen, war ein Kinderspiel. "Für zwei, drei kostenlose Haarschnitte im Jahr mache ich alles", sagte Koch am Freitag unter Anspielung auf Christian Wulff, der kaum eine Stunde zuvor von seinem Amt als Bundespräsident zurückgetreten war.
Das so genannte Suppenessen am Karnevalsfreitag ist eine inoffizielle Veranstaltung in privaten Räumlichkeiten, bei der sich die Mitglieder des Fanfarenzugs zusammen mit einem Schwung geladener Gäste - allesamt Freunde, Gönner und Sympathisanten des Fanfarenzugs - in Stimmung für den um 14.11 Uhr beginnenden närrischen Umzug der Wasunger Nachwuchsnarren bringen.
Was einst als eine Verlegenheitslösung zur Überbrückung der Zeit zwischen den damals noch getrennt durchgeführten Umzügen des Kindergartens am Vormittag und der Schule am Nachmittag begann, hat sich längst zu einer festen Größe im karnevalistischen Geschehen entwickelt.
Wäre das Suppenessen eine öffentliche Veranstaltung, könnte man sie getrost einen Geheimtipp nennen. Gelebter Volkskarneval ist das Suppenessen allemal. dgc
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