zuletzt bearbeitet: 02.02.2012 09:50 Uhr
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"Wasser-Lothar" nahm Abschied
Ein typischer "Quereinsteiger" war er - und war dennoch für die Hohe Rhön niemand anderes als der "Wasser-Lothar". Lothar Wagner, technischer Leiter des Wasserverbandes, nahm nun seinen beruflichen Abschied.
Kaltensundheim - Im März wird Lothar Wagner aus Oberkatz 63 Jahre alt. Ein paar Tage Urlaub noch vorweg - die Ruhephase seiner Altersteilzeit begann er vorgestern. Und das mit "weichen Knien". Denn er wurde ganz schön überrumpelt von einer kleinen Feier, die seine Kollegen vom Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Hohe Rhön (ZWA) heimlich für ihn organisiert hatten. Und Lothar, der nie so recht im Licht der Öffentlichkeit stehen wollte, musste plötzlich ein paar Worte zum Abschied sagen und sich von vielen die Hand drücken lassen. Letzteres tat er gern und herzlich; das mit den offiziellen Worten fiel ihm schwerer, sagte er.
Trinkwasser im Abseits
Aber er nutzte sie, um all jenen danke zu sagen, mit denen er in den vergangenen 18 Jahren beruflich zusammengearbeitet hatte. "Die 18 Jahre sind so schnell vergangen", meinte er: "Es gab Höhen, aber auch Tiefen." Die größte Investition, die er miterlebt hat, war das Klärwerk in Kaltennordheim. "Und wir haben in den Kommunen doch viel gemacht, trotz knapper Kassen", zog er nüchtern Bilanz. "Hoffen wir, dass es auch noch weitergehen kann. Eines nämlich habe ich nie recht verstanden: Warum die Politik das Trinkwasser so aufs Abstellgleis gestellt hat, dass es seit zehn Jahren keine Fördermittel mehr im Wasserbereich gibt - und das, wo man sonst alles Mögliche fördert! Aber das Lebensmittel Nummer 1, das Trinkwasser, wird stiefmütterlich behandelt. Ich hoffe, da denken die Politiker eines Tages einmal um!"
Immerhin, so erklärte er im Gespräch danach, gebe es heute noch Wassereinrichtungen im Verbandsgebiet, die hätten ihre 100 Jahre auf dem Buckel. Die aktuellen Probleme um das Trinkwasser in Kaltenwestheim (wir berichteten) bedrückten ihn sehr, sagte Lothar Wagner. Zumal sie zwar nicht neu seien, aber angesichts der Finanzsituation des Verbandes schier unlösbar. Womit man wieder bei sinnvoll eingesetzten Fördermitteln wäre ...
Wenn's um Wasser und Abwasser geht, dann kann der sympathische weißhaarige Rhöner sich schon heißreden. Apropos reden: "Mit den Leuten" sprechen, den Kontakt zum Bürger halten, das sei ihm immer wichtig gewesen, sagte der jetzige Vorruheständler. "Lieber etwas einmal mehr erklären als auf Konfrontation gehen." Dass er im Verbandsgebiet fast jeden Keller schon einmal betreten hat, jede wasserwirtschaftliche oder abwassertechnische Anlage kennt, das hat sich in seiner Arbeit stets ausgezahlt. Nicht umsonst weiß in der Hohen Rhön fast jeder, wer gemeint ist, wenn man vom "Wasser-Lothar" spricht.
Dabei hatte Lothar Wagner etwas ganz anderes gelernt: Er wurde bei Robotron in Meiningen und Zella-Mehlis zum Mechaniker mit Abitur ausgebildet. 1965 hatte er dort angefangen, später seinen Diplom-Fachschul-Ingenieur in der Feinwerktechnik gemacht - am Ende "hab ich Robotron auch mit zugeschlossen".
Und so wurde der Mann mit dem technischen Verständnis zum Quereinsteiger: Am 1. November 1993 fing er beim ZWA Hohe Rhön an. Die heutige Chefin beim Meininger Wasserverband Marita Flößner war seine Vorgängerin und war jetzt auch zu seiner Verabschiedung gekommen. Während der Zeit beim ZWA machte Lothar Wagner in Dresden an der Fachschule noch seinen "Wassermeister". Als technischer Leiter für Wasser und Abwasser hat er mit dem ZWA Hohe Rhön, der bekanntlich eine bewegte Geschichte hat, "schon alles Mögliche durch, viele Attacken", erinnerte er sich.
"Gesicht des ZWA"
Verbandsgeschäftsführer Peter Seidemann nannte Lothar Wagner bei der Verabschiedung das "Gesicht des ZWA". Bekannt "wie ein bunter Hund" sei er, schon fast zum Inventar geworden. Sein fachlicher Rat, seine Tatkraft und seine menschliche Unterstützung hätten dem Verband stets geholfen und würden nun fehlen, so Seidemann weiter. "Wir hoffen, er steht uns auch weiterhin mit seinem Wissen zur Verfügung", hieß es. Und dann versuchte Seidemann in einem Gedicht, dem "Pensionär" seine künftig umfangreiche Freizeit madig zu machen - scherzhaft freilich. Dass die Mitarbeiter "Wasser-Lothar" den Ruhestand gönnen, bewiesen sie mit einem Reisegutschein und vielen guten Wünschen. Und auch vom Verbandsvorsitzenden Armin Rauch, von den Geschäftspartnern und den Behörden aus beiden ZWA-Landkreises, von Bürgermeistern und von der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön gab es viele gute Wünsche und Geschenke.
Er wird nun mehr Zeit haben für seine Brieftauben, sagte Lothar Wagner. Und vermutet, dass es ihm eh nicht langweilig werden wird: In Oberkatz hat er zwei Wirtschaften zu betreuen, es wurden zeitweise sieben Gärten bestellt - und dafür kann er sich nun mehr Zeit nehmen als bisher.
Seinen Nachfolger hat Lothar Wagner bereits eingearbeitet und hofft, dass der gegenwärtige Frost diesem nicht gleich übel mitspielt. Denn nach den Frostperioden kam oft die große Überraschung: Wasserzähler, von denen es manchmal selbst der Fachmann nicht vermutet hätte, frieren auf und setzen nach der Tauperiode alles unter Wasser... Doch zum Bereitschaftsdienst, der dann manchmal helfen muss und zu dem Lothar Wagner jahrelang gehörte, zu dem muss er nun nicht mehr ausrücken.
Ralf Schneider (44) aus Bad Salzungen ist Nachfolger als technischer Leiter.
Er hatte sich auf die Ausschreibung des ZWA Hohe Rhön beworben. Schneider ist gelernter Werkzeugmacher und Diplom-Ingenieur für Maschinenbau. Er hat zehn Jahre Erfahrungen im Pumpanlagenbau und bei der Trinkwasserdruckerhöhung in einer Pumpenbaufirma, arbeitete danach sieben Jahre lang bei Mala-Verschlüsse in Breitungen als Leiter der Qualitätssicherung und für Produktionssicherung. Im ZWA hat er bereits eine längere Einarbeitungsphase hinter sich, in der ihn Lothar Wagner begleitete.
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»Alle 7 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare
der "neue"von unbekannt am 11.05.2012 20:24wollte nur mitteilen, der neue ist nicht viel besser, sagt seinen Kunden noch nichteinmal den Tagesgruß! |
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der milimetermannvon unbekannt am 15.04.2012 20:56der millimetermann ist endlich weg, wenn das nicht eine Party wert ist. |
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WAK Kreisvon unbekannt am 28.03.2012 07:42Warum wurde dieser Artikel nin im WAK- KREIS VERöffentlicht? Ich glaube da hätten sie mit noch mehr Kommentaren rechnen müssen. Unter seinen eigenen Kollegen wurder er nur noch der Milimeter Mann genannt. |
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Endlichvon unbekannt am 27.03.2012 18:13Endlich ist die unfreundlichste Person vom ZWA weg. |
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