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Etwas anders als andere

Manches ist ein bisschen anders am Thüringischen Rhön-Gymnasium Kaltensundheim. Künftige Schüler und ihre Eltern kamen gestern zum Tag der offenen Tür, um sich anzusehen, ob die Schule diesen Ruf zu Recht genießt.

Von Iris Friedrich
  • Wer's noch nicht wusste, dem sagten es diese Schüler gern: Man kann statt Zucker das neue Süßkraut Stevia verwenden. Es hat keine Kalorien und schmeckt viel intensiver als Zucker. Ein Esslöffel voll süßt so wie ein Kilo herkömmlicher Zucker. Test? Aber bitte, mit Kinderpunsch konnte man ihn machen. Fotos: Iris Friedrich
  • Hochkonzentriert verfolgten auch künftige Fünftklässler, was der Direktor über ihre mögliche Schule erzählte. Und Live-Musik gab es auch zu hören.
  • Der Schulchor unter Leitung von Ines Richter sang Gospels, Modernes von den "Prinzen" und auch ein festliches Lied.
  • "Hereinspaziert!" Am Empfang gab es für alle Gäste einen "Laufzettel".
  • Auch Ehemalige wie Sabrina Rübsam, hier mit Lehrerin Dorothe Bohnwagner, kamen zum Tag der offenen Tür.
  • Adam Titcher ist Fremdsprachenassistent aus Birmingham und lehrt in Klatensundheim gerade Englisch.
Bild von

Kaltensundheim - Ein "Gymnasium zwischen zwei Landkreisen, das sich dazwischen aber nicht zerreibt" - so nannte Direktor Ulrich Schramm gestern das Haus. Es ist so beliebt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen und auch im Wartburgkreis, dass man nun an die Grenzen der Kapazitäten gerät, verhehlte er nicht. 102 Neuanmeldungen im vergangenen Jahr, vier neue fünfte Klassen - und auch in diesem Februar war das Interesse der "Schnupper-Vierer" wieder groß. Bald ist Anmeldewoche - und die meisten derer, die hier zum Tag der offenen Tür hereinschauen, melden sich am Ende auch wirklich an.

"Kinder und Eltern bekommen bei uns Quantität und Qualität", warb Schramm. Zu den Besonderheiten des Hauses gehört zum Beispiel, dass es erst in der 6. Klasse mit der zweiten Fremdsprache losgeht - die meisten Gymnasien in Thüringen beginnen schon in der 5. Klasse mit zwei Fremdsprachen. "Doch wir sind überzeugt, dass es besser ist, wenn die Kinder sich im ersten Jahr am Gymnasium auf Englisch und auf die neue Schule konzentrieren." In der 6. Klasse gibt es dann umso mehr Stunden in der 2. Fremdsprache. Die 5. Klassen haben zudem wie an ihren Grundschulen - mit denen das Gymnasium engen Kontakt pflegt - ihre speziellen Klassenräume.

Den fächerübergreifenden Unterricht, das ist eine weitere Spezialität der Rhöner Gymnasiums, gibt es in den 9. und 10. Klassen schon seit 1996, damals als erstes Gymnasium in Thüringen. 1999/2000 führte man den Kurs Europa-Sprachen ein - ein bilingualer Unterricht.

Was Eltern noch interessierte: Viele Angebote der Schuljugendarbeit gibt es, von Sport bis Modellbau, und auch ein Mittagessen und eine Kantinenversorgung im Hause.

Von der Ausstattung her ist die Schule auf dem neuesten Stand. Als eigenverantwortliche Schule, die über ihr Budget verfügen kann, wie sei es für richtig hält, und auch dank des Schulfördervereins habe man viele Neuerungen anschaffen können, sagte Schramm.

Dass hinter dem Namen "Thüringisches Rhön-Gymnasium" eine engagierte Lehrer- und Schülermannschaft sowie viele Partner stehen, bewies sich gestern am Tag der offenen Tür erneut. In allen Gängen und Räumen war Leben, überall gab es etwas zu entdecken, fanden Eltern und Schüler Gesprächspartner.

"Spiegel-Entertainment" - die Klasse 9 a von Karin Spiegel - etwa zeigte die gefilmte Interpretation "Augsburger Kreidekreis" nach Bert Brechts Parabel. Chemische Experimente, das Machen der Schülerzeitung, Modellbau-Vorführungen und Umweltschul-Forschungen lockten. Ob es kulinarische Angebote waren, bei denen zum Beispiel der neue kalorienfreie Zucker Stevia eingesetzt wurde, ob man "Weltfrieden" (das berühmte Bananenkuchenrezept aus "Wissen macht Ah") probieren wollte oder Herzhaftes futtern, ob man dem Chor oder den Mädels der "Beatles-Night" zuhörte, ob man die weiße Zaubertafel ausprobierte oder Schach spielte - überall fanden sich interessierte Gäste.

Auch Ehemalige wie Sabrina Rübsam und Fabian Müller waren gekommen - sie hatten 2011 hier ihr Abitur gemacht und studieren nun Rechtswissenschaften und Bioanalytik. Emily Pischko dagegen war wie Florian Schneider aus Kaltensundheim ein "Schnupperkind" - ein möglicher künftiger Fünftklässler. Emilys großer Bruder Robin, der am Gymnasium lernte, legt derzeit ein Highschooljahr in den USA ein und kommt danach wieder zurück.

Nicht dabei waren gestern die Wasunger/Walldorfer Grundschüler. Weil es gestern in Wasungen den Kinderumzug gab, wird man für sie am Mittwoch nächster Woche die Rhön-Gymnasiums-Türen noch einmal zusätzlich weit öffnen - wenn auch nicht mit allen Angeboten wie am gestrigen Tage.

Schüler und Eltern bekommen hier Quantität und Qualität.

Schuldirektor Ulrich Schramm


Thüringisches Rhön-Gymnasium

An dem Gymnasium, das 2011 sein 20-jähriges Bestehen feierte, lernen 570 Schüler aus derzeit 52 Orten in den beiden Landkreisen Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis. Es gab schon Jahrgänge, da Schüler aus 62 Orten vertreten waren. Die Klassen 5 bis 7 sind vierzügig, die anderen Klassenstufen haben jeweils drei Klassen - bis auf die 11. und 12. Klassen, in denen sich derzeit der Geburtenknick deutlich macht. Dort gibt es die wenigsten Schüler.

Am Gymnasium lehren 42 Lehrer und im Religionsunterricht sechs Pfarrer (ein katholischer, fünf evangelische).

Die Schule ist "eigenverantwortliche Schule" und wird im März 20120 nach dem Ablauf von vier Jahren erneut von einem Expertenteam auf ihre Entwicklung hin überprüft.

Sie ist Europa- und Umweltschule, Lese- und Ausbildungsschule.


    
    

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