» zur Übersicht Rhön
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   
Der Luxus eines Feuers

Drei erlebnisreiche Tage verbrachten Mitglieder der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg in und an der Jugendbildungstätte in Schafhausen - auch ein Zeltlager gehörte ganz selbstverständlich dazu.

Von Tino Hencl
  • Vor den Zelten, in denen auch übernachtet wurde: ein Teil der Schulungsteilnehmer in der typischen Kluft der Pfadfinder.
  • Eva Kopic und Stefan Dorbath (l.) und ein weiterer Pfadfinder. Fotos (2): tih
Bild von

Schafhausen - Zu einem Fortbildungslehrgang waren rund 85 Mitglieder der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg DPSG aus dem Diözesanverband Würzburg aufs Gelände des Schullandheimes Thüringische Rhön am Oberg in Schafhausen gekommen.

Jedes Jahr einmal treffen sich die Leiterinnen und Leiter der verschiedenen Altersstufen des Würzburger Verbandes zu einem gemeinsamen Wochenende, um im Rückblick auf das vergangene Jahr Erfahrungen und Erlebnisse zu reflektieren, Informationen auszutauschen und sich auf das anstehende Jahr vorzubreiten. Das Schullandheim Schafhausen fand man über das Internet, erzählt Eva Kopic, Diözesanvorsitzende im Vorstand der Würzburger. Die Größe und Ausstattung der Bildungsstätte passte perfekt, dazu kam das weiträumige Außenareal, welches ebenso genutzt werden sollte.

"Einfach zu leben ist eine wichtige Grundlage bei der Gemeinschaft der Pfadfinder", erläuterte die junge Frau. Und so wurde nicht nur das Haus von den Teilnehmern belegt, sondern auch auf dem Sportplatz davor drei große Zelte, fachmännisch Jurten genannt, aufgebaut.

Das größte davon diente als Versammlungsraum oder zum gemütlichen Zusammensitzen am Abend mit Gesprächen und Gitarrenspiel. In Einzelteile zerlegbar, kann dieses imposant groß wirkende Zelt in unterschiedlichen Größen je nach Bedarf zusammengesteckt werden. Die bereits vorhandene Lagerfeuerstelle wurde damit umbaut, und weil es eine große Dachöffnung gibt, konnte man mit dem "Komfort eines Feuers" den Innenraum beheizen und auch kochen. Die beiden anderen Zelte dienten zum Übernachten. Manche der Pfadfinder bestanden sogar auf der Unterbringung in der Natur. Immerhin war das Wetter am vergangenen Wochenende im Vergleich zu jetzt noch relativ mild, mit Schnee und Temperaturen von bis zu minus 5 Grad in der Nacht.

Trotzdem oder besser genau deshalb fühlten sich alle rundum wohl in der Rhön. Das bestätigte auch Stefan Dorbath, ebenfalls Vorsitzender im Diözesanverband. Er selbst hatte in einem der Zelte übernachtet und fand nichts Besonderes dabei. Vor mehr als 25 Jahren entdeckte er seine Liebe zur Pfadfinderei und hat sich seitdem immer hier engagiert. Zum dreiköpfigen Vorstand gehört noch jemand, der für die seelsorgerische Betreuung der Kinder und Jugendlichen zuständig ist. Bei den Würzburgern übt Malte Krapf dieses Amt aus.

Zu erkennen als solche übrigens sind die Pfadfinder, die aus allen Gegenden des Diözesanbereiches Würzburg angereist waren, an ihrer Uniform, der sogenannten Kluft. Da die Altersgruppen in vier verschiedene Stufen aufgeteilt sind, gibt es Halstücher in verschiedenen Farben, so lassen sich die bundesweit einheitlichen Gruppierungen leicht zuordnen. Zu den Altersstufen gehören übrigens Wölflinge (7 bis 10 Jahre), Jungpfadfinder (10 bis 13), Pfadfinder (13 bis 16) und Rover (16 bis 20 Jahre).

Ein Leben lang

Die Tätigkeit bei den Pfadfindern, zu der auch die Fort- und Weiterbildung der Leiter und Betreuer gehört, ist ehrenamtlich. Es mangelt nicht an Nachwuchs bei den Pfadfindern, sondern eher an Personen, die sich in die Betreuung und Schulung der Jungen und Mädchen einbringen. "Eine Menge Zeit muss man schon dranhängen", geben die beiden Vorsitzenden denn auch zu. Aber sie sagen auch stolz: "Pfadfinder ist man eigentlich ein Leben lang." Beiden macht ihre Arbeit sichtlich Spaß und sie geben ihr Wissen gern an die anderen Kursteilnehmer weiter. Zu den Schwerpunkten der Schulungen in der Bildungsstätte gehörten unter anderem die Themen Teamfähigkeit, Konfliktmanagement und die Entwicklung der Mitglieder durch "learning by doing". Auch die Arbeit mit Behinderten ist ein wesentlicher Bestandteil der Verbandsarbeit.

Mit diesem Wissen geht man gut gerüstet ins neue Pfadfinderjahr, bei dem ganz unterschiedliche Aktionen geplant sind. Von Zeltlagern über Wanderungen mit Karte und Kompass bis zu größeren Exkursionen wie Segeln steht wieder so einiges an.

Zum Abschluss des Besuches in der Thüringer Rhön gaben Eva Kopic und Stefan Dorbath noch eine Lebensweisheit des Gründers der Weltpfadfinderbewegung, Lord Robert Baden Powell, weiter: "Hinterlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast."

Die Pfadfinder

1907 gründete Lord Baden Powell in Großbritannien die erste Pfadfinderbewegung.

Schon 1922 folgt die Weltpfadfinderbewegung, die deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg gibt es seit 1929.

Der DPSG ist mit rund 95000 Mitgliedern heute einer der größten Kinder- und Jugendverbände in der Bundesrepublik und feierte 2009 sein 80-jähriges Jubiläum.

Gegliedert nach Stämmen, Bezirken und Diözesen, sind in der Diözese Würzburg rund 2500 Mitglieder in 50 Stämmen organisiert.

Pädagogisches Ziel ist die Erziehung von jungen Menschen zu Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Pfadfinder entdecken ihre Umwelt durch bewusstes Handeln. Ihr Verständnis der Welt beruht auf christlichen Grundsätzen.

Die Mitgliedschaft ist nicht an eine bestimmte Konfession gebunden. tih


    
    

Diesen Artikel

  • Teilen:
  •  
  • Facebook
  •  
  • MySpace
  •  
  • Twitter
  •  
  • StudiVZ / MeinVZ
  •  
  • Google
  •  
  •  
Bewertung: 
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
0 Bewertungen (Sie müssen angemeldet sein)
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername
Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf insuedthueringen.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

»Übersicht Rhön

Tödlicher Unfall auf der B 285

Auf der Bundesstraße 285 zwischen Kaltennordheim und Abzweig Fischbach ist gestern gegen 13 Uhr ein 59-jähriger Autofahrer bei einem Unfall gestorben. »mehr
    
    

 
Frontal-Crash: Fahrer stirbt, drei Männer schwer v...

Kaltennordheim - Auf der Bundesstraße 285 zwischen Kaltennordheim und Abzweig Fischbach ist am Dienstag, 29. Mai, gegen ... »mehr
    
 
    

 
Gewimmel auf Wiesen und im Wald

Mehr Schüler als sonst waren bei den Waldjugendspielen des Forstamtes Kaltennordheim in Schafhausen dabei: über 400 aus ... »mehr
    
 
    

 
Zum zweiten Mal wird es rücken

Als einziger Ort aus dem Landkreis Schmalkalden Meiningen hat Kaltenwestheim jetzt den Sprung in die Dorferneuerung gesc... »mehr
    
    

Das könnte Sie auch interessieren 

    
    

Party

 
    

Nachrichten

 
    

Sport

    
    

Magazine

Stadtfest Ilmenau 2012
Leserreisen 2012
Gästezeitung Thüringer Wald
Bikers Guide 2012
Landesgartenschau 2012
t-wood 2012
Bikers Guide 2012
Gesundheitsforum März 2012
Gesundheitsführer Hildburghausen
Sportkalender HBN 2012
Thüringen im Blick
FH-Schmalkalden
Sportkalender Suhl 2011
Gesundheitsführer Schmalkalden
Anpfiff FW/STZ
Anpfiff FW
Gesundheitsführer Suhl
    
Anzeige
    

Umfrage

Lade TED
 
Die Umfrage wird geladen, bitte warten...
 

    
    

Deutschland hat im Ostseerat den Hut auf

Deutschland führt zur Zeit eine wichtige Gruppe an: den Ostseerat. Unser Land hat seit fast einem Jahr den Vorsitz, deshalb ist Bundeskanzlerin Angela Merkel diese Woche auch die Gastgeberin beim Ostseerats-Gipfel in Stralsund. »mehr
    
    

Webcams aus der Region 

Eine Vielzahl von Webcams, die von Firmen, öffentlichen Einrichtungen oder Privatpersonen installiert wurden, zeigen aktuelle Bilder aus der Region. »mehr
    
    

Silly wird die Suhler Schwarzbiernacht rocken 

Mit dem Liveprogramm zur Erfolgsplatte "Alles rot" eröffnen Anna Loos und Silly am Pfingstsamstag, 26. Mai, die Suhler Schwarzbiernacht. Ab sofort gibt es die Karten. »mehr
    
    

Börseninformationen