zuletzt bearbeitet: 03.02.2012 09:45 Uhr
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Der Luxus eines Feuers
Drei erlebnisreiche Tage verbrachten Mitglieder der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg in und an der Jugendbildungstätte in Schafhausen - auch ein Zeltlager gehörte ganz selbstverständlich dazu.
Schafhausen - Zu einem Fortbildungslehrgang waren rund 85 Mitglieder der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg DPSG aus dem Diözesanverband Würzburg aufs Gelände des Schullandheimes Thüringische Rhön am Oberg in Schafhausen gekommen.
Jedes Jahr einmal treffen sich die Leiterinnen und Leiter der verschiedenen Altersstufen des Würzburger Verbandes zu einem gemeinsamen Wochenende, um im Rückblick auf das vergangene Jahr Erfahrungen und Erlebnisse zu reflektieren, Informationen auszutauschen und sich auf das anstehende Jahr vorzubreiten. Das Schullandheim Schafhausen fand man über das Internet, erzählt Eva Kopic, Diözesanvorsitzende im Vorstand der Würzburger. Die Größe und Ausstattung der Bildungsstätte passte perfekt, dazu kam das weiträumige Außenareal, welches ebenso genutzt werden sollte.
"Einfach zu leben ist eine wichtige Grundlage bei der Gemeinschaft der Pfadfinder", erläuterte die junge Frau. Und so wurde nicht nur das Haus von den Teilnehmern belegt, sondern auch auf dem Sportplatz davor drei große Zelte, fachmännisch Jurten genannt, aufgebaut.
Das größte davon diente als Versammlungsraum oder zum gemütlichen Zusammensitzen am Abend mit Gesprächen und Gitarrenspiel. In Einzelteile zerlegbar, kann dieses imposant groß wirkende Zelt in unterschiedlichen Größen je nach Bedarf zusammengesteckt werden. Die bereits vorhandene Lagerfeuerstelle wurde damit umbaut, und weil es eine große Dachöffnung gibt, konnte man mit dem "Komfort eines Feuers" den Innenraum beheizen und auch kochen. Die beiden anderen Zelte dienten zum Übernachten. Manche der Pfadfinder bestanden sogar auf der Unterbringung in der Natur. Immerhin war das Wetter am vergangenen Wochenende im Vergleich zu jetzt noch relativ mild, mit Schnee und Temperaturen von bis zu minus 5 Grad in der Nacht.
Trotzdem oder besser genau deshalb fühlten sich alle rundum wohl in der Rhön. Das bestätigte auch Stefan Dorbath, ebenfalls Vorsitzender im Diözesanverband. Er selbst hatte in einem der Zelte übernachtet und fand nichts Besonderes dabei. Vor mehr als 25 Jahren entdeckte er seine Liebe zur Pfadfinderei und hat sich seitdem immer hier engagiert. Zum dreiköpfigen Vorstand gehört noch jemand, der für die seelsorgerische Betreuung der Kinder und Jugendlichen zuständig ist. Bei den Würzburgern übt Malte Krapf dieses Amt aus.
Zu erkennen als solche übrigens sind die Pfadfinder, die aus allen Gegenden des Diözesanbereiches Würzburg angereist waren, an ihrer Uniform, der sogenannten Kluft. Da die Altersgruppen in vier verschiedene Stufen aufgeteilt sind, gibt es Halstücher in verschiedenen Farben, so lassen sich die bundesweit einheitlichen Gruppierungen leicht zuordnen. Zu den Altersstufen gehören übrigens Wölflinge (7 bis 10 Jahre), Jungpfadfinder (10 bis 13), Pfadfinder (13 bis 16) und Rover (16 bis 20 Jahre).
Ein Leben lang
Die Tätigkeit bei den Pfadfindern, zu der auch die Fort- und Weiterbildung der Leiter und Betreuer gehört, ist ehrenamtlich. Es mangelt nicht an Nachwuchs bei den Pfadfindern, sondern eher an Personen, die sich in die Betreuung und Schulung der Jungen und Mädchen einbringen. "Eine Menge Zeit muss man schon dranhängen", geben die beiden Vorsitzenden denn auch zu. Aber sie sagen auch stolz: "Pfadfinder ist man eigentlich ein Leben lang." Beiden macht ihre Arbeit sichtlich Spaß und sie geben ihr Wissen gern an die anderen Kursteilnehmer weiter. Zu den Schwerpunkten der Schulungen in der Bildungsstätte gehörten unter anderem die Themen Teamfähigkeit, Konfliktmanagement und die Entwicklung der Mitglieder durch "learning by doing". Auch die Arbeit mit Behinderten ist ein wesentlicher Bestandteil der Verbandsarbeit.
Mit diesem Wissen geht man gut gerüstet ins neue Pfadfinderjahr, bei dem ganz unterschiedliche Aktionen geplant sind. Von Zeltlagern über Wanderungen mit Karte und Kompass bis zu größeren Exkursionen wie Segeln steht wieder so einiges an.
Zum Abschluss des Besuches in der Thüringer Rhön gaben Eva Kopic und Stefan Dorbath noch eine Lebensweisheit des Gründers der Weltpfadfinderbewegung, Lord Robert Baden Powell, weiter: "Hinterlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast."
1907 gründete Lord Baden Powell in Großbritannien die erste Pfadfinderbewegung.
Schon 1922 folgt die Weltpfadfinderbewegung, die deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg gibt es seit 1929.
Der DPSG ist mit rund 95000 Mitgliedern heute einer der größten Kinder- und Jugendverbände in der Bundesrepublik und feierte 2009 sein 80-jähriges Jubiläum.
Gegliedert nach Stämmen, Bezirken und Diözesen, sind in der Diözese Würzburg rund 2500 Mitglieder in 50 Stämmen organisiert.
Pädagogisches Ziel ist die Erziehung von jungen Menschen zu Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Pfadfinder entdecken ihre Umwelt durch bewusstes Handeln. Ihr Verständnis der Welt beruht auf christlichen Grundsätzen.
Die Mitgliedschaft ist nicht an eine bestimmte Konfession gebunden. tih
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