zuletzt bearbeitet: 14.06.2012 09:44 Uhr
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"Wir sind nur Gast auf Erden"
Gestern wurde das Krematorium am Meininger Parkfriedhof eingeweiht. Getreu der Liedzeile "Wir sind nur Gast auf dieser Erde" resümierte einer der vier Geschäftsführer des Betreibers Zege GmbH über das Leben und den Tod.
Meiningen - Seit 1912 bietet in Meiningen ein Krematorium seine Dienste an. Die Einäscherungshalle als solche blickt hier auf 100 Jahre Geschichte zurück. Thüringen war mit Gotha sogar Vorreiter in Sachen Krematorium, wie Heino Gerlof in seiner offiziellen Eröffnungsrede für das neue Krematorium am Meininger Parkfriedhof gestern erzählte. In den Kriegsjahren mussten mancherorts Angehörige sogar Heizmaterial mitbringen, um die Einäscherungshalle in Betrieb setzen zu können ...
Heino Gerlof aus Altenfeld ist gemeinsam mit den Brüdern Mike und Dirk Zehner sowie Susen Zehner-Stettner Geschäftsführer der 2010 ins Leben gerufenen Krematoriums Südthüringen Zege GmbH. "Zege" setzt sich dabei aus den Familiennamen Zehner und Gerlof zusammen. Es ist dies ein Zusammenschluss Südthüringer Bestatter, die den Bau des neuen Krematoriums auf den Weg gebracht haben.
2011 fiel der Startschuss für das rund 2,2 -Milionen-Projekt. Im Februar 2012 stand das Krematorium, jetzt sind auch die Außenanlagen bestens hergerichtet. Die Einäscherungshalle verfügt über einen Ofen, ein zweiter ist geplant, "damit wir auch zukünftig einen reibungslosen Ablauf gewährleisten können", so Dirk Zehner. Etwa 40 Verstorbene können in der Kühlhalle der neuen Einrichtung aufbewahrt werden. Bestatter von überallher können im Meiningischen Dienste in Anspruch nehmen. Wollen Angehörige ihre Verstorbenen aber im Ausland oder ganz und gar "besonders" zur letzten Ruhe betten, dann stellt die GmbH auch dorthin Kontakte her.
"Wir haben vielen Spekulationen und Vorurteilen aus der Bevölkerung ein Stück Transparenz entgegen gesetzt", so Heino Gerlof. "Und dass die Asche des Verstorbenen tatsächlich die Asche desjenigen ist, der eingeäschert wird, kann man bei uns auch verfolgen." Gerlof lobte im Übrigen auch Bestatter Wilfried Zehner, der bis 1997 die hoheitlichen Krematoriumsaufgaben der Stadt übernommen hatte. "Er ist für mich nahezu ein väterlicher Freund", so Gerlof mit Blick auf jenen Mann, der gestern aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnte.
Gestern, dies sei ein ganz normaler Tag gewesen, "wir sind alle aufgewacht mit all unseren Wünschen. Hier steht ein Haus, in das viel Arbeit, viel Fleiß geflossen sind, aber ebenso viele Querelen. Es ist eben nicht alles normal unter diesem Himmel". Ein Blick in die Zukunft gehöre auch in den schwersten Stunden des Menschen dazu, um Liebe zu bewahren. Doch man schiebe den Tod oft weit weg - man wisse beim Auseinandergehen nie, ob man sich wiedersieht...
Krematorium hießt zu deutsch Einäscherungshalle. Die erste ihrer Art entstand in Gotha. Die Wurzeln des Meininger Krematoriums reichen bis ins Jahr 2011 zurück. Auf Initiative des Mediziners und Sozialforschers Dr. Georg Leubuscher wurde der Bau auf dem Meininger Parkfriedhof begonnen, 1912 eröffnet.
Die Zerstörung der Anlage führte bereits 1948 zum Beschluss für einen Wiederaufbau durch die Stadt als Eigentümer und Betreiber.
Im Zuge der Umstrukturierung der städtischen Aufgabenerfüllung Anfang der 90er Jahre delegierte die Kommune die Sicherstellung ihrer hoheitlichen Krematoriumsaufgaben an einen privaten Betreiber. Von 1994 bis 1997 erfüllte die Zehner Bestattungen GmbH Thüringen diesen Job.
Danach untersagte das zuständige Umweltamt den Betrieb des Krematoriums wegen strengerer umweltrechtlicher Anforderungen.
Investor Krematorium Südthüringen Zege GmbH als Zusammenschluss Südthüringer Bestatter übergab gestern das neue Krematorium.
Tag der offenen Tür: 23.6., 10 Uhr
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