» zur Übersicht Meiningen
    
    
Artikel
 
Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   


"Wir sind nur Gast auf Erden"

Gestern wurde das Krematorium am Meininger Parkfriedhof eingeweiht. Getreu der Liedzeile "Wir sind nur Gast auf dieser Erde" resümierte einer der vier Geschäftsführer des Betreibers Zege GmbH über das Leben und den Tod.

Von Kerstin Hädicke
  • Mike Zehner, Heino Gerlof und Dirk Zehner (v. l. n. r. im Vordergrund, im Hintergrund Mitarbeiter) sind gemeinsam mit Susen Zehner-Stettner Geschäftsführer der Zege GmbH, die gestern das Krematorium in Meiningen offiziell seiner Bestimmung übergab.
    Kerstin Hädicke
Bild von

Meiningen - Seit 1912 bietet in Meiningen ein Krematorium seine Dienste an. Die Einäscherungshalle als solche blickt hier auf 100 Jahre Geschichte zurück. Thüringen war mit Gotha sogar Vorreiter in Sachen Krematorium, wie Heino Gerlof in seiner offiziellen Eröffnungsrede für das neue Krematorium am Meininger Parkfriedhof gestern erzählte. In den Kriegsjahren mussten mancherorts Angehörige sogar Heizmaterial mitbringen, um die Einäscherungshalle in Betrieb setzen zu können ...

Heino Gerlof aus Altenfeld ist gemeinsam mit den Brüdern Mike und Dirk Zehner sowie Susen Zehner-Stettner Geschäftsführer der 2010 ins Leben gerufenen Krematoriums Südthüringen Zege GmbH. "Zege" setzt sich dabei aus den Familiennamen Zehner und Gerlof zusammen. Es ist dies ein Zusammenschluss Südthüringer Bestatter, die den Bau des neuen Krematoriums auf den Weg gebracht haben.

2011 fiel der Startschuss für das rund 2,2 -Milionen-Projekt. Im Februar 2012 stand das Krematorium, jetzt sind auch die Außenanlagen bestens hergerichtet. Die Einäscherungshalle verfügt über einen Ofen, ein zweiter ist geplant, "damit wir auch zukünftig einen reibungslosen Ablauf gewährleisten können", so Dirk Zehner. Etwa 40 Verstorbene können in der Kühlhalle der neuen Einrichtung aufbewahrt werden. Bestatter von überallher können im Meiningischen Dienste in Anspruch nehmen. Wollen Angehörige ihre Verstorbenen aber im Ausland oder ganz und gar "besonders" zur letzten Ruhe betten, dann stellt die GmbH auch dorthin Kontakte her.

"Wir haben vielen Spekulationen und Vorurteilen aus der Bevölkerung ein Stück Transparenz entgegen gesetzt", so Heino Gerlof. "Und dass die Asche des Verstorbenen tatsächlich die Asche desjenigen ist, der eingeäschert wird, kann man bei uns auch verfolgen." Gerlof lobte im Übrigen auch Bestatter Wilfried Zehner, der bis 1997 die hoheitlichen Krematoriumsaufgaben der Stadt übernommen hatte. "Er ist für mich nahezu ein väterlicher Freund", so Gerlof mit Blick auf jenen Mann, der gestern aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnte.

Gestern, dies sei ein ganz normaler Tag gewesen, "wir sind alle aufgewacht mit all unseren Wünschen. Hier steht ein Haus, in das viel Arbeit, viel Fleiß geflossen sind, aber ebenso viele Querelen. Es ist eben nicht alles normal unter diesem Himmel". Ein Blick in die Zukunft gehöre auch in den schwersten Stunden des Menschen dazu, um Liebe zu bewahren. Doch man schiebe den Tod oft weit weg - man wisse beim Auseinandergehen nie, ob man sich wiedersieht...

 

Geschichtliches

Krematorium hießt zu deutsch Einäscherungshalle. Die erste ihrer Art entstand in Gotha. Die Wurzeln des Meininger Krematoriums reichen bis ins Jahr 2011 zurück. Auf Initiative des Mediziners und Sozialforschers Dr. Georg Leubuscher wurde der Bau auf dem Meininger Parkfriedhof begonnen, 1912 eröffnet.

Die Zerstörung der Anlage führte bereits 1948 zum Beschluss für einen Wiederaufbau durch die Stadt als Eigentümer und Betreiber.

Im Zuge der Umstrukturierung der städtischen Aufgabenerfüllung Anfang der 90er Jahre delegierte die Kommune die Sicherstellung ihrer hoheitlichen Krematoriumsaufgaben an einen privaten Betreiber. Von 1994 bis 1997 erfüllte die Zehner Bestattungen GmbH Thüringen diesen Job.

Danach untersagte das zuständige Umweltamt den Betrieb des Krematoriums wegen strengerer umweltrechtlicher Anforderungen.

Investor Krematorium Südthüringen Zege GmbH als Zusammenschluss Südthüringer Bestatter übergab gestern das neue Krematorium.

Tag der offenen Tür: 23.6., 10 Uhr


    
    

Diesen Artikel

  • Teilen:
  •  
  • Facebook
  •  
  • MySpace
  •  
  • Twitter
  •  
  • StudiVZ / MeinVZ
  •  
  • Google
  •  
  •  
Bewertung: 
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
0 Bewertungen (Sie müssen angemeldet sein)
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername
Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf insuedthueringen.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Ȇbersicht Meiningen

Neustart einer Überlebenskünstlerin

Die Spezialisten des Meininger Dampflokwerkes haben die berühmte Schnellzug-Dampflok 01 150 wieder zum Laufen gebracht. Am Donnerstag verließ sie schnaufend den Betrieb. »mehr
    
    

Finale und Grüner Tag: Auf nach Suhl

Suhl/Meiningen - Für Südthüringer Fußball- und Gartenfans heißt es am Samstag: Auf in die Druckwerk-Arena unserer Partne... »mehr
    
 
    

Restaurierte Dampflok auf zweiter "Jungfernfahrt"

Rund siebeneinhalb Jahre nach einem Brand im Nürnberger Schaudepot steht eine der bekanntesten deutschen Museumslokomoti... »mehr
    
 
    

Vom Glück und vom Beglücken

Als einhellig beglückend empfanden die Besucher das gemeinsame Wirken von Dirigenten, Solisten und Hofkapelle im Konzert... »mehr
    
    

Das könnte Sie auch interessieren 

    
Anzeige
    

Magazine

Gartenpost 21.05.2013
Glanzlichter 2013
Fahrradmagazin
Bikers Guide 2013
t-wood Mai 2013
Gesundheitsführer Suhl u. Umgebung 2013
Mit den Fahrrad unterwegs
Bikers Guide FP 2013
Gesundheitsforum März 2013
Thüringen im Blick
Wandern im Fichtelgebirge
Sportkalender Hildburghausen 2013
Sportkalender Suhl 2013
Wohnen Leben Arbeiten in Suhl
Hochzeitsmagazin
Trauerratgeber
Ehrenamt Landkreis Hildburghausen
60 Jahre Freies Wort 2012
Leserreisen 2013
Anpfiff BASA 2012
Anpfiff HBN 2012
Gesundheitsführer Bad Salzungen
Gesundheitsführer Ilmenau 2012
    
Anzeige
Berufskompass
    

Umfrage

Lade TED
 
Die Umfrage wird geladen, bitte warten...
 

    


    
Zur Kinderzeitung

Mehr Polizei soll London sicherer machen

Besonders viele Polizisten auf der Straße gibt es gerade in London zu sehen. London ist die Hauptstadt von Großbritannien. Am Mittwoch wurde dort nämlich ein Anschlag verübt. Ein Soldat der britischen Armee wurde getötet. Zwei Männer sollen die Täter gewesen sein. »mehr
    
    

Webcams aus der Region 

Eine Vielzahl von Webcams, die von Firmen, öffentlichen Einrichtungen oder Privatpersonen installiert wurden, zeigen aktuelle Bilder aus der Region. »mehr
    
    

"Blende"-Reiz der Andeutung 

So sehen die Leser unserer Zeitung die Welt: Wir zeigen die Zweitplatzierten des "Blende"-Wettbewerbs aus dem vergangenen Jahr. Und Sie finden auch einen Link zu allen anderen Bildern. »mehr
    
    

Unsere professionellen Fotopartner 

    
    

Börseninformationen