zuletzt bearbeitet: 07.01.2012 09:47 Uhr
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Und es ward (Beck-)Licht ...
Der Name Beck steht seit 100 Jahren in Meiningen für Licht, für sehr helles Licht. In der Heinrich-Beck-Institut GmbH wird derzeit erfolgreich an ganz speziellen Licht-Lösungen mit superhellen LED-Elementen gearbeitet.
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Vom Labor-Dach des Institutes in der Nachtigallenstraße machen Dr. Rasmus Beck (l.) und sein Sohn Tilmann Beck die Tradition lebendig: Gleißendes Licht lässt die Stadtkirche in 600 Metern Entfernung erstrahlen - so hat es auch einst Heinrich Beck gemacht, brauchte dafür aber viel mehr Strom. Fotos: Ralph W. Meyer
Meiningen - Das weltbekannte Freiburger Münster erstrahlt seit der Weihnachtszeit in neuem Licht. 110 spezielle LED-Lampen leuchten das Gotteshaus optimal aus - und das bei niedrigem Stromverbrauch. "Es ist keine spektakuläre Beleuchtung, die da zu sehen ist, kein großes Gefunkel, kein Strahlen oder Blenden. Doch das Münster ist so plastisch wie noch nie mit seiner historische Sandsteinfassade, dem Maßwerk, den Winkeln und Gesimsen", schreibt die "Badische Zeitung" nach der Premiere. Was in Freiburg nur wenige wissen: Die ganz speziellen LED-Leucht-Elemente, die in den Scheinwerfern eines bekannten Herstellers verbaut sind, stammen aus Meiningen. Sie wurden entwickelt und gebaut in der Heinrich-Beck-Institut (HBI) GmbH. Dort tüfteln mit Geschäftsführer Tilmann Beck und Dr. Rasmus Beck der Urenkel und der Enkel des genialen Erfinders Heinrich Beck an neuen LED-Licht-Lösungen für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete.
"Unser Ziel ist es, mit geringem Energieaufwand ganz zielgerichtet und sehr konturenscharf zu beleuchten. Licht wird bei unseren Lösungen nicht verschwendet. Das macht den großen Unterschied", erklärt Dr. Beck. Die Entwicklung basiert auf der Idee, das Licht aus Hochleistungs-LED sehr effizient zu nutzen.
Stimmungsvoll sparsam
In Freiburg hat das hervorragend geklappt. Dezent, warm und einladend ist das Licht, dabei bleibt die unmittelbare Umgebung im Dunklen. Das Münster wird so ansprechend wie möglich präsentiert. Doch die neue Beleuchtung ist nicht nur stimmungsvoll, sie spart auch Strom. Für das gesamte Münster braucht die Stadt Freiburg nun noch 3800 Watt, bislang waren es 6400 Watt. Beim Hauptturm allein liegt die Energieeinsparung bei 60 Prozent. Er wird statt mit 1100 nur noch mit 400 Watt angestrahlt. Kein Wunder, dass bereits in anderen Städten Begehrlichkeiten geweckt wurden. So könnte demnächst der Dom zu Speyer mit Meininger Technologie ins rechte Beck-Licht gesetzt werden.
Seit 2003 gibt es die Heinrich-Beck-Institut GmbH am angestammten Ort in der Meininger Nachtigallenstraße 13. In den 1990er Jahren kaufte die Familie Beck die Villa zurück. Dort hatte Heinrich Beck seit 1912 an seiner Bogenlampen-Technologie weiter geforscht und die Technik immer weiter verbessert. Weltweit kam diese zum Einsatz. Der Beckbogen war bis zur Erfindung des Lasers die Lichtquelle mit der höchsten optischen Leistungsdichte. Mit dem Hochintensitätslichtbogen wurden die Beckscheinwerfer zur Legende.
Sich dieser Tradition bewusst, die zu DDR-Zeiten mit dem Institut für Plasmatechnik der TH Ilmenau in Meiningen fortgesetzt wurde, beschäftigen sich die Becks heute in der dritten Generation mit Licht. Dr. Rasmus Beck entwickelte viele Jahre in der Nähe von Frankfurt/Main spezielle Laser. In Meiningen haben es ihm und seinem Sohn Tilmann die Licht emittierenden Dioden (LED) angetan. Die Dioden stellt das HBI natürlich nicht selbst her. "Wir beziehen die Hochleistungs-LED derzeit von einem US-Hersteller", erklärt Tilmann Beck. In Meiningen wird diesen winzigen Teilen durch eine spezielle Technik, bestehend aus Spiegeln, Gehäusen und wärmeleitenden LED-Haltern eine enorme Lichtleistung entlockt.
Vater und Sohn Beck demonstrieren dies vorzugsweise an historischem Ort - dem Labor-Dach des Instituts in der Nachtigallenstraße. Von dort hatte einst Heinrich Beck mit seinem Scheinwerfer den Himmel über Meiningen erleuchtet, am liebsten aber die 600 Meter weit entfernte Stadtkirche angeleuchtet. Erst zu Silvester konnten die Meininger den gleißend hellen Strahl unter den vielen Raketen wieder sehen. Möglich macht dies das neue LED-Scheinwerfersystem "BeckLite SearchMaster". Das LED-Konzept besteht aus 19 Modulen, deren Ausgangsstrahl besonders gebündelt wird. Mit nur 70 Watt Leistungsaufnahme beträgt die Beleuchtungsstärke in 100 Metern Entfernung noch 140 Lux. Zum Vergleich: Heinrich Becks Suchscheinwerfer, zwischen 1912 und 1945 der leistungsstärkste weltweit, brauchte 20 Kilowatt Strom für seinen Strahl.
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