zuletzt bearbeitet: 18.02.2012 19:47 Uhr
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Marcel I. führt jetzt die Wasunger Narrenschar an
Sonst hat Marcel Kißling in seiner Freizeit die Schiedsrichter-Pfeife in der Hand, jetzt ist es das Narrenzepter: Marcel I. heißt der Wasunger Karnevalsprinz 2012.
Wasungen - Erst eine halbe Stunde vor dem Festumzug lüfteten WCC-Präsident Martin Krieg und der Zeremonienmeister am Samstagnachmittag an der Wasunger Narrenburg das streng gehütete Geheimnis, von dem bis dahin nur eine Handvoll Leute wussten: Der 27-jährigen Marcel Kißling wurde auf den Thron des Karnevalsprinzen 2012 gesetzt.
Er ist vielen Fußballfans als Schiedsrichter in der Verbandsliga bekannt. Mit Freude und einem dreifach donnernden Ahoi übernahm der Industriekaufmann die Regentschaft, die ihren spektakulären Anfang mit dem großen Festumzug nahm. Tausende Zuschauer sahen das bunte Treiben, bei dem sich die Akteure mit toll gestalteten Motivwagen und aufwendig geschneiderten Kostümen in der 477. Saison wieder einmal selbst übertrafen. Mit Narrenspott wurden die fehlende Umgehungsstraße und der B 19-Lärm ebenso aufs Korn genommen wie Euro-Krise, Rettungsschirm und Wulff-Affäre. Auch das Motto "Hüüt gäet's nimmer hämm" ließ bei den Jecken in den insgesamt fast 100 Gruppen die farbenfrohen Ideen nur so sprießen.
Noch bis Aschermittwoch herrscht Ausnahmezustand in der kleinen Stadt an der Werra - und auch Ausnahmezustand bei Marcel I. Das Prinzenamt ist zwar eine große Ehre für jeden waschechten Woisinger, aber nicht nur Spaß, Frohsinn und gute Laune. Insider wissen: Bis Aschermittwoch hat Seine Tollität viele Termine, nur wenig Schlaf und danach weit weniger Geld auf dem eigenen Konto. Denn eine Hoheit, die etwas auf sich hält, spendiert funkelnde Orden, kleine Geschenke und so manche Lokalrunde. Ein Prinz, so heißt es, lässt für gewöhnlich gut und gerne ein paar Tausend Euro in seiner kurzen Regentschaft springen.
Übrigens: Damen, die während der tollen Tage auf der Suche nach ihrem Prinzen sind, können beim Wasunger Original leider nicht landen. Der zweifache Vater befindet sich bereits in festen Händen - und wird überdies streng bewacht. Das allerdings vor allem, weil der Meininger Karnevalsprinz vor etlichen Jahrzehnten durch Wasunger Spitzbuben entführt worden war und man bis heute die Revanche fürchtet.
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