zuletzt bearbeitet: 03.02.2012 14:44 Uhr
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Wilde Deponie im Tal der Wilden Gera?
Darauf warten, dass sich die Natur von verlassenen Ruinen zurückholt, was ihr einst im wildromantischen, tiefen Tal der Wilden Gera gehörte, will eigentlich niemand.
Gräfenroda - Jedem Autofahrer, der durch das Tal der Wilden Gera gen Gehlberg fährt, bietet sich ein unschöner Blickfang. Auch in der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Geratal weiß man um die vielen Anfragen der Art: "Was soll's denn mit solchen Schandflecken wie dem niedergebrannten früheren Stasi-Haus nur mal werden?" Und Wolfgang Holl vom VG-Bauamt hängt's dann selber schon "zum Halse raus", wenn er immer wieder darauf verweisen muss, dass nicht nur der alte Spruch gilt "Privat geht vor Katastrophe", sondern, dass Privatbesitz auch die Katastrophe sein kann.
So wie u.a. im Fall des nach der Wende privatisierten "Schulungs- und Freizeitobjektes der ,Organe', das vor rund einem halben Dutzend Jahren niederbrannte", so Holl. Der um damalige Untersuchungen der Kripo weiß, ob es sich bei dem Feuer um Brandstiftung, also "Warmabriss" mit Blick auf mögliche Versicherungsleistungen handelte, oder nicht. So recht sei da aber nie etwas rausgekommen, fügt er hinzu.
Und: "Wie auch immer, der Öffentlichkeit blieb die hässliche Brandruine, für die eigentlich der Privatbesitzer in der Pflicht wäre ..." Der aber insolvent und "w ... wie weg" sei, so Holl. Doch auch, wenn sich im Ruinenberg längst erstes Grün ansiedelt: "Es kommt immer wieder mal frischer Abfall durch wilde Entsorgung hinzu", so der Mann vom VG-Bauamt. Selbst, wenn man die Entsorgungs- und Renaturierungskosten - ähnlich wie Gehlberg unter Förderungsnutzung beim einstigen Eisenbahnferienlager - zusammen bekäme: "Gehlberg erwarb die Immobilie von der Bahn. Gräfenroda aber müsste angesichts Insolvenz des Privatbesitzers erst mal einen Verkaufspartner finden."
So wird auch künftig so mancher Wanderer im Vorbeigehen das Hänsel-und-Gretel-Liedchen pfeifen: "Wer wird der Herr wohl von diesem Häuschen sein?" Und wo etwas scheinbar niemandem gehört und zudem so schön unbeobachtet liegt, lädt es weiterhin als illegale Müllkippe ein, dürften weiterhin der Abfallwirtschaftsbetrieb und das Bauamt des Ilm-Kreises mit Umfriedungs- und Sicherungsmaßnahmen, besonders aber mit periodischer Wildentsorgungs-Abfuhr im Tal der Wilden Gera ihr Tun haben. Für eine Ersatzvornahme durch die öffentliche Hand, so Wolfgang Holl, sei die von der Ruine für die Allgemeinheit ausgehende Gefährdung zu gering. Denn hässlich ist nicht unbedingt zugleich gefährlich.
Vielleicht entdecken ja noch mal Filmemacher dieses sowie das einige Kilometer bergauf gelegene Ferien- und Gastronomieprojekt "Gehlberger Mühle" samt keimender Bungalows. Als Dreh-Location. Dann freilich nicht für einen Werbefilm "Schönes Geratal", sondern als Tristesse-Kulisse eines Gruselstreifens.
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