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Wenn am Rennsteig die Erde bebt

Ein Erdbeben hat in der Rennsteigregion großen Schaden angerichtet - so das Szenario zum fünften Himmelblau-Marsch.

Von Berit Richter
  • Verletzte Menschen und Hunde warteten in Manebach auf ihre Retter. Foto: br
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Manebach - Ein schweres Erdbeben hat die Rennsteigregion erschüttert. Das Epizentrum lag nahe Oberhof, der Ort ist von der Außenwelt abgeschnitten. Überall im Umland hat die Infrastruktur stark gelitten. Es gilt zu kontrollieren, welche Wege noch gangbar sind, ob Fernmeldeeinrichtungen und Hochspannungsleitungen noch funktionieren. Am Manebacher Bahnhof explodierten Gasleitungen. Es gibt viele Verletzte und noch immer lodert das Feuer.

Dieses Katastrophenszenario hatte sich die Reservistenkameradschaft Ilmenau für ihren fünften Himmelblau-Marsch ausgedacht, übrigens schon lange bevor es durch Japan traurige Aktualität erlangte. "Mitmachen kann jeder, der es sich zutraut", erklärte Michael Mengs, Hauptmann der Reserve und Leiter der Ilmenauer Kameradschaft", die Bedingungen des Marsches.

16 Teams trauten es sich zu, aktive und ehemalige Bundeswehrangehörige aus dem ganzen Bundesgebiet aber auch Mitarbeiter vom Landeskriminalamt und der Beweissicherungs- und Festnahme-Hundertschaft Thüringen. Unterstützt wurden die Gastgeber bei den einzelnen Stationen von der Freiwilligen Feuerwehr Elgersburg, der Bergwacht Ilmenau, dem Technischen Hilfswerk aus Apolda und der Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariterbundes Erfurt. Letztere zeichnete für die Station am Manebacher Bahnhof verantwortlich. "Wir mimen heute die Verletzten", erklärte Franziska Röhle. Brandverletzungen und offene Brüche wurden simuliert und sogar verletzte Hunde gab es. Für die eintreffenden Patrouillen galt es sich einen Überblick zu verschaffen, den Brand zu löschen, die Verletzten zu bergen und zu versorgen. "Dabei müssen sie auch auf die eigene Sicherheit achten, also die Hunde wegschaffen", so Franziska Röhle.

Wurden für diese Aufgabe mehrere der teilnehmenden Dreierteams zusammengefasst, hatten sie die restlichen Stationen allein zu bewältigen, denn die Großschadenslage in Manebach war nur ein Teil, der gestellten Aufgaben. So gab es am Parkplatz Manebach eine Hindernisbahn mit Kletterwand und Netz. Nur mit Karte und Kompass galt es einen 4,4-Kilometer-Orientierungslauf zu bewältigen. Am Ratsherrensteinbruch musste man sich abseilen. Und schließlich wartete noch ein Zehn-Kilometer-Geländemarsch, auf dem verschiedene Posten angelaufen werden mussten, auf die Teilnehmer. "Erkunden Sie den Bereich um den Kickelhahn, ostwärts von Manebach, auf erkennbare Schäden", so der Einsatzbefehl dazu. Von Manebach aus führte der Weg über den Herrmannstein zum Kickelhahn und zum Gabelbach und schließlich über die Hohe Schlaufe wieder zurück nach Manebach. Am besten meisterte alles erneut die Reservistenkameradschaft Marbach, die schon 2010 den Pokal gewann. Platz zwei ging ans Landeskriminalamt, das auf der Hindernisbahn mit nicht einmal 1:30 Minuten das schnellste Team war.

"Es lief alles sehr, sehr gut. Alle haben sich positiv geäußert", konnte am Ende Michael Menges ein positives Fazit ziehen. "Der Beste und härteste den es bisher gab", bescheinigte man im Internet-Gästebuch dem Himmelblau-Marsch. Die Bürger aber können beruhigt sein. Im Thüringer Wald droht kein Erdbeben mit katastrophalen Folgen. "In der Eifel mit ihrer mit dem Vulkanismus verknüpften Geschichte ja, hier nicht", versicherte Michael Menges.

    
    

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