zuletzt bearbeitet: 03.02.2012 09:49 Uhr
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Terminal geht wohl an IWG
Die IWG wird das Bürohaus Terminal B am Bahnhof wohl bauen. Die Entscheidung wurde gestern diskutiert, der IWG-Aufsichtsrat muss entscheiden. Die Stadt Ilmenau trägt nur die Planungskosten, saniert aber die Sportstätte im Hammergrund.
Ilmenau - Beim Stadtumbau deutet sich eine Entscheidung an, die zu erwarten war. Die Stadt Ilmenau wird voraussichtlich den Drei-Millionen-Neubau des Bürohauses Terminal B neben dem Bahnhof an die Ilmenauer Wohnungs- und Gebäudegesellschaft (IWG) abgeben. Hauptmieter ist ein Unternehmen der IT-Branche. Mit den Geldern, die die Stadt Ilmenau dadurch in der Finanzkasse übrig hat, soll das Hammergrund-Stadion noch in diesem Jahr zu einer multifunktionalen Sport- und Spielstätte umgebaut werden.
In der gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses kam das Thema wieder auf den Tisch. Neu ist die Idee nicht mehr: Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber hatte den Vorschlag in der gleichen Runde vor einem Monat geäußert: "Die Stadt wird sich aber ihrer Wohnungsgesellschaft bedienen." Gestern aber bat er die Ausschuss-Mitglieder zur Trendabstimmung, bei der vier Mitglieder mit Ja stimmten (Thomas Fastner, Martin Jäcklein, Gerd-Michael Seeber, alle CDU; und Kay Tischer/SPD). Bernd Frankenberger (Freie Wähler) und Klaus Leuner (Linke) enthielten sich, lediglich Norbert Zeike (Bürgerbündnis stimmte dagegen.
Lange Diskussion
Vorausgegangen war eine lange Diskussion zu Details der Beschlussvorlage. So soll die Stadt Ilmenau die Planungskosten tragen, so dass die IWG als späterer Eigentümer und Betreiber des Gebäudes nicht die kompletten Kosten von 3,3 Millionen Euro trägt. Den Vorschlag muss erst der Stadtrat beschließen (Seeber: "Die nächste Stadtratssitzung wird inhaltsschwer"). Allerdings kann den letztendlichen Beschluss nur der Aufsichtsrat der IWG selbst fassen, dem dieses "Angebot gemacht wird", so Thomas Fastner: "Der IWG Aufsichtsrat wird dann entscheiden, ob er das Angebot annimmt oder nicht." Der Aufsichtsrat der IWG besteht auch aus Ilmenauer Stadträten - zum Teil aus den gleichen, die im Hauptausschuss sitzen. Daher meinte Thomas Fastner, man solle nichts verkomplizieren, auch wenn die Aufsichtsräte frei in ihrer Entscheidung und unabhängig vom Amt als Stadtrat sind. Gerd-Michael Seeber geht davon aus, dass die im Stadtrat gefassten Beschlüsse vom IWG-Aufsichtsrat bestätigt werden. Die Stadt ist einziger Gesellschafter der IWG.
Zu den Modalitäten kamen Fragen auf. Klaus Leuner bat, "keine Kraftmeierei gegenüber der IWG zu machen". Denn es bleibt noch die Frage nach der Meinung von IWG-Geschäftsführer Hermann Töpfer.
IWG-Chef unter Druck
Der hatte bezweifelt, dass die IWG die hohen Baukosten für den Terminal B durch Mieteinnahmen einer Firma in absehbarer Zeit wieder in ihre Kasse zurückbekommt. Seeber sandte eine kleine Drohung aus: "Der Geschäftsführer muss tun, was ihm der Aufsichtsrat sagt, sonst ist er die längste Zeit Geschäftsführer gewesen." Seeber machte auch klar, dass die Stadt bei ihrer Tochtergesellschaft IWG keinesfalls als Bittsteller auftreten will: "Da würde ja der Schwanz mit dem Hund wackeln."
Auf Kay Tischers konkrete Frage: "Kann die IWG dieses Projekt stemmen?" war die ebenso konkrete Antwort von Seeber: "Ja, das kann sie stemmen." Worauf Tischer sagte, er werde den OB beim Wort nehmen.
Norbert Zeike äußerte sich kritischer und fragte, ob das 3,3-Millionen-Projekt rentierlich sei: "Wer bezahlt Mietausfälle, wenn der Hauptmieter ausfällt?" Zudem sah er die Sinnfälligkeit des Gebäudes nach wie vor nicht begründet, worauf Seeber erklärte, dass die Stadt Ilmenau solche Gebäude schaffen müsse, um mit anderen Städten mithalten zu können. Er spielte auf die TU Ilmenau, die Interesse am früheren Bischofssitz in Eisenach gezeigt hatte: "Solche Immobilien haben wir in Ilmenau nicht, daher müssen wir uns selber solche Gebäude schaffen."
Der eigentliche Grund für die Diskussion war, dass der Freistaat Thüringen unerwartet schnell 800 000 Euro zur Sanierung des Hammergrund-Stadions bereitstellen könnte. Die Stadt müsste ihrerseits sofort 1,6 Millionen Euro zuschießen, um die 2,4 Millionen Euro teuere Sanierung 2012 zu realisieren. Im Ausschuss waren alle einstimmig dafür, die am Terminal gesparten Gelder in den Eigenanteil der Sportstättensanierung zu stecken. Sport- und Betriebsamtsleiter Gerhard Juchheim erklärte, dass der Freistaat bis März alle Unterlagen zur Stadionsanierung angefordert habe. "Die Förder-Chancen stehen bei 90 Prozent."
Marode Sportstätte
Wenn das klappt, kann die Sanierung im Mai beginnen. Noch im Jahr 2012 muss der erste Bauabschnitt fertig sein. Dazu gehören Kunststoff-Laufbahnen anstelle der Aschenbahn, Rasenerneuerung mit Beregnungsanlage und überdachte Stehplätze sowie ein Sprecherplatz. Die Sportstätte nutzen neben den Germania-Fußballern und den Leichtathleten auch mehrere Schulen zum Sportunterricht. Das Stadion hatte zuletzt bei einer Sportstätten-Bewertung nur die Note 4 bekommen.
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