zuletzt bearbeitet: 24.09.2011 06:04 Uhr
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Inkasso-Firma verzichtet auf ominöse Forderungen
Großbreitenbach/Ilmenau - Die ominösen Zahlungsaufforderungen eines Erkrather Inkasso-Unternehmens, das angeblich offene Rechnungen für eine DVL Media GmbH (Deutscher Losclub) eintreibt, erreichten auch Briefkästen im Raum Großbreitenbach, wie Leser mitteilten.
Die Kriminalpolizei hatte nach mehreren Anzeigen Ermittlungen wegen Betrugs eingeleitet. Inzwischen betreut auch der Ilmenauer Rechtsanwalt Martin Neldner mehrere Betroffene, wie er gegenüber Freies Wort sagte. Neldner schließt anhand der Häufung eine Betrugsmasche nicht aus. So habe der Jurist inzwischen herausgefunden, dass eine DVL Media GmbH im Handelsregister gar nicht eingetragen sei und damit nach formalem Recht gar nicht existiere. Merkwürdig findet er auch, dass das Inkasso-Unternehmen im Impressum eine andere Anschrift benenne, als beim Handelsregister eingetragen sei.
LiberECO INKASSO meldete sich gestern per mail bei Freies Wort. Demnach habe es nach einer "Vielzahl" Betroffener, die sich gemeldet hätten, nun an alle Angeschriebenen ein weiteres Schreiben versandt, in dem die vorausgeschickte Zahlungsaufforderung für gegenstandslos erklärt und sich entschuldigt werde. Die Telefonleitungen seien "völlig überlastet" deswegen. LiberECO habe das Geld für den Neukunden DVL Media GmbH eintreiben wollen, aber inzwischen Zweifel an der Berechtigung der Forderungen. Der Vertrag mit DVL sei fristlos gekündigt, mit Ermittlungsbehörden wolle liberECO eng zusammenarbeiten. Entgegen Aussagen anderer Firmen am Vortag erklärt liberECO, es habe seinen Sitz tatsächlich in der Hertz-Str. 40 in Erkrath, ein 2,5 Meter langes Schild am Haupteingang und ein großflächiges Büro belegten dies.
Daten sparsam verwenden
Bleibt die Frage, woher fremde Firmen Adressen Unbeteiligter erhalten? Das könne aus dem Telefonbuch erfolgen, nennt Rechtsanwalt Neldner nur eine Quelle. Dringend empfiehlt er als Vorsorge, "selbst sehr sparsam mit Herausgabe privater Daten umzugehen", die unter einschlägigen Firmen gehandelt werden. Die Masse an Preisrätseln diene vor allem diesem Zweck. Allerspätestens wenn nach der Bankverbindung gefragt werde, "sollten alle Alarmglocken schrillen", warnt Neldner. Im Internet sollten Angaben nur an vertrauenswürdige Partner gehen. Dort sofort digitalisierte Daten ließen sich von Betrügern noch schneller vermarkten, warnt er. tom
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