zuletzt bearbeitet: 20.02.2012 07:48 Uhr
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Ilmenaus Innenstadt rockt
Tausende säumten gestern Nachmittag zum Faschingsumzug die Straßen. 27 Zugnummern sorgten für die nötige Stimmung.
Ilmenau - Wo Rockerfasching draufsteht, da ist auch Rockerfasching drin: Dies hatte der Ilmenauer Karnevalklub (IKK) schon bei seinen Veranstaltungen in der Festhalle bewiesen. Gestern nun wurde die Innenstadt zum Rocken gebracht. Bei weitgehendem Sonnenschein, wenn auch recht kühlen Temperaturen, war die Fußgängerzone proppenvoll. Mit 27 Zugnummern war der Ilmenauer Umzug in diesem Jahr zwar der kleinste der drei Karnevalsumzüge im Ilm-Kreis, der guten Laune tat dies keinen Abbruch. Dafür sorgte auch der eine oder andere Hit.
Dass es in diesem Jahr rockig zuging beim Ilmenauer Umzug, merkte man schon am Anfang. "Beinhart, wie ein Rocker", ertönte es von der Ilmenauer Gruselgugge. Die rund 40 Musiker hatten den Zug lautstark angeführt und im wahrsten Sinne des Wortes den Ton vorgegeben. Da hielt es selbst das Prinzenpaar Katja und Christian kaum auf ihrem Wagen, auch wenn beide natürlich alle Hände voll zu tun hatten, Süßigkeiten unters Volk zu bringen.
Besonders strahlte die IKK-Prinzengarde. Die Mädels hatten am Vortag beim Medienfasching in Erfurt den ersten Preis im Showtanz gewonnen. Der Lohn: 1111 Euro. "Der Bürgermeister wollte das Geld gleich haben, das bleibt aber beim IKK", sagte Zeremonienmeister Toralf Asche und freute sich. "Schön, dass man uns auch außerhalb Ilmenaus kennt." Bürgermeister Gerd-Michael Seeber nahms daneben stehend gelassen - mit ungewohntem Zylinder.
Der böse Wulff
Einen ganz aktuellen Wagen hatte das IKK-Männerballett mitgebracht. "An den bösen Wulff", hieß es da: "Als Schafe hast du uns geseh'n: Nun ist's vorbei, du musstest geh'n!" Ansonsten wurde vor allem das Rockermotto aufgegriffen. Bei der "Linie 1" tanzten die "Rock'n'roll-Babies". Die Teilnehmer vom Reiterhof Unterpörlitz kamen in Masken der Gruppe "Kiss" und der Seesportclub hatte sein Boot zum "beinharten" Motorrad umfunktioniert.
Wie jedes Jahr bekam der IKK Unterstützung von Narren aus dem ganzen südlichen Ilm-Kreis. Die Brätmicher waren da - und gaben gleich ein Statement zur Eurokrise ab - die Stützerbächer auch, die sich ihre Freude am "Ballermann-Fasching" trotz Urheberrechtsstreit nicht nehmen ließen; das Heydaer Narrenschiff segelte auf dem Weg zum "International Airport" vorbei, während es beim Geraberger Carneval Verein die Dschungelbuchtiere ein Stelldichein gaben.
Nach gut einer Stunde hatte der Zug den Marktplatz erreicht, waren Bonbons, Blumen und 250 Bratwürste unters närrische Volk gebracht. Dass bald darauf die Straßen wieder vom bunten Konfettiregen gesäubert waren, war dem Sport- und Betriebsamt zu verdanken. Denn kurz nach den Narren kam die Kehrmaschine.
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