zuletzt bearbeitet: 16.11.2011 09:47 Uhr
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Illegaler Lkw-Verkehr stellt Fahrt durchs Jonastal in Frage
Arnstadt - Eigentlich hatte der Bauausschuss des Kreistages in seiner jüngsten Sitzung nur eine kurze Tagesordnung zu bewältigen, die wenig Brisanz versprach. Doch im Punkt sonstiges kamen zwei Themen zur Sprache, die mächtig Zündstoff bergen, sollten sie tatsächlich so umgesetzt werden.
Da war zum einen die Zukunft der Straße durchs Jonastal. Vor allem die Stadt Arnstadt hatte sich seit langem für deren Erhalt eingesetzt, in erster Linie wohl auch im Sinne der Espenfelder, durch deren Ort bei einer Sperrung der gesamte Verkehr Richtung Gossel und Crawinkel rollen würde. Im Kreistag wurde gar ein Beschluss gefasst, der den Landrat aufforderte, mit dem Land entsprechende Verhandlungen zu führen. Schließlich hatte man sich verständigt, dass das Land die Straße ertüchtige, der Kreis sie dann als Kreisstraße übernimmt und dafür die Trasse über Espenfeld an die Stadt Arnstadt abgibt. Doch unterzeichnet ist noch nichts und nun scheint plötzlich alles wieder in Frage zu stehen.
Vier Brücken überprüft
Das Land, so erklärte Landrat Benno Kaufhold im Ausschuss, habe die vier Brücken zwischen Arnstadt und der Abzweigung nach Espenfeld überprüft und deren Tragfähigkeit in Frage gestellt. Dabei soll es aber keineswegs um den normalen Pkw-Verkehr gehen, sondern um Lasttransporte. Die haben eigentlich nichts auf der Strecke zu suchen.
Es könne doch nicht angehen, kritisierte entsprechend Arnstadts Vizebürgermeister und Bauausschussvorsitzender Ulrich Böttcher (FDP), dass wegen illegaler Handlungen nun der legale Verkehr in Frage gestellt werde. Auch für Landrat Benno Kaufhold ist das Ganze "ein Schuss von hinten in die Brust", Befürchtungen, das Land könne nun auf diesem Wege doch noch die von ihm gewünschte Sperrung durchsetzen und somit die Baukosten für die Brücken sparen, standen im Raum.
Zwei Steine keine Lösung
"Der Aufschrei in Espenfeld ist dann programmiert", wusste Kaufhold genau. Er selbst will mit dem Arnstädter Bürgermeister Hans-Christian Köllmer das Gespräch beim zuständigen Straßenbauamt suchen und eine Lösung finden, mit der man sicherstellen kann, dass nur noch der Pkw-Verkehr die Strecke benutzt. "Aber damit, dass wir zwei Steine an beiden Enden der Straße auf 2,20 Meter zusammen schieben ist es nicht getan", so Kaufhold. Schließlich müsste im Ernstfall die Feuerwehr noch durch können. "Es macht zwar nichts, wenn das Brötchen fünf Minuten später kommt, aber die Rettungswege nach Gossel müssen die schnellst möglichen sein", betonte er.
Winterdienst eingeschränkt
Problematisch könnte die Straßensituation im kommenden Winter aber auch auf anderen Landes- und Bundesstraßen im Kreisgebiet werden. Wie Landtagsmitglied Eleonore Mühlbauer (SPD) informierte, solle mit Ausnahme der Autobahnen für keine Straße mehr ein 24-Stunden-Räumservcie bestehen. Diese Information habe sie aus dem Thüringer Verkehrsministerium. Es werde nur noch eine Beräumung von 5 bis 22 Uhr garantiert. "Diese 17 Stunden müssen flexibel gestaltet werden", forderte Mühlbauer nun und bat um Lobbyarbeit auch aus dem Kreistag heraus, dem sie selbst angehört. "Es kann nicht sein, dass alle im ländlichen Raum um 22 Uhr zu Hause sein müssen", sagte sie weiter. Gerade mit Blick auf die Schichtarbeit am Erfurter Kreuz sie dies ein Unding. Wer dort beschäftigt ist, nehme teilweise lange Fahrwege bis hinaus zum Rennsteig in Kauf. Wenn der Schneefall für nachts angekündigt sei, dann müsse da geräumt werden und eben nicht am schneearmen Tage, sagte Mühlbauer. Im vergangenen Winter waren die Bundesstraßen 4 und die B 88 noch rund um die Uhr beräumt worden. br
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