zuletzt bearbeitet: 18.02.2012 09:38 Uhr
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Am Wolfsberg vereint
Familien aus Frankreich, Polen und der Wolfsberggemeinde erfüllen kommunale Partnerschaft mit Leben: Sie kegeln, diskutieren und tauschen ihre Erfahrungen aus.
Wolfsberggemeinde - In Gräfinau-Angstedt, in Wümbach und in Bücheloh wird seit Donnerstagabend französisch gesprochen. Und polnisch. Deutsch natürlich auch. Die Wolfsberggemeinde ist wieder Gastgeber für das große internationale Treffen mit ihren Partnerkommunen Lusigny in Frankreich und Klesczow in Polen das unter dem Motto "Europa - ein Mehrgenerationenhaus" steht. Davon kündet nicht nur die Europafahne am Rathaus von Gräfinau-Angstedt, sondern auch die das Sprachgewirr in den drei Orten, in denen die Familien untergebracht sind. Bei Vroni Rentsch ist wieder Familie Michel zu Gast. "Wie seit 18 Jahren schon" freut sich Vroni Rentsch. "Solange kennen wir uns schon. Die Tochter der Familie Michel, die Perrine, habe ich damals als kleines Mädchen kennen gelernt, heute ist sie Ärztin."
Solche und ähnliche freundschaftlichen Bande haben sich seit Beginn der Partnerschaftsbeziehungen zwischen Gräfinau-Angstedt und Lusigny in Frankreich viele entwickelt, worüber sich Bürgermeister Georg Juchheim am meisten freut. Er selbst hat damals sogar extra einen Sprach-Lehrgang für Französisch in der Volkshochschule besucht.
Die acht polnischen Freunde werden von Marek Wesolowski, dem Bürgermeister von Klesczow, angeführt. Mit der Kommune im Kreis Konin existieren seit 2006 partnerschaftliche Beziehungen. Die große Delegation von über 50 Teilnehmern aus Lusigny führt Claude Brun an, der Präsident des "Jumelage-Comite", des Verschwisterungs-Komitees von Lusigny, das sich für den Besuch in Thüringen mit dem stellvertretenden Bürgermeister Jean Gaudard verstärkt hat.
Beim Eintreffen der Gäste im Wanderzimmer des Dorfgemeinschaftshauses waren viele Spuren der langjährigen Beziehungen zwischen Gräfinau-Angstedt und Lusigny zu entdecken. Die Frauen des Wandervereins und des Fremdenverkehrsvereins begrüßten ihre Gäste ganz "französisch" mit den typischen Küsschen auf die Wange und "Bonjour, bonjour!"
Das Programm des internationalen Europa-Treffens am Wolfsberg ist wieder vollgepackt. Gestern standen unter anderen eine Diskussionsrunde zu "Generationenproblemen" auf der Tagesordnung. Ein schwieriges Thema, an dem sich auch die jungen französischen Gäste von 14 bis 17 Jahren beteiligten. Schwerstarbeit jedenfalls für die beiden Dolmetscher Josef Bernacisko für Polnisch und Lars Hartmann für Französisch. Danach ging es sportlich mit einem "internationalen" Kegelwettbewerb weiter, den die Bundesligabahn hinter dem Dorfgemeinschaftshaus auch selten zu sehen bekommt.
Neben dem Besuch des Mehrgenerationenhauses in Ilmenau und des Sozialtherapeutischen Zentrums Sturmheide ist Bürgermeister Juchheim besonders gespannt auf die Stippvisite im Alten-Pflegeheim Wolfsberg vor der Haustür. Dort ist Erfahrungsaustausch pur vorgesehen mit der Leiterin Kerstin Zimmer und ihren Mitarbeiterinnen, ist doch die Ehefrau des Jumelage-Präsidenten Brun, Joelle Brun, ebenfalls Leiterin solch einer Einrichtung in Lusigny.
"Europa ist eben nicht nur ein Mehrgenerationenhaus", konstatierte Bürgermeister Georg Juchheim. "Wir haben vielfach die gleichen oder ähnliche Probleme."
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