zuletzt bearbeitet: 15.11.2011 11:47 Uhr
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Ultralauf für einen guten Zweck
Zwei Langstreckenläufer aus Streufdorf und Suhl gehen auf der Kapverdischen Insel Boa Vista für den guten Zweck an den Start eines 150-Kilometer-Rennens.
Suhl/Streufdorf - In ein sportliches Abenteuer der ganz besonderen Art stürzen sich der Suhler Langstreckenläufer Mirko Leffler und sein Sportkamerad Silvio Schweinsberg aus Streufdorf: Beide wollen am 10. Dezember beim Boa Vista Ultramarathon, einem 150 Kilometer langen Lauf auf der drittgrößten kapverdischen Insel, 460 Kilometer vor der Westküste Afrikas, an den Start gehen. Die Herausforderung für die zwei Laufsport-Enthusiasten ist riesengroß. Auf sie und die anderen knapp 30 Teilnehmer des Laufes warten Hitze, Sand und steiniges Terrain. An den 15 Kontrollpunkten gibt es lediglich Wasser. Verpflegung muss von den Läufern selbst im Rucksack mitgeführt werden.
Vorurteile abbauen
Doch es ist nicht das Lauferlebnis allein, das beide Südthüringer nach Afrika führt. Sie wollen mit einer Spendenaktion den Epilepsie-Bundes-Elternverband unterstützen und ein Eltern-Kind-Wochenende mit Kinderbetreuung und Referenten für betroffene Thüringer Familien finanzieren. "Mit Ausnahme des Sozialpädiatrischen Zentrums am SRH Zentralklinikum Suhl gibt es in Südthüringen bislang wenig bis keine Unterstützung für Eltern, deren Kinder an Epilepsie leiden", sagt Silvio Schweinsberg. Er weiß wovon er spricht; sein Sohn lebt seit dem dritten Lebensjahr mit Epilepsie. "Diese Krankheit ist noch immer mit vielen Vorurteilen und Ängsten besetzt. Das spüren Betroffene täglich und das wollen wir ändern", sagt Susanne Fey, Sprecherin des Epilepsie-Bundes-Elternverbandes aus Wuppertal.
Sie startete die Spendenaktion mit den Sportlern dieser Tage mit Dr. Carsten Wurst und Diplom-Sozialpädagogin Margit Wiktor vom Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) des SRH Zentralklinikums Suhl. Oft erlebe man, das von Epilepsie betroffene Kinder ausgegrenzt würden, weiß Carsten Wurst. "Aufklärung und Wissensvermittlung über die Krankheit sind dringend nötig", sieht er es. Zumal die sozialen Folgen für die Kinder sehr schwierig seien, wie Margit Wiktor berichtet. "Wir müssen den Eltern Wissen vermitteln, damit sie die Umgebung ihrer Kinder selbst über die Erkrankung informieren können", sagt sie. Denn von Epilepsie betroffene Kinder könnten spielen, lernen, ihr Leben leben, wie andere Kinder auch. Dies setze voraus, dass ihre Umgebung wisse, wie man sich bei einem Anfall verhalte.
Die von Schweinsberg und Leffler ins Leben gerufene Spendenaktion rücke die Krankheit in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, freuen sich die Beteiligten. Beide Sportler werden zum einen pro Kilometer selbst jeweils einen Euro spenden, was bei Erreichen des Ziels eine Summe von 300 Euro bedeutet. Zum anderen können Spender die Zeit schätzen, in der Silvio und Mirko die 150 Kilometer bewältigen werden. Die geschätzte Stundenzahl sollte in Cent-Beträgen hinter dem Komma angegeben werden. Zwei Nullen hinter dem Komma würden somit bedeuten, dass beide das Ziel gar nicht erreichen. Ein Spender, der beispielsweise 50,35 Euro überweist, traut beiden eine Zielzeit von 35 Stunden zu. Das vorgegebene Zeitlimit des Laufes beträgt 50 Stunden, die in den zurückliegenden zehn Auflagen erzielte Bestzeit liegt bei 18 Stunden.
Mirko Leffler als erfahrener Langstreckler ist optimistisch. Er absolvierte bereits rund 30 Ultraläufe; war unter anderem beim 100-Meilen-Run in Berlin über 160 Kilometer dabei und kam dort nach 29 Stunden ins Ziel. "Aber die Hitze und der Sand dort in Afrika sind eine noch viel größere Herausforderung", sagt er. Silvio Schweinsberg läuft seit 2006. Er war bisher allerdings nur auf Distanzen bis zur normalen Marathonstrecke von 42 Kilometern unterwegs.
Ziel Selbsthilfegruppe
Alle Beträge, die bis zum 10. Dezember eingehen, kommen in die "Zeitschätz-Wertung". Bei mehreren gleichen Zeittipps wird der Gewinner ausgelost. Als Hauptprämie winkt eine Schnupperstunde von Schweinsbergs "Borderland Tours" (geführte Quad-Touren) und ein Funktionsshirt mit Laufzeit und Boa Vista Ultramarathon Logo. Unter allen weiteren Spendern werden zwei Funktionsshirts und fünf Traumreise-Kalender des Hobbyfotografen Mirko Leffler verlost.
Mit dem angestrebten Eltern-Kind-Wochenende sehen beide ihr Engagement für epilepsiekranke Kinder aber nicht beendet. "Unser Ziel ist es, die Gründung einer Selbsthilfegruppe zu unterstützen, die es in Südthüringen leider noch nicht gibt", sagt Silvio Schweinsberg. Beide Sportler hoffen deshalb auf eine stolze Spendensumme. Sie betonen, dass die Spenden zu 100 Prozent direkt dem Epilepsie-Bundes-Elternverband zugute kommen und sie ihre Reise und den Lauf aus eigener Tasche finanzieren.
Spenden werden erbeten auf das Konto des Epilepsie Bundes-Elternverbandes e. V., Konto 747592, BLZ: 330 50 000 bei der Stadtsparkasse Wuppertal. Kennwort: Wüste
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