zuletzt bearbeitet: 17.02.2012 10:15 Uhr
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Milch: Ein Drittel gab auf
Vom Kleinstbetrieb bis zur großen Genossenschaft: Eine gesunde Struktur macht die Landwirtschaft in der Wartburgregion aus. Schlechte Milchjahre haben ihre Spuren hinterlassen.
Creuzburg/Bad Salzungen - Landwirtschaftsamtsleiter Michael Gewalt zog vor den Bauern Bilanz. "Frühjahrstrockenheit, große Einbußen bei der Futterernte, ein stabilisierter Milchmarkt und Getreidepreise, die akzeptabel waren, kennzeichneten das zurückliegende Jahr", erklärte er während einer Weiterbildungsveranstaltung in Creuzburg. Die Auszahlung der Betriebsprämie konnte vorfristig im Dezember 2011 erfolgen, um die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen zu sichern. Deren Situation habe sich zum Großteil verbessert. "Das zeigt sich unter anderem auch in der Bereitschaft, wieder Investitionen zu tätigen", so Gewalt. Auch für dieses Jahr bot der Amtsleiter den Betrieben wieder die Unterstützung seiner Behörde bei der Beantragung von Beihilfen an. Immerhin: Aktuell gibt es im Bereich des Bad Salzunger Landwirtschaftsamtes, das für den Wartburgkreis, Eisenach und den Kreis Gotha zuständig ist, 1132 Agrarunternehmen. Dabei ist alles vertreten - vom kleinen Familienbetrieb bis zur großen Agrargenossenschaft. Mit rund 850 Betrieben hat der landwirtschaftliche Nebenerwerb jedoch den Hauptanteil. Dafür spricht auch folgende Zahl: 604 Unternehmen bewirtschaften weniger als vier Hektar. Bei vier Betrieben stehen aber auch mehr als 2500 Hektar zu Buche.
105 815 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche zählt der Amtsbereich insgesamt - davon entfallen 60 178 Hektar auf den Wartburgkreis und die Stadt Eisenach. Auf diesen wiederum bauten die Bauern 2011 auf rund einem Drittel Getreide an. Von dem in anderen Regionen viel kritisierten Anstieg des Maisanbaus kann in der Wartburgregion indes keine Rede sein. Hier macht der Anteil rund neun Prozent aus - und das stabil in den letzten Jahren.
Ende 2011 standen in der Wartburgregion rund 38 000 Rinder in den Ställen oder auf der Weide. Und der Bestandsabbau geht weiter. "Insgesamt gibt es heute im Bereich des Bad Salzunger Amtes 2000 Rinder weniger als noch 2006", konstatierte Gewalt. Die Leistungen je Tier seien dabei gestiegen.
Kennzeichnend für 2011 war auch die Schwankung bei den Erträgen. 74,3 Dezitonnen je Hektar Winterweizen waren nicht schlecht, aber die Streuung lag zwischen 36 und 102 Dezitonnen. Einige Betriebe hatte es also mit Ausfällen arg erwischt.
Das Auf und Ab beim Milchpreis ist auch an den Erzeugern nicht spurlos vorbeigegangen. Aktuell gibt es im Amtsbereich 96 Milcherzeuger - davon entfallen auf die Wartburgregion 83 Lieferanten. Seit dem Milchwirtschaftsjahr 2005/06 hat ein Drittel der Milchbetriebe dieses Standbein aufgegeben.
Mit Blick auf 2011 erinnerte Michael Gewalt auch noch einmal an zahlreiche Höhepunkte wie Feldtage sowie die erfolgreiche Teilnahme an Tierschauen und Wettbewerben. So kam bei der 8. Südthüringer Regionaltierschau in Rieth im Sommer letzten Jahres der Grand Champion bei den Kühen aus der Agrargenossenschaft Dankmarshausen im Wartburgkreis. Und auch die Schäfer reden immer wieder auf Landesebene ein gewichtiges Wörtchen mit. Stolz ist man auch auf den Tierschutzpreis 2011, der an die Agrargenossenschaft Gerstungen ging. ana
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