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Was Rodlerin Tatjana Hüfner so schnell macht
Interview: Judith Pulg, dpa
Schnelligkeit ist keine Hexerei - aber viel Training, gute Konzentration und ausgezeichnetes Material können dabei helfen, beim Rennrodeln richtig hohe Geschwindigkeiten zu erzielen.
  • In Startposition Ein guter Start entscheidet oft über das Rennen. Foto: Matthias Hiekel
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Blitzschnell saust Tatjana Hüfner die Eisbahn hinunter. Sie liegt dabei auf einem kleinen, flachen Schlitten. Tatjana Hüfner gehört zu den besten Rennrodlerinnen der Welt. Am Wochenende ist die 28-Jährige bei den Weltmeisterschaften dabei. Sie erzählte uns, worauf es beim Rodeln ankommt.

Wie schnell wird es denn auf so einer Rodelbahn?

Tatjana Hüfner: «Ziemlich schnell. Es gibt langsame Bahnen, da fahren wir so ungefähr 100 Stundenkilometer. Auf den schnellen wie in Whistler in Kanada oder Sankt Moritz in der Schweiz werden es fast 140 Stundenkilometer - also so schnell wie auf einer Autobahn. Da braucht man ganz schön Konzentration, dass man an den richtigen Stellen das Richtige macht.»

Worauf kommt es denn besonders an?

Tatjana Hüfner: «Auf den Start. Er ist sehr ausschlaggebend für die Endzeit, denn er ist die einzige Möglichkeit, aktiv zu beschleunigen. Auf der Bahn gilt später nur noch eins: So wenige Fehler wie möglich machen.»

Was müssen Sie da denn tun - zum Beispiel um den Rodel zu lenken?

Tatjana Hüfner : «Ich muss mich in die Kurve legen. Bei einer Rechtskurve muss ich die rechte Schulter runterdrücken und den Kopf mit in die Kurve legen. In engen Kurven drücke ich mit den Füßen außerdem vorne das äußere Hörnchen in die Richtung, in die ich fahre.»

Und wie bremsen Sie?

Tatjana Hüfner: «Während der Fahrt bremsen wir gar nicht. Manchmal passiert es unfreiwillig, wenn wir einen Fuß zum Stabilisieren runternehmen. Aber eigentlich bremsen wir immer erst nach der Lichtschranke am Ziel. Da gibt es einen leichten Gegenhang. Wir setzen uns dann hin und stellen die Füße langsam aufs Eis. Dann ziehen wir die Schiene hoch und drücken die hinteren Kanten ins Eis. Es bremst aber schon sehr viel, wenn wir uns nur hinsetzen, weil der Luftwiderstand dann deutlich größer ist.»

Sie tragen auch extra einen engen Anzug, damit der Anzug sie während der Fahrt so wenig wie möglich bremst.

Tatjana Hüfner: «Mein Anzug ist eine Maßanfertigung. Das heißt, eine Schneiderin passt den Anzug direkt auf meinen Körper an. Sie misst genau: Wie dick sind meine Waden? Wie lang ist mein Oberschenkel? Und sie bessert ihn immer noch mal nach, um auch wirklich jede Falte wegzukriegen. Mein Körper verändert sich aber auch durch das viele Training und die Wettkämpfe. Deshalb kommt sie während der Saison noch ein- bis zweimal vorbei, um den Anzug anzupassen. So läuft das bei allen in der Weltelite.»

Wie oft trainieren Sie?

Tatjana Hüfner: «Täglich zwei- bis dreimal. Im Winter sind wir häufig in der Bahn, meistens zweimal am Tag. Abends machen wir dann Krafttraining oder spielen Fußball.»

Und im Sommer?

Tatjana Hüfner: «Manche Athleten trainieren im Sommer auf Betonbahnen. Sie haben dafür Rodel, an denen unten Räder angebracht sind. Aber ich mache das nicht. Ich mache im Sommer vor allem Krafttraining und trainiere Bewegungsabläufe - vor allem das Starten. Alle Teilstücke werden speziell geübt: der Abzug am Bügel und die Paddler. Wir trainieren aber auch Ausdauer, spielen Fußball oder Basketball oder springen Trampolin.»